Split - Wir erklären das Ende von M. Night Shyamalans Glass-Vorgänger

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Split
14.04.2019 - 10:35 UhrVor 25 Tagen aktualisiert
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M. Night Shyamalans neuster Twist, pardon, Film Split läuft seit Donnerstag in unseren Kinos. Wir erklären euch das Ende und wie es weitergeht.

Achtung, Spoiler und Fantheorien zu Split: Wer aus einem M. Night Shyamalan-Film kommt und sich über die Twists beschwert, wundert sich auch über kaltes Eis. Dieser Mann lebt für die Überraschung, für den Aha-Spezieleffekt am Ende, der die letzten 90 Minuten in einem anderen Licht erstrahlen lässt. Sein neuer Mysterythriller Split punktet seit seinem Start am 26.01. nicht nur an den Kinokassen, sondern auch bei vielen Filmfans, die seit Das Mädchen aus dem Wasser den "guten alten Shyamalan-Filmen" nachtrauern. Warum?

Split mag neben Die Legende von Aang das geradlinigste Drehbuch haben, das der 46-Jährige bisher verfilmt hat, doch die letzte Szene ist pure Shyamalan-Magie. Als würde er im Kino freudig neben dir sitzen und sich an deinem enthusiastischen Gesichtsausdruck laben. Tatsächlich hat niemand geahnt, dass Split ein Sequel zum 17 Jahre alten Unbreakable - Unzerbrechlich ist. Mic drop.

Was bedeutet die letzte Szene in Split?

Achtung, Spoiler zu Unbreakable: Anstatt uns eine Mid- oder Post-Credits-Scene anzutun, lässt M. Night Shyamalan die Bombe in der allerletzten Szene von Split platzen. In einem geschäftigen Diner in Philadelphia (viele seiner Filme spielen dort, auch Unbreakable) läuft eine Nachrichtensendung im Fernsehen. Es wird von der Entführung und Ermordung mehrerer Personen geredet, der wir ZuschauerInnen dem gesamten Film über beiwohnen mussten, und von einem Killer namens Kevin, auch genannt "Die Horde" (James McAvoy), mit vermeintlicher multipler Persönlichkeitsstörung. Er sei auf der Flucht. Eine Frau sagt zu ihren Freundinnen, der Fall erinnere sie an einen anderen mit einem Kerl im Rollstuhl. Wie hieß der noch gleich? Und dann fällt die Kinnlade runter, denn der leibhaftige Bruce Willis lehnt sich am Diner-Tresen ins Bild: "Mr. Glass." In dem Moment stellt M. Night Shyamalan sein eigenes Filmuniversum auf die Beine.

Nein, Bruce Willis' Charakter in Split ist kein Geist, er ist ein Superheld namens David Dunn, Protagonist von Unbreakable und unzerstörbar, ähnlich wie Marvel's Luke Cage. Mr. Glass hingegen ist der in Unbreakable von Samuel L. Jackson dargestellte Bösewicht und Comicliebhaber Elijah Price, der auf der Suche nach seinem unzerbrechlichen Gegenüber Hunderte Menschen auf dem Gewissen hat. Seine Theorie: Wenn es jemanden mit extremer Knochenschwäche wie ihn selbst gibt, muss auch irgendwo ein unverwundbarer Mensch herumlaufen. In der letzten Szene von Split wirft Shyamalan Die Horde, David Dunn und Mr. Glass in ein Universum und lässt uns auf ein Sequel mit allen drei Charakteren hoffen.

Unbreakable - Samuel L. Jackson als Mr. Glass, Bruce Willis als David Dunn

Gab es in Unbreakable schon Anzeichen für Split?

Ja, in der Tat. Ich will M. Night Shyamalan nicht unterstellen, dass er exakt diesen Twist seit 17 Jahren plottet. Doch gab es bereits in Unbreakable Pläne für Die Horde, wie Entertainment Weekly  in einem Interview erfuhr. Das Konzept der Horde als multiple Persönlichkeiten, die ebenso eine unterschiedliche Physis und übermenschliche Stärke zutage fördern, gab es bereits in Shyamalans erstem Entwurf von Unbreakable. David Dunn sollte schon damals gegen eine der Persönlichkeiten der Horde kämpfen, mit Mr. Glass als seinem Mentor. Ein weiterer Aha-Moment: Nun ergibt es auch endlich Sinn, was der kleine Mr. Glass in Kinderschuhen auf seinem ersten Comicheft erblickt:

Unbreakable - Mr. Glass' erstes Comicheft

Das Cover zeigt einen kantigen Superhelden wie Bruce Willis' David Dunn und ein tierisches Biest namens Jaguaro wie die 24. Persönlichkeit von James McAvoys Kevin. Es würde mich nicht überraschen, wenn M. Night Shyamalan dieses Cover in einem potenziellen Sequel wieder aufgreift. Da wundert es ebenso wenig, dass sich die Handlung von Split unter einem Zoo, genauer genommen unter Raubtierkäfigen, zuträgt.

Ein kurzer Ausflug in Fantheorie-Gefilde sei uns gegönnt: Wie Moviepilot.com  anmerkt, erzählt Kevin in Split, dass er seinen Vater das letzte Mal auf einem Bahnhof sah, als dieser in den Zug stieg. War Kevins Vater etwa eines der Opfer bei dem großen Zugunglück zu Beginn von Unbreakable, das David Dunn als einziger überlebte? Hat Mr. Glass Kevins Vater ermordet und somit vielleicht indirekt Die Horde erschaffen?

Dreht Shyamalan als nächstes Split 2 oder Unbreakable 2?

Update am 20.09.2017: Shyamalans Split 2 bzw. Unbreakable 2 trägt den Titel Glass und lief im Januar 2019 in den deutschen Kinos an - wir haben alle Infos zum Sequel. Hier der ursprüngliche Text:

Nicht nur James McAvoy selbst soll begeistert von der Idee sein, wieder mit Bruce Willis zu drehen. Gegenüber EW meinte M. Night Shyamalan weiter, dass er schon eine verworrene Skizze für ein Sequel hätte und definitiv anfangen wird, zu schreiben. In welche Richtung sich das potenzielle Sequel entwickelt und auf wem der Fokus liegt, weiß Shyamalan vielleicht selbst noch nicht genau. Er will den dritten Teil seines Unbreakable-Split-Universums in jedem Fall wieder zu einem eigenständigen Film machen, so wie auch Split in erster Linie davon handelt, wie viel (übermenschliche) Stärke Missbrauchsopfer aufbringen können und müssen, um zu überleben.

Was auch immer M. Night Shyamalan in seinem Schreibzimmer aufs Papier pinselt, hoffentlich müssen wir keine weiteren 17 Jahre auf den Film warten.

Hat euch das Ende von Split überrascht?

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