Schadenfreude

Romy Schneider Projekt mit Catterfeld ist geplatzt!

27.07.2009 - 12:07 Uhr
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© Foto: AP - Bearbeitung: Moviepilot
Hallelujah! Wir bleiben vorerst verschont von einer Romy Schneider Biographie mit Yvonne Catterfeld in der Hauptrolle. Moviepilot-Autor Cabuflé erwägt, doch wieder an Gott zu glauben.

Das war ein Schock! Vor über einem Jahr hieß es, ein Film über Romy Schneider sei geplant, was schon reichlich Anlass zur Sorge gab, denn erfahrungsgemäß sind deutsche Biopics über deutsche Leinwandlegenden ganz, ganz großer Mist. Und binnen kürzester Zeit wurden unsere schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen, denn die Titelrolle in Romy sollte keine Geringere spielen als Yvonne Catterfeld. Ich war selbstverständlich nicht dabei, als diese Entscheidung fiel, stelle mir das Gespräch aber ungefähr so vor:

Sagt der Produzent zum Regisseur: “Hier ja, die Catterfeld, guck ma’ die hat auch diese süße Stupsnase und so Wangenknochen wie die Schneider.” Der Regisseur – gerade verzweifelt die letzten Koksreste von seiner Kreditkarte leckend – schaut kurz auf und brummelt “Phh, Hmm, wer? Catterfeld? Kann die den schauspielen? Na egal, passt schon. Ich bin dabei. Hauptsache ich krieg mein Geld pünktlich.” Alle jubeln. Eine Runde Champagner aufs Haus – hier wurde soeben der Besetzungscoup des Jahrtausends gelandet!

Jetzt berichtet die Bildzeitung, Catterfeld sei aus dem Projekt raus und zitiert die – hmpf, na nennen wir sie “Schauspielerin” – wie folgt: “Mittlerweile stellt sich heraus, dass der deutsche Produzent nicht einmal mehr die Rechte für die Verfilmung hat – weder von Romys Ex-Mann Daniel Biasini noch von ihrer Tochter Sarah.”

Das überrascht mich nicht. Wer Catterfeld als Schneider besetzt, dem fehlt es an deutlich mehr als nur irgendwelchen Verwertungsrechten. Das fängt vielmehr bei so simplen Dingen wie gesundem Menschenverstand oder ästhetischem Bewusstsein an. Wenn es darum geht, eine der eloquentesten, begabtesten und verdammt noch mal verführerischsten Frauen des vergangenen Jahrhunderts darzustellen, könnten manche Menschen auf die Idee kommen, so alberne Sachen wie Ausstrahlung, Talent oder Charakter könnten wichtiger sein als oberflächliche optische Ähnlichkeit und B-Promistatus. Ich bin seit einigen Jahren überzeugter Atheist, aber dass uns diese cineastische Leichenschändung der ganz besonderen Art erspart blieb, lässt mich wünschen, es gäbe einen Gott, dem wir dafür danken können. In Ermangelung dessen hiermit ein dreifaches Hoch auf den französischen Co-Produzenten des Romy-Films, Raymond Danon, der offenbar kurzfristig zur Vernunft kam und sich mit seinem Geld aus dem Projekt verabschiedete, was die Produktion vorerst lahmlegte und Catterfeld zum Ausstieg bewog.

Danke Raymond!

Bereits abgedreht ist allerdings ein TV-Film über Romy Schneider mit Jessica Schwarz in der Hauptrolle. Die ist immerhin eine bessere Schauspielerin als Catterfeld. Das gilt allerdings auch für die beiden Meerschweinchen meiner kleinen Schwester. War wohl doch nichts mit deiner Existenz, Gott, was?

Und was meint ihr: Stimmt ihr mit unserem Autor Cabuflé überein oder ist es schade, dass sich die Catterfeld aus dem Projekt verabschiedet hat?

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