Star Wars 9: Die Lichtschwertkämpfe sind einfach wahnsinnig gut

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers - Finaler Trailer (Deutsch) HD
2:21
Star Wars: Der Aufstieg SkywalkersAbspielen
© Disney
Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers
01.01.2020 - 12:00 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
103
0
Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers verdeutlicht noch einmal eine ganz große Stärke der Sequel-Trilogie. Die Lichtschwertkämpfe sind schlicht und ergreifend atemberaubend.

Achtung, Spoiler zu Star Wars 9: Lichtschwertkämpfe waren schon immer ein elementarer Bestandteil der Star Wars-Filme. Selbst wenn sie in Krieg der Sterne noch sehr rudimentär und lange nicht so spektakulär in Szene gesetzt waren wie später, wollte die Idee der leuchtenden Klingen nicht mehr aus dem Gedächtnis der Popkultur verschwinden und avancierte zu einem der ikonischsten Star Wars-Motive.

Star Wars und die Faszination für Lichtschwerter

Im Lauf der Zeit wurden die Kämpfe ausgebaut und perfektioniert: Angefangen bei den furiosen Bewegungen bis hin zu den unverkennbaren Sounds, die uns ein Gefühl von der Wucht vermitteln, die mit der das Schwingen der Waffe verbunden ist. Lichtschwertkämpfe als perfekte Steilvorlage für packende Actionszenen: Schon George Lucas erkannte, dass damit viel mehr möglich ist.

  • Auch in der Sequel-Trilogie nehmen die Lichtschwertkämpfe einen besonderen Stellenwert ein und schaffen unvergessliche Momente.
  • Sie sind nicht nur handwerklich bemerkenswert umgesetzt, sondern fungieren ebenso als erzählerisches Mittel, um Geschichte und Figuren zu vertiefen.
  • Trotz der großen Vorbilder in den vorherigen Trilogien ist es J.J. Abrams und Rian Johnson gelungen, eine eigene Dynamik für ihre Kämpfe zu finden.
Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

George Lucas orchestrierte Lichtschwertkämpfe als komplexe Sequenzen, die nicht nur ausgeklügelte Stunts und Choreographien erforderten, sondern in einen unmittelbaren Dialog mit der Dramaturgie des jeweiligen Films traten, in dem sie stattgefunden haben - mehr noch: Die Lichtschwertkämpfe spiegeln sich über Dekaden hinweg und verbinden somit die Sternensaga. Nur das Tempo wurde mit der Zeit ein bisschen angezogen.

Ein atemberaubender Tanz durchs Star Wars-Universum

Ruhig und bedacht wirken die ersten Begegnungen mit dem Lichtschwert, wenn wir im Vergleich an die finale Konfrontation zwischen Anakin und Obi-Wan in Star Wars: Die Rache der Sith denken. In der Sequel-Trilogie vereinen sich nun beide Ansätze: Wuchtige Bewegungen vereinen sich in einem atemberaubenden Tanz, der uns aufgrund seiner formvollendeten Schönheit die Sprache verschlägt und von der Fallhöhe der Figuren kündet.

Wenn Rey (Daisy Ridley) und Kylo Ren (Adam Driver) am Ende von Star Wars 7: Das Erwachen der Macht im Wald aufeinandertreffen, erzählt J.J. Abrams allein mit dem Flackern ihrer Lichtschwertklingen eine ganze Geschichte. Bei Kylo Ren ist es ein wildes, geradezu unbändiges Surren, das gleichermaßen die Bedrohlichkeit eines maskierten Bösewichts wie die Zerrissenheit eines verlorenen Jungen bündelt.

Star Wars 7: Das Erwachen der Macht

Bei Rey, die Lukes Lichtschwert in Händen hält, dominiert eine völlig andere Dynamik. Eine gewisse Unsicherheit ist zwar auch hier zu erkennen, dennoch zeugt der kontrollierte blaue Strahl von gänzlich anderen Charakterzügen, die trotz der kämpferischen Auseinandersetzung friedlich und besonnen wirken. Kylo Rens Lichtschwert bohrt sich dagegen wie ein Feuerschwert in den Schnee und hinterlässt tiefe Wunden.

Lichtschwertkämpfe als Projektionsfläche von Figurenkonflikten

J.J. Abrams spielt sehr schön mit Kontrasten, wenn zuerst die Schneeflocken zart auf den Boden fallen, ehe ein gewaltiger Graben zwischen Rey und Kylo Ren aufgerissen wird und all die verborgenen Gefühle und Abgründe zum Vorschein kommen, die sich zuvor unter der Schneedecke versteckten. Dieses aufrüttelnde Element greift auch Rian Johnson in dem fantastischen Star Wars 8: Die letzten Jedi auf.

An die Stelle von Schneeflocken treten dieses Mal Feuerfunken, die elegant und erhaben zu Boden fallen, bevor sie ihre gesamte zerstörerische Wirkung entfalten und Snokes Thronsaal in einen apokalyptischen Ort verwandeln, an dem sich die Zukunft der Sternensaga entscheiden soll. Rian Johnson lässt die Figuren Rücken an Rücken kämpfen, die schon zuvor die räumlichen Grenzen überwunden haben.

Star Wars 8: Die letzten Jedi

In Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers greift J.J. Abrams dieses Motiv wieder auf - und liefert uns den ersten Lichtschwertkampf, der verschiedene Welten vor unseren Augen verschmelzen lässt. Fließend sind die Grenzen der Orte, an denen sich Rey und Kylo Ren befinden - doch in Wahrheit geht es hier weniger um die Gestaltung der Umgebung als die Verbildlichung der Ähnlichkeiten beider Figuren sowie ihrer Beziehung.

Lichter, Bewegungen und Emotionen - das ist Kino

Schicksalhaft sind sie miteinander verbunden. Obwohl sie zu Beginn der Sequel-Trilogie kaum gegensätzlicher sein könnten, bewegen sie sich nun wie vor einem Spiegel - und mit jeder Begegnung finden sie mehr über den jeweils anderen heraus, genauso wie wir Zuschauer. Wo stehen sie? Wie hat sich ihr Charakter verändert? Wie gehen sie aufeinander zu? Und wie fügen sie sich in den Hintergrund ein?

Einer der beeindruckendsten Hintergründe der gesamte Saga dürften fraglos die Überreste des zweiten Todessterns darstellen. An die Stelle des Flammenmeers aus Episode 3 tritt die stürmische See, bedrohlich und hoffnungsvoll zugleich. Als würden die Wellen die Vergangenheit aufwirbeln, aber nicht nur mit der zerstörerischen Kraft des Feuermeers von Mustafar, sondern ebenso der versteckten Aussicht auf Erlösung.

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

Wieder erweist sich ein Lichtschwertkampf als beeindruckende Möglichkeit, um die visuellen Eigenheiten des Star Wars-Universum mit einem emotionalen Höhepunkt in der Geschichte zusammenlaufen zu lassen, was in seiner Kombination kaum spektakulärer und mitreißender sein dürfte, ganz zu schweigen von der Energie, die durch jene furiosen Bewegungen entfesselt wird und sich schließlich auf die Figurenkonflikte überträgt.

Abseits davon sehen die Lichtschwertkämpfe in der Sequel-Trilogie einfach unfassbar gut aus. Nicht, dass das in einem der vorherigen Star Wars-Filme je ein Problem gewesen wäre, im Gegenteil. J.J. Abrams und Rian Johnson gestalten ihre Sequenzen mit spezifischen Details dennoch so einnehmend, dass man für einen Moment alles andere vergisst. Ein Rausch aus Lichtern, Bewegungen und Emotionen: Dann ist Star Wars nicht nur Star Wars, sondern pures Kino.

Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers läuft seit dem 18. Dezember 2019 im Kino.

Wie haben euch die Lichtschwertkämpfe in der Sequel-Trilogie gefallen?

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News