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Star Wars-Merchandise nur mit wenigen weiblichen Figuren: "Will kein Junge haben"

21.01.2016 - 18:00 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Daisy Ridley
© Walt Disney
Daisy Ridley
Zum Kinostart von Star Wars 7 war dessen Heldin Rey im Merchandise unterrepräsentiert, denn: Disney sah für weibliche Figuren ganz einfach keinen Markt.

Jeder weiß, dass Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht gigantische Erfolge an den Kinokassen verbuchen konnte, doch Disney reibt sich nicht nur vom Erlös der Tickets die Hände. Star Wars-Spielzeug war - kaum überraschend - vergangenes Jahr der absolute Renner, insgesamt wurden allein in den USA über 700 Millionen US-Dollar nur mit Merchandise eingenommen . Was vielen Kunden jedoch früh auffiel, war die vergleichsweise geringe Präsenz der Filmheldin Rey (Daisy Ridley) in Teilen der Spielzeuge zum Film. So fehlte sie anfänglich im Monopoly-Set von Hasbro und auch in exklusiven Action-Figuren-Sets des US-Einzelhändlers Target, wohingegen Rey-Figuren beispielsweise bei Amazon.com bestellt werden konnten. Nun melden sich Insider aus der Industrie: Es habe konkrete Anweisungen gegeben, keine Figuren von Rey zu produzieren.

Im Umfeld des US-Kinostarts von Star Wars 7 am 18. Dezember 2015 machte die Hashtag-Kampagne #WhereIsRey  Schlagzeilen, die auf fehlende Rey-Figuren in Sets mancher Spielzeuganbieter hinwies. Regisseur J.J. Abrams selbst nannte das Ungleichgewicht im Merchandising "grotesk und falsch" und hob dabei den Fall Hasbro hervor (EW ). Laut Forbes  reagierte Disney Mitte Januar 2016 mit dem Verkauf neuer Rey-Spielzeuge, außerdem wurde die Figur zu Hasbros Monopoly-Set hinzugefügt.

Die Begründung für die Abwesenheit von Rey in Exklusiv-Sets von Target und anderen Spielzeugen sei laut des anonymen Insiders  gewesen, dass kein Junge ein Set mit Star Wars-Actionfiguren haben möchte, in denen auch ein weiblicher Charakter enthalten ist. Stattdessen sei großen Wert darauf gelegt worden, Figuren von Kylo Ren so prominent wie möglich zu vermarkten, da Disney davon ausgegangen ist, dass der Bösewicht besonders gut bei den Kindern ankommen würde. Der Insider gab weiter an, dass derartige Instruktionen in Bezug auf Film-Merchandise gang und gäbe seien und dass weibliche Figuren nur im Rahmen von gezielt auf Mädchen zugeschnittenen Produkten produziert werden.

Doch Reys mangelnde Präsenz im Merchandising fiel natürlich auf und löste heftige Debatten aus, in denen sich auch Organisationen wie Heroic Girls einklinkten, die sich für das Stärken von weiblichen Vorbildern einsetzen. Der Gründer der Organisation, John Marcotte, sprach mit Journalist Michael Boehm  und berichtete, dass er mit Leuten von Disney darüber geredet hat. Die seien von der Reaktion auf die fehlende Rey völlig überrascht gewesen, weil sie überhaupt nicht damit rechneten, dass sie für die Zuschauer zu einer Identifikationsfigur werden könnte. Nun hätten sie mit Unmengen an unverkauften Kylo Ren-Produkten und einem Haufen Beschwerden über die fehlende Rey zu kämpfen.

Hypable  möchte außerdem von verschiedenen Quellen erfahren haben, dass die frisch angekündigte Verschiebung von Star Wars: Episode VIII mit genau diesem Problem zusammenhänge und dass die Macher sich nun in der Verantwortung sähen, Rey eine größere Präsenz zuteil werden zu lassen, als es ursprünglich geplant war.

+++ Korrektur (25.01.2016): In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, Rey fehle generell im Merchandise von Star Wars: Episode 7 - Das Erwachen der Macht. Das ist falsch. Der Artikel wurde dementsprechend geändert. +++

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