Auf den Marvel-Triumph folgt ein Psycho-Thriller: Daniel Brühl zerbricht an seiner nächsten Superheldenrolle

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© Warner Bros.
Daniel Brühl in Nebenan
21.07.2021 - 09:15 UhrVor 3 Tagen aktualisiert
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Als Bösewicht hat er bereits das Marvel Cinematic Universe aufgemischt. In seinem Regiedebüt, Nebenan, will Daniel Brühl unbedingt einen Superhelden spielen. In einer Berliner Bar trifft er auf seine Nemesis.

Daniel Brühl steht unter der Dusche und murmelt leicht unverständlich einen Satz, der mit den Worten "crawled out of darkness" endet. Das Wasser läuft links und rechts an ihm herunter, dann richtet er seinen Blick direkt in die Kamera und wiederholt den rätselhaften Satz wieder und wieder. Mal ist es ein gespenstisches Flüstern, mal eine bestimmende Ansage und dann ertönen die Worte als bedrohliches Grunzen.

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Das sind die ersten Minuten von Nebenan, dem neuen Film von und mit Daniel Brühl. Zuletzt haben wir ihn in der Marvel-Serie The Falcon and The Winter Soldier auf Disney+ gesehen. Dort kehrte er als Bösewicht Baron Helmut Zemo zurück, den er erstmals in der Captain America-Fortsetzung The First Avenger: Civil War verkörperte. Mit Nebenan stellt Brühl nun sein Regiedebüt vor. Es strotzt vor Verweisen auf seine eigene Karriere.

Daniel Brühl will der nächste große Superheld werden

In der schwarzen Komödie, die schon bald die Züge eines Hitchcock-Thrillers annimmt, lernen wir den deutsch-spanischen Schauspieler Daniel kennen. Mit einem Film über die DDR feierte er vor vielen Jahren seinen Durchbruch. Seitdem geht es mit seiner Karriere nur bergauf. Sogar mit Wes Anderson hat er schon gedreht. Jetzt folgt der nächste große Schritt: bombastisches Superhelden-Kino à la Marvel und DC.

Hier könnt ihr den Trailer zu Nebenan schauen:

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Am Nachmittag findet das Vorsprechen in London statt. Da Daniels Flieger erst in ein paar Stunden geht, kehrt er vor seiner Reise in eine Eckkneipe im Prenzlauer Berg ein. Die Kontraste könnten kaum größer sein: Während Daniel am Handy in formidablen Englisch versucht, mehr über seine Rolle herauszufinden, wird er mit Berliner Dialekt und einer äußerst unappetitlichen Sülze begrüßt, die gar nicht nach Hollywood aussieht.

Nebenan ist ein beeindruckendes Dialogfeuerwerk, in dem Brühl weniger als Regisseur denn als großartiger Schauspieler auffällt: Die Betonung seiner Worte, die Haltung seines Körpers und natürlich die überheblichen Blicke, wenn er sich geistig schon nach Hollywood verabschiedet hat, ehe er wieder auf den Berliner Boden zurückgeholt wird. Es macht unheimlich viel Spaß, diesen Daniel zu beobachten.

Nach Marvel nimmt Daniel Brühl das Superhelden-Kino aufs Korn

Ehrgeizig, aber auch arrogant schlängelt er sich durch den Film und setzt alles daran, den Superhelden-Gig an Land zu ziehen, auch wenn ihn die eine (!) Drehbuchseite, die er von der Agentur erhalten hat, in den Wahnsinn treibt. Von Laser Angel und Eagle Man ist die Rede – und dann ist da noch ein gewisser Croy, der Daniel zu Schaffen macht, weil er absolut keine Ahnung hat, welche Figur sich hinter dem Namen versteckt.

Daniel Brühl und Peter Kurth in Neben

Pointiert macht sich Brühl über die Eigenheiten des Superhelden-Kinos lustig, das er dank seines zweifachen Marvel-Engagements in den letzten Jahren aus erster Hand kennengelernt hat. Daniel arbeitet so zielstrebig auf sein Superhelden-Casting hin, dass er gar nicht merkt, wie seine Nemesis in Form von Peter Kurth in der Eckkneipe direkt gegenüber ihm Platz nimmt und nur darauf wartet, zum Schlag auszuholen.

Kurth, der mit Brühl schon mehrmals zusammengearbeitet hat (u.a. Good Bye, Lenin! und Ein Freund von mir) spielt einen Mann, der jedes von Daniels Geheimnissen kennt. Nicht nur weiß er alles über seine Karriere, auch in puncto Privatleben ist er auf dem neuesten Stand. Schließlich kann der fürsorgliche Nachbar dem Schauspieler direkt in seine gläserne Wohnung schauen und bekommt Dank der Akustik im Hinterhof jedes gesprochene Wort mit.

Daniel Brühl und Peter Kurth sind wie Batman und Joker

Wären wir hier nicht in einer Berliner Kneipe, sondern in einem Comic-Universum, könnten sich hier auch Batman und Joker oder Superman und Lex Luthor gegenübersitzen. Bruno lockt den erfolgsverwöhnten Daniel allein mit dem Wissen über seine Schwächen aus der Reserve. Infolgedessen verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Es ist unklar, wer von den beiden der strahlende Held und wer der tragische Bösewicht ist.

Nebenan mag auf den ersten Blick wenig mit einem Superheldenfilm gemein haben. Dadurch, dass der Film aber stets auf einer Metaebene auf Brühls Filmographie balanciert, entsteht neben vielen anderen Dingen ein spannender Dialog mit dem Genre, das Hollywood aktuell wie kein anderes dominiert.

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