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Cannes 2014

Öde Mittelmäßigkeit in Michel Hazanavicius' The Search

22.05.2014 - 09:21 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Bérénice Bejo in The Search
© Warner Bros.
Bérénice Bejo in The Search
Beim Filmfestival in Cannes präsentierte Michel Hazanavicius seinen aktuellen Film The Search. Doch er konnte die Kritiker nicht so begeistern, wie er es vor drei Jahren mit The Artist getan hatte. Wir haben einen Presseüberblick für euch.

2011 schickte Michel Hazanavicius seinen Film The Artist ins Rennen um die Goldene Palme in Cannes. Der französische Regisseur gewann den Preis zwar nicht, dafür wurde Hauptdarsteller Jean Dujardin als bester Darsteller ausgezeichnet – und dieser Preis sollte nicht der einzige sein. So wurde The Artist unter anderem mit einem Oscar als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Ob Michel Hazanavicius mit seinem aktuellen Film The Search einen ähnlichen Erfolg haben wird, ist fraglich. Die Kritiker bei den Filmfestspielen zeigten sich jedenfalls nicht gerade begeistert.

Worum geht es in The Search?
The Search ist ein historisches Drama, das sich an Die Gezeichneten von Fred Zinnemann orientiert. Erzählt wird von der NGO-Mitarbeiterin Carole (Bérénice Bejo), die sich im kriegsgebeutelten Tschetschenien im Jahr 1999 mit einem kleinen Jungen anfreundet, dessen Eltern ermordet wurden. Was die beiden nicht wissen: Zur gleichen Zeit sucht die ältere Schwester des Jungen unermüdlich nach ihm unter den vielen Flüchtlingen im Land.

Und was sagen die Kritiker?
In Die Welt hätte sich Hanns-Georg Rodek gewünscht, dass Michel Hazanavicius sich auf ein paar Erzählstränge weniger konzentriert hätte. Der Regisseur schafft es nicht, sie alle zusammenzuführen, weshalb der Film “zerfasert”. Lobend stellt der Kritiker hingegen fest, dass der Film einen “enormen Echtheitsaufwand” betrieben hat.

Für Variety stellt Justin Chang fest, dass The Search eine “zermürbende, schwerfällige, zweieinhalb Stunden dauernde humanitäre Abhandlung ist, die unter dem Gewicht seiner eigenen moralischen Entrüstung zerbricht.”

The Search hat durchaus seine “starken Szenen und zu Herzen gehende Momente”, schreibt Peter Bradshaw für The Guardian. Der Kritiker ärgert sich jedoch über Bérénice Bejos Rolle, die “langweilig und selbstgefällig ist, noch ärgerlicher ist jedoch die Rolle von Annette Bening.”

Guy Lodge (In Contention) mag es direkt, er fragt: “Was ist das für ein Scheiß?”. Der Kritiker kann nicht glauben, dass dieses “steife, schwerfällige, humanitäre Drama” der Nachfolgefilm zum wunderbaren The Artist ist. Zudem ist The Search der Beweis dafür, dass auch gute Absichten zu “eintöniger Mittelmäßigkeit” führen können.

Mike D’Angelo (The Dissolve) findet, dass Michel Hazanavicius “zweifellos aufrichtig ist, aber Subtilität ist nicht gerade seine Stärke, gelinde gesagt. The Search überrollt seine dünn konzipierten Charaktere wie ein russischer Panzer.”

Weitere internationale Kritiken zu The Search gibt es auf fandor. Eine Übersicht über die deutschen Kritiken zu Michel Hazanavicius’ Film findet ihr bei film-zeit.

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