Terminator: Dark Fate liefert endlich eine würdige Fortsetzung

Terminator: Dark Fate mit Linda Hamilton
© 20th Century Fox
Terminator: Dark Fate mit Linda Hamilton
Moviepilot Team
Jenny von T Jennifer Ullrich
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Junior Redakteurin bei Moviepilot. Mag Arthouse-Filme, HBO-Shows, Stanley Kubrick und Cersei Lannister.

Das Kino wird momentan von großen Franchises dominiert, doch ist dabei auch Platz für einen reanimierten Dino wie Terminator? Nach James Camerons modernen Klassikern aus den Jahren 1984 und 1991 hat die Reihe einige Rohrkrepierer hervorgebracht - den chaotischen Terminator 5: Genisys zum Beispiel konnte auch ein Game of Thrones-Star wie Emilia Clarke nicht vor dem Zeitreise-Limbus retten.

Nach den Enttäuschungen der Vergangenheit also könnten die Erwartungen an Terminator: Dark Fate bei vielen Fans sicherlich kaum niedriger sein. Davon profitiert der neue Film, denn er ist richtig gut und wird sogar noch besser, wenn ihr den Gang ins Kino eigentlich nur aus Pflichtgefühl gegenüber einer alten Liebe antretet. Achtung, Spoiler zu Terminator: Dark Fate!

Terminator: Dark Fate bündelt die Stärken des Franchise

Terminator: Dark Fate ist einerseits ein Sequel, das direkt an Terminator 2 - Tag der Abrechnung anschließt, also alle Filme ab Teil 3 ignoriert. Zugleich fühlt sich diese Fortsetzung wie ein Neustart an, der die Verfehlungen der Reihe einfach vom Tisch wischt. Wie sich nun zeigt, hat das Terminator-Universum diesen radikalen Schritt unbedingt gebraucht.

So besinnt sich Dark Fate konsequent auf die Stärken von Teil 1 und 2. Der Super-Terminator Rev-9 (Gabriel Luna) verfügt über beeindruckende Fähigkeiten (unter anderem kann er sich in zwei Komponenten aufspalten) und trägt ein hohes Maß an Grimmigkeit in den Film, die wiederum wunderbar mit immer wieder eingestreuten Dialogen auf B-Movie-Niveau harmoniert. Genau das zeichnete bereits das Original aus.

Ernst zu nehmen ist die Geschichte trotzdem zu jeder Sekunde, was wir vor allem der packenden Dynamik zwischen den Charakteren verdanken. Sarah Connor und die neu eingeführte Grace (Mackenzie Davis) verfolgen letztlich das selbe Ziel, trauen einander aber zunächst nicht, weil sie aus verschiedenen Welten kommen. Die glaubhaft vermittelte Skepsis gegenüber der jeweils anderen legen sie im Verlauf der Handlung auch ohne große Gesten ab.

Ein wichtiger Eckstein im Figurenkabinett ist daneben Arnold Schwarzeneggers Terminator, der in einer spektakulären Rückblende zwar Sarahs Sohn John tötet, allerdings über die Jahre ein Gewissen entwickelt hat und damit in Sachen Lernfähigkeit wohl sogar den "guten" T-800 aus Terminator 2 in den Schatten stellt. Umso stärker werden uns Sarahs Worte am Ende des Sequels von 1991 in Erinnerung gerufen:

[...] Denn wenn eine Maschine, ein Terminator, den Wert des Lebens schätzen lernen kann, dann können wir es vielleicht auch.

Als wesentliches Motiv kristallisiert sich auch in Terminator: Dark Fate der Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe im Kampf gegen einen mächtigen Gegner. Jeder ist bereit, sich für eine friedliche Zukunft zu opfern und diese schwelende Gewissheit macht sowohl die Actionszenen als auch viele der ruhigeren Momente ungemein mitreißend. Anspielungen auf die jüngere Grenz- und Einwanderungspolitik der USA gibt es gratis obendrauf.

Mackenzie Davis rockt Terminator: Dark Fate

Die gelungene Gratwanderung des neuen Terminator-Films spiegelt sich darüber im tollen Cast der Fortsetzung. Mit Linda Hamilton und natürlich Arnold Schwarzenegger in prominenten Rollen setzen die Macher auf die alte Garde und stillen daneben dennoch den Durst nach unverbrauchten Gesichtern.

Neben Natalia Reyes drückt nämlich insbesondere Mackenzie Davis dem Sequel ihren Stempel auf: Drei Jahre nach ihrem Durchbruch in der Black Mirror-Episode San Junipero offenbart die Kanadierin nun ihre Qualitäten als Action-Star und kann ihre körperliche Präsenz ausspielen wie nie zuvor.

Die von ihr verkörperte Grace ist jedoch nicht nur unglaublich badass, sondern daneben klug und einfühlsam - ein Facettenreichtum, den Mackenzie Davis zum Erstrahlen bringt.

Terminator: Dark Fast macht (fast) alles richtig

Die Dramaturgie von Terminator: Dark Fate ist für Kenner der Reihe natürlich kaum originell. Trotzdem macht es einfach Spaß, mit anzusehen, wie der Film mit den Motiven seiner Vorgänger spielt. Nennenswerte Risiken gehen Deadpool-Regisseur Tim Miller und sein Team dementsprechend nicht ein, aber vielleicht ist dieses umsichtige Variieren von Vertrautem genau das, was es braucht, um die Terminator-Fans endlich zu versöhnen.

Konnte euch Terminator: Dark Fate auch überzeugen?

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