Christopher Nolan entschuldigt sich für Kritik an Netflix - und erneuert sie

08.11.2017 - 12:30 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Dunkirk - Trailer 2 (English) HD
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Christopher Nolan am Set von InceptionAbspielen
© Warner Bros.
Christopher Nolan am Set von Inception
Vor einigen Monaten kritisierte Christopher Nolan Streaming-Dienst Netflix scharf. Der Regisseur hat sich inzwischen entschuldigt, bleibt aber bei seiner Meinung.

Christopher Nolan ist ein Verfechter des Kinos. Dies unterstrich der Regisseur im Sommer anlässlich einer Medientour zu seinem jüngsten Film Dunkirk. Damals bezeichnete er den Plan von Netflix, Filme am selben Tag parallel auf der großen Leinwand und auf einer Streaming-Plattform zu veröffentlichen, als "sinnlos" und "unvertretbares Modell". Gleichwohl lobte er die Investitionen des Unternehmens in originäre Filmemacher wie Joon-ho Bong (Okja), die bewundernswerter seien, wenn sie nicht als "eine Art bizarrer Einfluss genutzt würden, um Kinos stillzulegen."

Im Rahmen eines Interviews mit Variety  verriet der Filmemacher nun, dass er sich persönlich in einer E-Mail bei Netflix' Content-Chef Ted Sarandos für den Tonfall seiner früheren Aussagen entschuldigte. Von seinen Meinungen weicht Christopher Nolan allerdings nicht ab:

Ich hätte netter sein sollen. Ich sagte, was ich glaube, aber ich war undiplomatisch in der Art, wie ich es zum Ausdruck brachte. Ich gab der offen revolutionären Natur von dem, was Netflix gemacht hat, keinerlei Kontext. Es ist außergewöhnlich. Ihnen gebührt angemessener Respekt dafür, den ich habe.
Christopher Nolan und Kenneth Branagh am Set von Dunkirk

Monatelange Verhandlungen zwischen Studios und Kinobetreiber drehen sich um die Möglichkeit, Filme innerhalb von Wochen nach ihrem Leindwanddebüt via Stream anzubieten. Im Gegenzug sollen die Kinos geringere Leihgebühren bezahlen - üblicherweise haben Filmtheater ein exklusives, dreimonatiges Vorführrecht großer Studioproduktionen. Die mögliche unmittelbare Veröffentlichung via Streaming-Anbieter verurteilt Christopher Nolan weiterhin scharf und zieht einen Vergleich zu Direct-to-Video-Filmen:

Mein gesamtes Erwachsenenleben haben sie Direct-to-Video-Filme veröffentlicht. Als ich als Filmemacher in den 90ern angefangen habe, war dein Albtraum die Veröffentlichung direkt auf Video. Es hat nichts Neues an sich - was anders und neu ist, ist, dass es an die Wall Street als Innovation oder Bruch verkauft wird.

Für Christopher Nolan seien Filme und Fernsehen etwas Unterschiedliches "und die konventionelle Denkweise ist aktuell, dass sie sich annähern und dasselbe Ding werden müssen." Die Angleichung der beiden Plattform würde dazu führen, dass Fernsehproduktionen erhoben, Filme dagegen herabgesetzt würden.

Was sagt ihr zu Christopher Nolans Aussagen über das Kino und Streaming?

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