Bei Amazon Prime gibt es die erschreckendste Science-Fiction-Serie des Jahres

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29.12.2020 - 11:00 UhrVor 10 Monaten aktualisiert
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Die Science-Fiction-Serie Upload bei Amazon Prime zeigt die Chancen und Grenzen von digitalen Beziehungen. Das war besonders in diesem Jahr erschreckend.

Die Sci-Fi-Comedy Upload weist lediglich eine Laufzeit von 5 Stunden auf und trotzdem hab ich mit keiner anderen Serie dieses Jahr mehr Zeit verbracht. Sie hat sich in meinem Kopf festgesetzt, weil sie eine extreme Entwicklung in der Zukunft zeigt, in die wir in den letzten Monaten immer weiter hineingeglitten sind.

Sci-Fi-Serie bei Amazon: Worum geht es in Upload?

Wer will, kann sich in Upload nach dem Tod digitalisieren und "hochladen" lassen. Verschiedene Firmen bieten Modelle eines digitalen Jenseits an. Nathan (Robbie Amell) stirbt an einem mysteriösen Unfall und "lebt" fortan in der künstlichen Welt Lake View.

Hier trifft er auf die lebende Kundendienst-Mitarbeiterin Nora (Andy Allo), die seinen Eintritt in die Nachwelt begleitet, ein bisschen wie eine Anästhesistin.

Warum ist Upload gerade in diesem Jahr interessant?

Unser Umgang mit dem unvermeidlichen Verfall mag die Ausgangsfrage von Upload sein. Eigentlich ist der Tod in der Serie aber unwichtig und damit zusammenhängende Existenzfragen ebenfalls. Denn der Tod, wie wir ihn kennen, als Ende aller Dinge, existiert ja nicht mehr.

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Die trügerische Wahl zwischen natürlichem Sterben oder Weiterleben in der digitalen Nachwelt liegt natürlich auf der Hand. Die Autor/innen beschäftigen sich damit aber nur am Rande.

In Upload geht es vielmehr um unsere Beziehungen und die digitalen Scheiben, die wir schon jetzt zwischen uns hochziehen. Ich habe das nirgends aufgezeichnet, aber das brauche ich auch gar nicht, um zu wissen, dass meine Bildschirmzeit in diesem Jahr so hoch war wie noch nie zuvor.

Upload zeigt, wie sich Beziehungen im Internet verändern (müssen)

Nathan wird durch sein Ableben in einen Zustand ständiger Digitalisierung verfrachtet. Er erlebt die Welt praktisch durch einen riesigen Bildschirm, der sich um ihn herum wickelt. Die virtuelle Welt ist seine einzige Welt geworden.

Und irgendwie auch nicht. Denn die wichtigsten Beziehungen führt er zunächst weiterhin mit Menschen außerhalb von Lake View. Aus seiner Datengruft schaut er den Verbliebenen beim echten Leben zu.

Wenn sie ihn besuchen kommen, müssen sie vierdimensionale VR-Brillen und spezielle Anzüge anziehen, die Interaktion ermöglichen. Es steht immer ein Interface zwischen Nathan und seinen Bezugspersonen. Er sucht nach etwas Echtem in all den Codes und Pixeln.

Was Upload mit Tinder gemeinsam hat

Das Digitale sättigt uns irgendwann, früher oder später. Wir bemerken schnell, dass doch noch irgendwas fehlt und fahnden nach vollkommeneren Möglichkeiten zur Erfüllung unserer (sozialen) Bedürfnisse.

Das Corona-Jahr hat zum Beispiel das Nutzungsverhalten von Apps verändert, die auf die Herstellung von Beziehungen ausgerichtet sind. Bei Tinder  wurden die Gespräche nach den Swipes und Matches um 25 Prozent länger, die App richtete zudem eine Videochat-Funktion ein, um mehr Nähe zu ermöglichen.

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Je länger wir im Lockdown fristeten, desto mehr Lösungen fielen uns ein, um Abstände zu überwinden. Gleichzeitig erkannten wir die Grenzen dieser Steigerung.

Schnell merkt auch Nathan, dass er zwar verbunden, aber eigentlich isoliert ist. Ein frustrierender Zustand. Es läuft darauf hinaus, dass ein digitales Leben zwar ein kurzfristiger Ersatz sein kann, aber eben keine langfristige Alternative. Nathan durchlebt daraufhin ein böses Stimmungstief.

Er kommt erst wieder auf die Beine, als er sich zu Herzen nimmt, was Rezo gerade über Internetbeziehungen  geschrieben hat: "Wenn wir uns digital nah sein wollen, dann muss es etwas Eigenes sein, und nicht lediglich etwas altbewährtes Gutes in digitalem Look."

Nathan stellt etwas Eigenes her. Die Liebe zu seiner noch lebenden Freundin verflacht ohne die materielle Bindung. Gleichzeitig blüht die Beziehung zu Nora auf, die er noch nie zuvor im echten Leben gesehen hat.

Bild.Macht.Deutschland bei Amazon Prime Video: Lohnt sich die Serie?

Zum ersten Mal blickt ein Filmteam hinter die Kulissen der umstrittenen Medienmarke Bild. Mehrere Monate begleitete ein Team für die neue Amazon Prime Video-Serie Bild.Macht-Deutschland die Bild-Redaktion und das im Kontext der Coronavirus-Pandemie.

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In der neuen Folge von Streamgestöber sprechen Hendrik Busch, Max Wieseler und Jenny Jecke über ihr Verhältnis zur Bild-Zeitung und darüber, ob sich die Serie lohnt.

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Wie seid ihr im Corona-Jahr mit euren Beziehungen umgegangen?

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