The Masked Singer: Hört auf, euch über die lahmen Promis zu beschweren!

22.04.2020 - 16:54 UhrVor 5 Monaten aktualisiert
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Monster in The Masked Singer
© ProSieben
Monster in The Masked Singer
In der 2. Staffel The Masked Singer fehlen die großen Namen bislang. Das ist aber egal. Eine Show wie diese braucht keine Helene Fischer, sondern mehr Susi Kentikians.

In diesen Minuten quält The Masked Singer sein Publikum. Das dauert immer ewig, wenn sich die zur Enthüllung verdonnerten Kandidaten ihre schweren Masken vom Hals schrauben. Die Regie bläst den Moment künstlich auf. Der Puls wird schneller. Sekunden dehnen sich zu Jahren.

Du willst in den Fernseher springen und diesem verdammten Dalmatiner eigenhändig das arrogante Gesicht vom Kopf reißen. Und dann ist der Moment da und du bist einfach nur enttäuscht.

The Masked Singer: Wer auf Helene Fischer tippt, ist selber schuld

Ich kann das verstehen, diese kurze Ernüchterung. Mir geht es manchmal nicht anders, denn die Vorstellung ist immer aufregender als die Realität. Was ich aber nicht nachvollziehen kann, sind die monströsen Erwartungen an die Kandidaten und den Frust über die Sendung, der daraus erwächst. Als würde die Show schlechter, The Masked Singer langweiliger, bloß weil der Name hinter dem Kostüm nicht ganz so bekannt ist.

Franziska Knuppe als Fledermaus

Hinter dem Wuschel wurde schon Robbie Williams vermutet. Vielleicht ist Stefan Raab das Faultier. Irgendwann fiel in The Masked Singer sogar der Name Helene Fischer. Und das nur, da der Roboter wie eine ausgebildete Sängerin klang und nicht etwa, weil das in allen Lebenslagen unmenschlich präzise Auftreten der Schlagersängerin mit dem mechanischen Habitus eines Roboters assoziiert wurde.

Die Kandidaten enttäuschen The Masked Singer-Fans - Aber warum?

Kein Name ist zu groß für die Gesangsshow. Und keiner zu klein. Hinter dem Roboter versteckte sich letztlich doch "nur" Caroline Beil, die Moderatorin (und tatsächlich ausgebildete Sängerin mit Schlagerblut im Familienstammbaum), die einst im frühen Dschungelcamp um Aufmerksamkeit kämpfte.

Das Problem mit den Erwartungen ist zu einem gewissen Grad hausgemacht. Denn von dieser Art Prominenz hatte sich die Sender-Leitung eigentlich abgrenzen wollen. "'War die nicht mal auf dem dritten Platz beim Bachelor?' ist nicht prominent genug für The Masked Singer", trommelte ProSieben-Chef Daniel Rosemann noch vor Staffel 2 bei DWDL .

Solch vollmundige Ankündigungen befeuern die Fantasie, die Fallhöhe ist dann groß. Bei Twitter äußert sich das in solchen Unmutsbekundungen.

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The Masked Singer braucht keine großen Stars

Mir sind die kleinen, vergessenen Stars hinter den aufwendigen Verkleidungen lieber. Ich freue mich, Leute wie Caroline Beil wiederzusehen, über die nicht jede Woche bei Exklusiv ein Beitrag läuft. Ja, bei Franziska Knuppe (Fledermaus) habe ich jetzt auch keine Luftsprünge gemacht. Aber würde hinter dem Hasen tatsächlich Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick stecken, wäre das doch eine tolle Sache.

Es mag sein, dass Twitter explodiert, wenn sich tatsächlich Raab hinter dem Faultier verbirgt. Den Wow-Effekt gibt es bei den kleineren Namen aber genauso, er stellt sich eben erst allmählich ein. Denn wenn etwa Franziska van Almsick beschließt, bei einer Gesangsshow mitzumachen, erzählt das doch die viel interessantere Geschichte. Was hat sie in den letzten Jahren gemacht? Wie hat sie singen gelernt? Wie ist ihre Verbindung zu Hasen? Da läuft ein ganzer Film im Kopf ab.

Die kleinere Persönlichkeit hat hinter der Maske mehr Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Stefanie Heinzmann zum Beispiel erfand zu dem Dalamatiner eine komplette Identität, mit abgestimmten Bewegungen, Stimmfarbe und allem drum und dran. Für sowas hat Helene Fischer doch gar keinen Kopf. (Ob ihr Management überhaupt eine Show gebilligt hätte, bei der sie zu 95 Prozent nicht zu sehen ist?)

Das mit den Hinweisen ist dann noch mal eine andere Sache: Wenn die Kandidaten eher unbekannt oder zumindest aktuell nicht besonders präsent sind, warum gibt ProSieben dann nicht offensichtlichere Tipps als diese obskuren Indizien, die noch mal ein Rätsel für sich sind?

The Masked Singer: Der USA-Vergleich hinkt

Sicher ist Tony Hawks Auftritt in der USA-Variante eine riesen Schlagzeile. Aber der häufig bemühte Ländervergleich hinkt. Für die Show-Variante in Deutschland stellen sehr präsente Stars eher ein Problem dar: Sie werden schneller erraten.

Der Promi-Pool, aus dem Deutschland schöpft, ist naturgemäß klein. Das merkt ihr unter anderem daran, dass Ruth Moschner jeden der Teilnehmer und deren Cousins fünften Grades persönlich kennt. Celebrity-mäßig ist Deutschland ein Dorf. Jeder kennt jeden und deshalb wären zu auffällige Kandidaten auch gefährlich.

Faultier in The Masked Singer

Wenn - wie bei Bülent Ceylan in Staffel 1 - die sichere Ahnung von Auftritt 1 an mitguckt, dass er den Engel verkörpert, macht das kaum noch Spaß. Fans erkannten ihn an den Fingern, das Rateteam musste sich die meiste Zeit über dumm stellen.

The Masked Singer ist keine Show für große Stars, zumindest nicht in Deutschland. Sie würden die Show schlechter machen. Nur die Enthüllung wäre ein Knall. Und egal wie lang ProSieben die dehnt: Sie macht am Ende doch nur 5 Prozent der Show aus.

In The Masked Singer geht es um viel mehr: Wie kann ein Kandidat die Rolle seines Kostüms ausfüllen? Liefert er eine gute Show ab? Bestes Beispiel ist Susianna Kentikian, die das Monsterchen mit einer putzigen Persönlichkeit auffüllte. Jetzt ist es das inoffizielle Maskottchen der Show und Kentikian war vorher nur Sportfans ein Begriff.

Ja, ProSieben hatte Stars angekündigt, und solche Versprechen, die sollte auch ein Privatsender halten, der im Vorfeld eben irgendwie die Werbetrommel rühren muss. Aber die großen Stars können ja noch kommen. Dieter Hallervorden (Chamäleon), Stefan Raab (Faultier), Martina Hill (Hase) sind potentiell noch im Rennen. Ich könnte auch gut mit Bürger Lars Dietrich, Mirco Nontschew und Enie van de Meiklokjes leben.

Seid ihr mit den Kandidaten in Staffel 2 zufrieden?

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