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The Highwaymen auf Netflix: Das sind die historischen Hintergründe der Hetzjagd

The Highwaymen - Trailer (Deutsch) HD
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Kevin Costner und Woody Harrelson in The HighwaymenAbspielen
© Netflix
Kevin Costner und Woody Harrelson in The Highwaymen
05.04.2019 - 17:30 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Mit The Highwaymen zeigt Netflix eine ungewöhnliche Bonnie und Clyde-Geschichte. Denn das wohl berühmteste Gangster-Pärchen der Geschichte tritt erst zum Filmende auf. Wir erklären euch das Ende und die Hintergründe zum Netflix-Cop-Film.

Der neue Netflix-Film The Highwaymen basiert auf einer wahren Geschichte, zwei Polizisten jagen im Film verbissen die legendären Gangster Bonnie und Clyde. Wir erklären die zeitgeschichtlichen Hintergründe sowie das Ende.

Was passiert am Ende von The Highwaymen?

Die berühmt-berüchtigten Gangster Bonnie Parker (Emily Brobst) und Clyde Barrow (Edward Bossert) sterben am Ende des Netflix' Buddy-Cop-Films The Highwaymen im Kugelhagel, durchlöchert von Maschinengewehr-Salven.

Doch wie konnten die ehemaligen Texas-Ranger Frank Hamer (Kevin Costner) und Maney Gault (Woody Harrelson) den zuvor nicht zu fassenden Räubern und Polizistenmördern eigentlich eine solch tödliche Falle stellen?

Kevin Costner und Woody Harrelson in The Highwaymen

Die Antwort ist denkbar simpel, wird aus The Highwaymen jedoch womöglich nicht unmittelbar ersichtlich: Zum Zeitpunkt ihres Todes war die Barrow-Gang lediglich noch ein Trio. Ivy Methvin (W. Earl Brown), der Vater des dritten Banden-Mitglieds Henry (Jake Dashnaw), handelte mit der Polizei einen Deal aus: Das Leben seines Sohnes gegen Bonnie und Clyde.

Ivy Methwin inszenierte eine Reifenpanne, wie am Ende von The Highwaymen zu sehen, und die Falle von Frank Hamer schnappte zu.

Wer sind eigentlich Bonnie und Clyde?

Bonnie und Clyde gelten für gewöhnlich als berühmtestes Gangster-Pärchen der Geschichte: In den 1930er Jahren begingen sie ihre blutigen Überfälle und Polizistenmorde, wobei den Gangstern aus der US-Bevölkerung viel Sympathie entgegenschlug. Denn die Vereinigten Staaten befanden sich fest im Griff der Großen Depression, die mit dem Börsencrash von 1929 begann.

Bis zu 500 Meilen am Tag legten Hamer und Gault auf der Jagd zurück.

Viele Amerikaner waren von Arbeitslosigkeit betroffen, die Wirtschaft schwächelte gewaltig. Wie in The Highwaymen zu sehen, verloren etliche Menschen ihr Zuhause und lebten in improvisierten Camps. Autoritäten und besonders Banken sanken im Ansehen, wodurch Bonnie und Clyde wiederum als vermeintliche "Robin Hoods" auf Rückhalt in der Bevölkerung zählen konnten.

Bonnie und Clyde als Medienstars

Die realen Bonnie und Clyde wussten sich - für die 1930er Jahre ungewöhnlich - auch medial zu inszenieren: Sie zogen sich an wie Filmstars und legten wert auf ein extravagantes Auftreten.

Bonnie (Faye Dunaway) und Clyde (Warren Beatty) in Bonnie und Clyde von 1967

Ja, Bonnie Parker schrieb sogar Gedichte, Gangster-Balladen, von denen das bekannteste The Story of Bonnie & Clyde  ist. Auch den im Film vorkommenden Brief an Autobauer Henry Ford  verfasste Clyde Barrow wirklich. In ihm lobt der Autofanatiker Fords exzellente Konstruktionen, mit dessen Hilfe er oft der Polizei entkam.

Die Texas-Ranger, das FBI und Ma Ferguson

Netflix' The Highwaymen ist geprägt von Kontrasten: Das FBI unter Leitung von J. Edgar Hoover verfolgt Bonnie und Clyde mit für die damalige Zeit modernsten Methoden wie Telefonabhörung oder einer flächendeckenden, koordinierten Fahndung (Dragnet).

Die Texas Ranger hingegen kamen aus dem Wilden Westen. Der reale Frank Hamer, im Film von Kevin Costner dargestellt, arbeitete seit 1905 als Polizist. Die Texas Ranger waren das polizeiliche Gegenstück zum aus Western bekannten Revolverhelden und oft noch zu Pferd unterwegs.

Kathy Bates als Ma Ferguson in The Highwaymen

In The Highwaymen wird nun mit diesen Kontrasten gespielt: Auf der einen Seite das FBI, welches trotz des Einsatzes von 1000 Männern Bonnie und Clyde nicht zu fassen kriegt. Auf der anderen Seite die altmodischen Wild-West-Raubeine Hamer und Gault, die Spuren lesen können und in wilden Schießereien nicht die Nerven verlieren.

Die echte Ma Ferguson, Gouverneurin von Texas

Auch Gouverneurin Ma Ferguson, in The Highwaymen von Kathy Bates verkörpert, gab es wirklich. Sie war die erste Gouverneurin von Texas zwischen 1925-27 und wiederum von 1933-35. Ferguson entließ 1933 alle Texas Rangers, weil die Behörde im Wahlkampf ihren Widersacher, den amtierenden Gouverneur Ross Sterling, unterstützt hatte.

Doch bereits 1935, unter dem nachfolgenden Gouverneur James Allred, wurden die ikonischen Gesetzeshüter wieder zurück in den Dienst versetzt.

Verwendete Quellen: Washington Post , TexasMonthly , ThoughtCo. , Romper.com , Mamamia .

Habt ihr The Highwayman bereits gesehen?

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