So viel investiert Amazon in Serien, um Netflix Konkurrenz zu machen

15.03.2018 - 15:20 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Amazon Video
© Amazon
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Ein Bericht von Reuters gibt Aufschluss darüber, wie viel Geld Amazon in die Investion von eigenen wie eingekauften Serien steckt. Wir geben euch einen Überblick.

Amazon investiert fünf Milliarden US-Dollar in Serien, berichtet Reuters  auf Berufung vorliegender, interner Dokumente sowie mit der Materie vertrauter Personen. Dies schließt demnach sowohl Eigenproduktionen als auch den Einkauf von Lizenzen ein. Insgesamt umfasst Amazons Streaming-Dienst Prime aktuell rund 75 Millionen Kunden, wobei die Hälfte allein aus den USA stammt. Allein ein Viertel der Neukunden zwischen Ende 2014 und Anfang 2017 sei auf eigens produzierte Inhalte zurückzuführen. Bis zum berücksichtigten Zeitraum der Datenerhebung Anfang 2017 hätten 26 Millionen Prime-Mitglieder in den Vereinigten Staaten Filme oder Serien angesehen. Netflix erreicht nach eigenen Angaben derzeit 117 Millionen Kunden weltweit.

First streams - So berechnet Amazon den Aufwand für die Gewinnung von Neukunden

Der Bericht enthält überdies Abrufzahlen sowie die Kosten für Neukunden mit Blick auf eine bestimmte Serie. So hätten etwa acht Millionen US-Zuschauer die 1. Staffel des alternativen Historien-Dramas The Man in the High Castle gesehen, die 1,15 Millionen Neukunden angelockt habe. Das Budget inklusive Marketingkosten betrug den Angaben nach 72 Millionen Dollar. Entscheidend bei der Berechnung der Pro-Kopf-Kosten neuer Kunden sind demnach die so genannten "first streams" (s. Grafik ). Diese sagen aus, wie viel es Amazon kostet, ein neues Prime-Mitglied zu erhalten. Dafür teilt der Konzern die Aufwendungen für Produktionen und Marketing durch die Anzahl von Neukunden, die zuerst den entsprechenden Inhalt streamen. Bei The Man in the High Castle liegt dieser Wert bei 63 Dollar. Zum Vergleich: Ein Prime-Jahresabo schlägt in den USA mit 99 Dollar zu Buche. Je niedriger der "first stream"-Wert, desto rentabler die Serie. Die Daten seien vor allem für die Märkte USA, Großbritannien, Deutschland, Österreich und Japan von Bedeutung, da Amazon erst Ende 2016 in weitere Territorien expandierte.

The Man in the High Castle

Strategiewechsel führt Amazon ins Ausland

Um sich in Hollywood zu etablieren, habe sich Amazon für Jahre auf die Produktion von prestigeträchtigen Serien fokussiert, die eine Chance auf Auszeichnungen gehabt hätten und bei der Kritik gut angekommen seien. Als Beispiel nennt Reuters die mit acht Emmys ausgezeichnete Serie Transparent um einen Transgender-Vater und seine Familie. Den Dokumenten zufolge habe diese mit Staffel 1 allerdings nur die Hälfte an Zuschauern generiert, wie The Man in the High Castle. Überdies fielen die Quoten mit der 3. Staffel auf 1,3 Millionen US-Zuschauer, heißt es weiter. Derzeit arbeitet Amazon an Drama-Serien und Spin-offs, die vor allem außerhalb der Vereinigten Staaten Zugkraft hätten, da hier ein potenziell größeres Prime-Wachstum möglich sei. Hierzu könnte die im November angekündigte Prequel-Serie zu Der Herr der Ringe gehören, deren Lizenzkosten allein 250 Millionen Dollar betrugen und mitsamt Produktions- wie Werbekosten auf 500 Millionen Dollar oder mehr ansteigen könnte. Amazon äußerte sich bisher nicht zu dem Bericht.

Was sagt ihr zum Investionsbericht über Amazon?

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