Attack on Titan-Schöpfer spricht über den auf ihm lastenden Erwartungsdruck

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Der Anime-Hit Attack on Titan erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit und startete erst dieses Jahr in seine 3. Staffel. Die Manga-Vorlage nimmt hingegen bereits Kurs auf die Ziellinie und begann, ebenfalls dieses Jahr, ihren finalen Arc. Vor uns Fans liegen somit hoffentlich noch einige weitere spannende gemeinsame Abenteuer mit Eren und seinen Freunden, für Hajime Isayama, den Attack on Titan-Schöpfer, bedeutet dies hingegen eine enorme Belastung, physisch wie psychisch, denn der auf ihm lastende Erwartungsdruck ist Fluch wie Segen zugleich.

"So ist es jeden Tag" - Attack on Titan-Schöpfer über auf ihm lastenden Druck

Wie unter anderem Anime News Network berichtet, veröffentlichte der japanische Sender MBS am 18.11.2018 eine Dokumentation, in deren Mittelpunkt Attack on Titan-Mangaka Hajime Isayama stand. Ein Team begleitete des Zeichner bei seiner Arbeit, der offenbarte, welcher Druck auf ihm lastet. Isayama empfindet es als Bürde, den Erwartungen seiner Fans gerecht zu werden, gleichzeitig jedoch auch eben jene Erwartungen zu untergraben. Der Mangaka enthüllte, nicht selten stehe er derzeit bereits um 4 Uhr morgens auf und arbeite bis spät in die Nacht, um seine Deadlines halten zu können. Dabei stellen die sogenannten "name", seine Manga-Entwürfe, eine besondere Herausforderung dar:

So ist es jeden Tag. Meine Sorgen, nicht imstande zu sein, einen guten name abzuliefern, rauben mir den Schlaf. Dann werde ich hungrig und kann deshalb nicht zeichnen. Aber wenn ich esse, werde ich müde und kann noch immer nicht zeichnen.

Isayama wurde während des Drehs mehrfach gezeigt, wie er in einem benommenen Zustand auf eine Sofa lag, um der Realität zu entfliehen. Während des Drehs der Dokumentation lächelte der Mangaka nur ein einziges Mal: Während er in einer kleinen Pause eine Runde das Videospiel Splatoon spielte.

Auf die Frage angesprochen, ob er auch nach der Fertigstellung von Attack on Titan noch weiterhin zeichnen möchte, sagte er später:

Ja. Aber ich werde möglicherweise nicht mehr dazu fähig sein, es zu zeichnen. Es ist vermutlich wahrscheinlicher, dass ich dazu nicht mehr imstande sein werde. Ich frage mich, ob ich es noch in mir habe, weiterzumachen.

"Deadline-Hölle" - Attack on Titan-Schöpfer kein Einzelfall

Hajime Isayama ist keineswegs ein Einzelfall, denn bereits zuvor sprachen andere erfolgreiche Mangaka über den enormen Druck, welcher auf ihnen lastet. Einer von ihnen ist beispielsweise Dragon Ball-Schöpfer Akira Toriyama, der in einem Brief, welcher im Jahre 2005 der japanischen DVD-Veröffentlichung von Dragon Ball GT beilag und später von Kanzenshuu übersetzt wurde, ungewohnt tief blicken lies:

Da ich von Natur aus eher faul bin, war ich unfassbar glücklich, als ich die Serien-Umsetzung von Dragon Ball sicher beenden konnte und endlich von der Deadline-Hölle befreit war. Die TV-Leute wollten noch etwas weiter machen, aber ich konnte nicht mehr machen, als ich bis dahin getan hatte...

Neben Toriyama sprach ebenfalls One Piece-Mangaka Eiichiro Oda im Rahmen eines Interviews, welches in einem offiziellen Newsletter veröffentlicht wurde, über seine Arbeiten am Manga. So erzählte Oda in einem früheren Interview aus dem Jahre 2010, er gehe seit 15 Jahren erst um 2 Uhr nachts schlafen und stehe um 5 Uhr morgens bereits wieder auf, um an seinem Manga weiterzuarbeiten. An diesem Tagesablauf habe sich auch vier Jahre später nichts geändert:

Ich arbeite an meinen Deadlines, also bin ich genauso beschäftigt wie damals, und ich habe es geschafft, es jedes Mal mit drei Stunden Schlaf abzuschließen. Und wenn ich mehr Stunden schlafe, muss ich diese Stunden von etwas anderem wegnehmen, was ich tun muss. Das gefällt mir nicht, also haben sich meine Stunden nicht verändert. (...) Aber nachdem ich das Manuskript abgegeben habe, gebe ich mir einen Tag Zeit, um viel zu schlafen.

2013 bemerkte der Mangaka, seine Mandeln würden anschwellen, wenn er zu wenig schläft, was ihn bei seiner Arbeit beeinträchtigte. Er ließ sich operieren und legt seitdem immer wieder Pausen bei der Veröffentlichung seines Manga ein, um sich wieder zu erholen.

Neben One Piece gehörte lange Jahre ebenfalls Bleach von Mangaka Tite Kubo zu den erfolgreichsten Serien weltweit. Kubo beendete Bleach im Jahre 2016, zog sich deshalb jedoch durchaus den Unmut der Fans zu, da das Finale der Geschichte zu gehetzt wirkte. In einem Radio-Interview (via Comic Book) erzählte Kubo, "(...), dass er Bleach zu seinem gewünschten Ergebnis bringen würde, so dass er, obwohl es Zeiten gab, in denen er die Serie wegen seiner schlechten Gesundheit vorzeitig beenden wollte, weitermachte, um das Ende zu erreichen, mit dem er zufrieden war."

Zwischenzeitlich musste der Mangaka zudem ins Krankenhaus eingeliefert werden, da ihn die Schmerzen, welche er durch die zahllosen Überstunden bekam, von der Arbeit abhielten. Einige Zeit nach dem Ende von Bleach erzählte Kubo in einem weiteren Interview:

Ich dachte, ich könnte endlich eine Pause machen, aber etwas stimmte nicht. Ich ging ins Krankenhaus, wo sich herausstellte, dass ich eine gerissene Schulter-Sehne und so hatte, aber ich fühlte mich trotzdem, als wäre es etwas anderes, und ich fühlte mich einfach nicht richtig. Ich verbrachte etwa ein Jahr damit, mich so zu fühlen, ohne die Ursache zu kennen, bis mir endlich klar wurde: 'Oh, ich fühle mich einsam.'

Attack on Titan-Schöpfer gewährt einen Blick auf das Ende der Geschichte

Die Attack on Titan-Dokumentation endete schließlich mit einem Blick auf einen Entwurf des letzten Bildes der Geschichte. Zu sehen ist eine erwachsene Person, die ein kleines Kind im Arm hält und zu ihr sagt: "Du bist frei."

Was sagt ihr zu den Aussagen des Attack on Titan-Schöpfers?

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