One Piece-Sprecher klärt hartnäckigen Zorro-Mythos auf

Zorro in One Piece: Stampede
© Eiichiro Oda/2019 One Piece production committee
Zorro in One Piece: Stampede
21.02.2020 - 15:10 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Zorro ist seit Beginn des One Piece-Abenteuers einer der zentralen Eckpfeiler der Geschichte. Nun hatten wir die Gelegenheit, mit seinem deutschen Sprecher zu reden.

Inzwischen hat sich One Piece: Stampede, das ultimative Klassentreffen des weltweit überaus erfolgreichen Anime-Franchise, wieder aus unseren Kinos verabschiedet. Doch anlässlich des Starts der deutschen Fassung des Films hatten wir die Gelegenheit, mit Zorro-Sprecher Uwe Thomsen ein Interview zu führen und darin unter anderem über seine bisherigen Erfahrungen mit der Rolle des starken Schwertkämpfers zu sprechen.

Neben Herrn Thomsen stand uns zudem sein Kollege Hubertus von Lerchenfeld, welcher seit den One Piece-Anfangstagen Sanji seine Stimme leiht, für ein Interview zur Verfügung. Dieses findet ihr in einem eigenen Artikel.

Uwe Thomsen über das Erbe der Zorro-Rolle und seine Anfangszeit mit dieser

Über 400 One Piece-Episoden hinweg lieh Synchronschauspieler Phillip Brammer dem Schwertkämpfer der Strohhut-Bande, Lorenor Zorro, seine markige Stimme. Im Jahre 2014 verstarb er und seit Episode 401 hören wir Uwe Thomsen als Sprecher des Charakters, was uns zu den folgenden Fragen bringt.

Moviepilot: Wenn bereits etablierte Charaktere neue Sprecher bekommen, im Falle von Zorro aus tragischen Gründen, melden sich oft kritische Stimmen aus der Community zu Wort. Was waren in Ihrer Anfangszeit als Zorro Ihre Erfahrungen mit den deutschen One Piece-Fans und hat sie sich über die Jahre etwas geändert?

Uwe Thomsen: Kurz zu den tragischen Gründen. Der Mythos hält sich ja hartnäckig, die Rolle Zorro wurde aber nicht erst mit dem Tod von Phillip (Brammer, Zorros erster deutscher Sprecher) frei. Er hatte sie schon ca. ein Jahr zuvor freiwillig abgegeben. Bis ich die Rolle hatte, verging wiederum ein halbes Jahr, letztendlich hatten wir die komplette nächste Staffel aber schon aufgenommen, bevor er verunglückt ist. Die Folgen 401 und 402 waren bereits als Preview gelaufen. Mit meiner Stimme. Nur um das mal richtig zu stellen, auch wenn es eigentlich kaum etwas zur Sache tut.

Zu Beginn war das Feedback auf den Sprecherwechsel ziemlich durchmischt. Etwas 50/50 würde ich sagen. Nur waren die Nörgler natürlich wie immer lauter. Da war von 'seine Stimme ist hässlich' bis hin zu 'verbrennt ihn' so ziemlich alles dabei. Mit der Zeit hat sich das, denke ich, etwas zu meinen Gunsten verschoben und wir dürften inzwischen bei etwa 75% zufriedenen und leisen und 25% von Leuten liegen, denen ich es nicht recht machen kann, weil ich nun mal nicht Phillip bin. Ich kann also ganz zufrieden sein, schätze ich.

Zorro kämpft gegen Falkenauge

Moviepilot: Da Zorro bereits ein so etablierter Charakter war, der auch einiges durchgemacht hatte, war es vermutlich eine besondere Herausforderung, ihn zu sprechen. Hat Ihnen die Rolle zu Beginn Respekt eingeflößt? Und gibt es vielleicht etwas, das Ihnen am Charakter besonders imponiert hat?

Uwe Thomsen: Respekt hatte ich durchaus. Ich wusste ja von der Größe des Franchise und der Wichtigkeit der Rolle. Und in die Fußstapfen von einem großartigen Kollegen zu treten ist immer eine Herausforderung. Gerade nach 400 Folgen und elf Kinofilmen, in denen es Phillip war. Besonders imponiert hat mir womöglich gerade zu Beginn Zorros katastrophal schlechter Orientierungssinn.

Uwe Thomsen verrät, was ihm an One Piece: Stampede besonders gut gefiel

Natürlich wollten wir auch von Herrn Thomsen erfahren, was er vom mittlerweile 13. Leinwand-Abenteuer der Strohhut-Piraten hält. Bereits während einer kleinen Fragerunde im Anschluss an die Premiere der deutschen Stampede-Fassung verriet er kurz und knapp sein persönliches Highlight des Anime-Films: "Der Kampf gegen Fujitora, was soll ich sagen?"

Moviepilot: Apropos Stampede - was gefällt Ihnen besonders gut an diesem Film und was macht er besser als die vorherigen Kinofilme?

Uwe Thomsen: Der Film hat schon deutlich andere Ausmaße als die Serie. Und das macht sich in allen Belangen bemerkbar. Beim Bild, beim Ton, bei der Animationsqualität. Mir gefällt besonders der neue Animationsstil. Der macht diesen Film seinen Vorgängern überlegen.

Zorro vs. Admiral Fujitora

Das Ende unseres Interviews: Ein Arrowverse-Exkurs und die ewige Frage

Unser Interview neigt sich bereits seinem Ende entgegen, doch zwei Fragen hatten wir dann doch noch an Herrn Thomsen, wobei uns eine von One Piece wegführt ins weit entfernte Arrowverse, in welchem er in der 5. Staffel von Arrow einem besonderen Charakter seine Stimme lieh.

Moviepilot: Ein kurzer DC-Exkurs: In Arrow sprachen Sie mit Prometheus einen durchtriebenen und komplexen Bösewicht. Was macht Ihnen mehr Spaß, die Rolle eines Helden wie Zorro oder die eines Schurken - und warum?

Uwe Thomsen: Na schön, erwischt. Mir liegen die Schurken dann doch etwas mehr am Herzen. Die sind meist einfach etwas komplexer gezeichnet. Gerade im Falle von Adrian Chase war das eine spannende Angelegenheit. Weil am Anfang war ja nicht mal klar, dass er der große Bösewicht der Staffel und nicht einfach nur der neue Bezirksstaatsanwalt ist.

Des Weiteren wollten wir ihm noch eine Antwort auf eine ewige Sanji-Zorro-Frage entlocken. Für seinen Kollegen, Sanji-Sprecher Hubertus von Lerchenfeld, eine glasklare Angelegenheit, "weil der säbelschwingende Spinatkopf nichts in Selbigem beherbergt [...]."

Zorro vs. Sanji

Moviepilot: Zum Ende noch eine kurze Frage: Zorro hat immer wieder Streitereien mit einem gewissen "Löffelschwinger". Was glauben Sie, wer stärker ist, Sanji oder Zorro - und wieso?

Uwe Thomsen: Zorro. Ganz klar. Da kann Sanji noch so sehr mit seinen Füßen rumfuchteln, gegen den Drei-Schwerter-Stil hat er nicht den Hauch einer Chance.

Was haltet ihr von Uwe Thomsens Aussagen zu One Piece?

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