Wissenschaftlich bewiesen: Harry Potter-Fans sind die besseren Menschen

Harry Potter: 7 wissenschaftliche Studien der Forschung
© Warner Bros.
Harry Potter: 7 wissenschaftliche Studien der Forschung
10.08.2019 - 08:30 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Harry Potter ist absolut magisch. Zugleich wurde der Zauberschüler aber auch über die Jahre hinweg zum Forschungsobjekt zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Wir stellen euch sieben davon vor.

Die von J.K. Rowling erschaffenen Harry Potter-Geschichten sind ein Popkultur-Phänomen. Ein weltweit riesiges Publikum liebt die Bücher und Filme. Da ist es nicht verwunderlich, dass hin und wieder die magische Welt auch wissenschaftlich unter die Lupe genommen wurde.

Das kann vom Leseverhalten von Kindern bis zu Charakteranalysen und versuchten Magie-Nachweisen reichen. Wir haben 7 Forschungsstudien und wissenschaftliche Untersuchungen ausgegraben, denen Harry Potter (und seine Fans) sich schon unterziehen mussten. Viel Spaß beim Stöbern, Staunen und Schmunzeln.

Harry Potters Magie hilft Wissenschaft zu lehren

Harry Potters Unterricht in Hogwarts im Stein der Weisen

Caroline Fauldner hob 2013 in "Studying Hard at Hogwarts: The Effectiveness of using Harry Potter to Educate about Science"  (Intensiv in Hogwarts lernen: Wie effektiv Harry Potter für die wissenschaftliche Bildung ist) hervor, dass J.K. Rowlings populäres Franchise effektiv genutzt werden kann, um eine Vielzahl von wissenschaftlichen Konzepten zu lehren.

Denn durch eine emotionale Bindung an Harry Potter, würde unter Schülern die Neugier steigen, etwas wissenschaftlich verstehen zu wollen, sofern der Lehrer denn mathematischen, biologischen, astronomischen oder textlichen Unterrichtsstoff mit Harry Potters eigenen Hogwarts-Schulfächer und -Erfahrungen verbindet.

Harry Potter-Leser sind tolerantere Menschen

Harry Potter und der Orden des Phönix

Im Journal of Applied Social Psychology erschien 2014 die Veröffentlichung "The greatest magic of Harry Potter: Reducing prejudice"  (Harry Potters größte Magie: Vorurteile mindern). Loris Vezzali, Sofia Stathi, Dino Giovannini, Dora Capozza und Elena Trifiletti führten darin drei Studien durch, die testeten, wie das Lesen der Harry Potter-Bücher sich auf Einstellungen gegenüber diskriminierten Gruppen auswirkte.

Untersuchte Randgruppen waren dabei Einwanderer, Homosexuelle und Flüchtlinge. Das Fazit: Indem Kinder sich mit dem toleranten Harry Potter (und nicht mit Voldemort) identifizierten, schrumpfte ihre Voreingenommenheit gegenüber Minderheiten.

Harry Potter zeigt, wie menschliche Gehirne funktionieren

Harry Potters erster Besenflug in Stein der Weisen

In "Simultaneously Uncovering the Patterns of Brain Regions Involved in Different Story Reading Subprocesses"  (Grob übersetzt: Gehirnströme beim Lesen aufdecken) wurde es 2014 gleich richtig kompliziert: Forscher ließen ihre Studienobjekte das Kapitel der ersten Flugstunde aus Harry Potter und der Stein der Weisen in einem MRT (Magnetresonanztomografie) lesen.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Die von der Maschine abgebildeten Gehirnregionen, die an bestimmten Stellen im Kapitel arbeiteten, lieferten wissenschaftliche Erkenntnisse zur Hirnaktivität, basierend auf Informationen, die an unterschiedlichen Orten verarbeitet wurde. Harry Potter kann also auch als Mittel zum Zweck (ganz ohne Veritaserum oder Denkarium) helfen, in unsere Köpfe zu sehen.

Die Hogwarts-Häuser sind eine Persönlichkeitsstudie für sich

Harry Potter und der Sprechende Hut

In "Harry Potter and the measures of personality" (Harry Potter und die Maßstäbe der Persönlichkeit) analysierten Laura C. Crysel, Corey L. Cook, Tatiana Orozco Schember und Gregory D. Webster 2015 mit Probanden die Selbsteinschätzung anhand von Hogwarts-Häusern. Sie trafen extrovertierte Gryffindors, liebenswürdige Hufflepuffs, schlaue Ravenclaws und manipulative Slytherins an.

Das Persönlichkeitsquiz auf der Pottermore -Seite ließ Harry Potter-Fans ihre Schul-Häuser finden, zeigte aber zugleich, dass die Fiktion des Einsortierens reale Bedürfnisse wie den Wunsch nach Zugehörigkeit oder Anerkennung reflektieren konnte.

Hinterfragte Kiemen-Magie aus Harry Potter und der Feuerkelch

Harry Potter mit Kiemen im Trimagischen Turnier

Unter dem Titel "Gillyweed - Drowning with Gills?"  (Dianthuskraut - Ertrinken mit Kiemen?) untersuchten Rowan Reynolds und Chris Ringrose von der University of Leicester 2016 wie realistisch Harrys mit Dianthuskraut erzeugte Kiemen in Harry Potter und der Feuerkelch sind, die es ihm erlauben, unter Wasser zu atmen.

Ihr Fazit: Bei den im Film gezeigten Ausmaßen von 60 Quadratzentimeter-Kiemen versteckt sich ein Harry Potter-Logikloch: Harry müsste bei ihrer Größe 443 Liter Wasser pro Minute verarbeiten, um genügend Sauerstoff für seinen Körper zu erhalten. Kurzum: Das ist sehr unrealistisch. Eigentlich müsste Harry Potter ertrinken.

Harry Potter und das unwahrscheinlich schnelle Knochenwachstum

Harry Potter und der Feuerkelch: Im Krankenflügel mit Skele-Wachs

Die Studie "Revealing the Magic of Skele-Gro"  (Die Magie von Skele-Wachs aufdecken) von Leah Ashley, Chris Ringrose und Robbie Roe nahm sich 2016 wiederum den Moment in Harry Potter und die Kammer des Schreckens vor, in dem Professor Lockart alle Knochen aus Harrys gebrochenem Arm entfernt und diese in der anschließenden Nacht mühsam mithilfe von magischem Skele-Wachs nachwachsen müssen.

Die Studie vergleich den beschleunigten mit normalem Knochenwachstum und zeigt, dass es mit Magie 90 Mal schneller geht - was aber auch bedeutet, dass Skele-Wachs eigentlich zugleich eine übergroße Energiemenge liefern müsste, um die zu insgesamt dafür benötigten 133,050 kcal bzw. 6443 W abzudecken.

Harry Potter-Leser haben etwas gegen Donald Trump

Eine 2016er Studie von Diana Mutz bei PS: Political Science and Politics fand unter der Überschrift "Harry Potter and the Deathly Donald?"  (Harry Potter und der Donald des Todes?) heraus, dass Harry Potter-Leser mehr geneigt sind, Donald Trump nicht zu mögen.

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Da auch die Twitter-affine J.K. Rowling keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen Trump machte (der mehr als einmal als "Trumpdemort" mit Harrys Erzfeind Voldemort verglichen wurde), ist es nur natürlich, dass ihre fiktiven Geschichten zugleich auch die politischen Präferenzen ihrer Leser spiegeln bzw. beeinflussen.

All diese unterschiedlichsten Studien zeigen wohl vor allem, dass auch Wissenschaftler Harry Potter-Fans sein können, die ihre Leidenschaft für J.K. Rowlings Magie in die Forschung hineintragen. Magie und Wissenschaft müssen sich eben nicht ausschließen.

Was würdest du als Harry Potter-Fan gern wissenschaftlich erforschen?

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