Das Boot beendet seine turbulente Jungfernfahrt

Das Boot
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Im Finale der Sky-Serie Das Boot kehrt die U-612 nach La Rochelle heim, jedoch nicht alle haben es zurück geschafft. Währenddessen schließt Kriminalrat Forster (Tom Wlaschiha) seine Ermittlungen gegen den Widerstand ab. Dabei sind auf beiden Seiten schwerwiegende Verluste zu verzeichnen.

Auf dem Boot wird Schadensbegrenzung betrieben

Nachdem die U-612 sich vor dem Untergang gerettet hat, muss die Crew nun Schadensbegrenzung betreiben. Sie mögen zwar überlebt haben, aber das heißt noch lange nicht, dass nun die Welt wieder heil ist. Immerhin haben sie gegen die Befehle ihres Landes gehandelt. Aus diesem Grund müssten sie sich eigentlich vor einem Kriegsgericht für ihre Taten rechtfertigen. Sie können jedoch verhindern, dass ihre Taten ans Licht kommen, indem sie die Einträge im Logbuch fälschen. Schließlich ist Leutnant Kommandant Hoffmann (Rick Okon), der für das Logbuch traditionsgemäß verantwortlich ist, (gezwungenermaßen) über Bord gegangen.

Da ihnen so langsam der Treibstoff ausgeht, versucht Mannschaft so schnell wie möglich ihren Bestand wieder aufzufüllen. Zu ihrem Glück sendet in ihrer Nähe ein Schiff SOS-Signale aus. Auf diesem Schiff kommt es auch zu einem Vorfall, den es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte: Ein bis dahin noch jungfräuliches Mitglied der U-612 vergewaltigt ein geknebeltes Mädchen, wahrscheinlich eine Jüdin. Der Täter gibt sich und seiner Jungfräulichkeit die Schuld an der turbulenten und verlustreichen Mission. Ihm wurde eingetrichtert, dass Jungfrauen an Bord eines U-Bootes Unglück bringen und möchte dies nun ändern. Zu allem Übel gerät das Mädchen dabei noch ins Kreuzfeuer, als auf dem Schiff geschossen wird, und stirbt infolgedessen. So einen beinahe schon nebensächlichen, traurigen Tod, der einfach nur grausam war, hätte es für mich nicht gebraucht. Diese Szene hat uns aber zumindest die Grausamkeit der in diesem Falle abergläubischen Nazis vor Augen geführt.

Im Finale der 1. Staffel von Das Boot wird ebenfalls der überaus grausamen Seite der Nazis gefrönt. Denn ein Crew-Mitglied der U-612 ist von den Erlebnissen so berauscht, dass er damit prahlt, diese unbedingt weitererzählen zu müssen. Dabei vergisst er jedoch, dass dadurch die Wahrheit ans Licht kommen und sich der Logbucheintrag als falsch herausstellen würde. In Folge dessen würden sie vor das Kriegsgericht gestellt. Anstatt ihm dies verbal verständlich zu machen, entscheiden sie sich für den gewalttätigen Weg und schneiden ihm die Zunge heraus, um ihm so die Möglichkeit zu nehmen, mit seinen Abenteuergeschichten anzugeben.

Am Rande erfahren wir auch noch etwas mehr über 1WO Wrangel (Stefan Konarske), der bisher eher ein kleines Mysterium für uns Zuschauer dargestellt hat. Abgesehen davon, dass sein U-Boot gesunken und er der einzige ist, der überlebt hat, wussten wir nicht wirklich etwas über diesen anscheinend geistesgestörten Soldaten. Durch diese zusätzlichen Informationen wird ein letzter Versuch gestartet Wrangel etwas menschlicher und vielseitiger erscheinen zu lassen, was seinem Charakter und damit auch (der Handlung) der Serie zugute kommt.

In Das Boot wird dem Widerstand Feuer unterm Hintern gemacht

Der Druck auf Carla Monroe (Lizzy Caplan) erhöht sich derweil in Das Boot. Kriminalrat Forster lässt mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nach ihr fahnden. Anstatt jedoch La Rochelle zu verlassen, geht sie weiterhin ihrer Mission nach. Indem die Mitglieder des Widerstandes ein hohes Tier der Deutschen - Gluck (Rainer Bock aus Better Call Saul) - entführen, wollen sie die Nationalsozialisten zu einer Entscheidung zwingen, die zu ihren Gunsten ausfallen soll. Dabei verläuft ihr Plan aber nicht so wie gedacht und es nimmt für den Widerstand kein gutes Ende.

Aber auch das Leben des Kriminalrats nimmt eine unverhoffte Wendung. Dieser stürzt sich geradezu in die Beziehung mit Simone Strasser (Vicky Krieps). So gesteht er, nachdem sie die Nacht miteinander verbracht haben, ihr seine Liebe und möchte mit ihr zusammenzuziehen. Diese übereilte Handlung stößt sie jedoch nur noch weiter von ab als ohnehin schon. Das ist aber nicht das einzige, was ihrer Beziehung im Weg steht. Denn Forster kommt in Dsa Boot endlich hinter die geheimen, illegalen Aktivitäten seiner Geliebten. Während ich im letzten Recap noch meine Zweifel an seiner aufrichtigen Liebe zu Simone geäußert habe, wird hier nun deutlich, dass er sie wirklich geliebt hat. Umso bestürzter ist er über die Entdeckung, dass sie nicht nur ihn, sondern auch das Land hintergangen hat. Diesem Schock lässt er mit Hilfe von Gewalt freien Lauf, was sich für ihn bitter rächen soll.

Insgesamt wurden einige Handlungsstränge von Das Boot mit der Episode Abrechnung sauber abgeschlossen. Die U-612 ist aus ihrem Einsatz zurückgekehrt. Der Widerstand musste einen großen Rückschlag hinnehmen. Dabei gab es viele Verluste zu melden – sowohl an Land als auch auf See, sowohl bei den Deutschen als auch bei jenen, die sich gegen Angriffskrieg und Besatzung wehren. Das übertriebene Action-Spektakel bleibt indes aus.

Trotz des gelungenen Abschlusses gibt es noch genügend Geschichten, die es wert sind erzählt zu werden. Werden sich Greenwood (Vincent Kartheiser) und Hoffmann (Rick Okon) für einen Job zusammenschließen? Wird Frank jemals seine Tochter wiedersehen? Wie werden seine Schwester und er mit dem Verlust ihrer Geliebten umgehen? Diesen Fragen könnte in der bestellten 2. Staffel nachgegangen werden.

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