Neu bei Netflix: Dieses Fantasy-Spektakel ist eine blasse Harry Potter-Kopie

Fate: The Winx Saga
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Fate: The Winx Saga
22.01.2021 - 08:00 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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Auf Netflix ist die Fantasyserie Fate: The Winx Saga gestartet. Diese interpretiert die Zeichentrickserie Winx Club als düstere Teenieserie neu. Aber kann die Mischung aus Harry Potter und Riverdale überzeugen?

Euch kommt der Titel der neuen Netflix-Serie Fate: The Winx Saga vertraut vor? Das könnte daran liegen, dass es sich hierbei um die Live-Action-Verfilmung der beliebten italienischen Zeichentrickserie Winx Club handelt. Diese Neuinterpretation hat bis auf das Thema Feen an einer magischen Schule aber nur wenig mit der Vorlage gemein und ist erschreckend düster.

Auf Netflix gibt es nun die von The Vampire Diaries-Autor Brian Young erschaffene Serie Fate: The Winx Saga komplett zu streamen. Ob sich die Fantasyserie, die mehr als einmal an Harry Potter und Riverdale erinnert, für euch lohnt, erfahrt ihr hier im Seriencheck.

Binge-Daten zu Fate: The Winx Saga bei Netflix

  • Folgen-Anzahl: 6 Episoden
  • Länge: 46 bis 53 Minuten (insgesamt 5 Stunden)
  • Für Fans von: Harry Potter, Riverdale, Ragnarök, The Vampire Diaries

Fate The Winx Saga: Netflix macht Harry Potter zur Feen-Fantasy

Wenn ich Fate: The Winx Club in einem Satz beschreiben müssten, wäre es: Harry Potter, aber mit Feen, WhatsApp-Gruppenchats und Instagram.

Schon die 2004 gestartete Zeichentrickvorlage ließ sich stark von Harry Potters Hogwarts-Abenteuern und Anime-Serien wie Sailor Moon inspirieren. Diese Adaption klammert nun sämtliche Magical Girl-Elemente und die damit einhergehende überfrachtete Mythologie aus und ersetzt diese mit düsterem Teendrama à la Riverdale.

Schaut den Trailer zur Netflix-Serie Fate: The Winx Saga:

Fate The Winx Saga - S01 Offizieller Trailer (Deutsch) HD
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Die Handlung spielt an der renommierten Schule Alfea in der Anderswelt, an der magische Feen (die übrigens keine Flügel haben) und nebenan zukünftige Soldaten (sogenannte Spezialisten) unterrichtet werden. Ganz im Sinne von Hogwarts, das in der Serie sogar referenziert wird, ist die Schule von einer magischen Barriere sowie einem verbotenen Wald umringt.

Hier folgen wir der jungen Feuer-Fee Bloom (Abigail Cowen aus Chilling Adventures of Sabrina) und ihren Feen-Freundinnen, die mehr mit Liebesproblemen und Rivalitäten beschäftigt sind als mit ihren Hausaufgaben in Kräuterkunde. Als nach 16-jähriger Abwesenheit die blutrünstigen Verbrannten wieder auftauchen, wird Bloom direkt eine Verschwörung um ihre eigene Herkunft hineingezogen.

Fate The Winx Saga: Eine typische Teenie-Serie von Netflix

Wie wir es von Netflix gewohnt sind, setzt auch Fate einen starken Fokus auf den Teenie- und Coming of Age-Aspekt der Serie. Schnell lernen wir die 5 zentralen Feen mit all ihren klischeehaften Eigenheiten, Marotten, Fähigkeiten und heimlichen Schwärmereien kennen und lieben - ebenso die restliche und unverschämt attraktive Schüler- und Lehrerschaft von Alfea.

Fate The Winx Saga

Während dem Teendrama viel Platz eingeräumt wird, kommt auch der Magie-Anteil nicht zu kurz. Das übergeordnete Mysterium um die Zombie-ähnlichen Verbrannten und die dunklen Geheimnisse der Schulleiterin Farah Dowling (die noch verschwiegener als Dumbledore ist) treiben die Handlung recht flott voran.

Fate ist keineswegs zahme Teenie-Fantasy-Kost. Die Angriffe der Monster haben mitunter äußerst brutale und blutige Ausmaße, was im Verlauf der 6 Episoden den Body Count in die Höhe schießen lässt.

Erwartet hier aber kein zweites Riverdale oder The Vampire Diaries. Klischeehafte Figuren, so einige Cringe-Dialoge über Sex ("An wen denkst du, wenn du dir einen runterholst?") sowie eine recht fragwürdige LGBTQ-Storyline hinterlassen einen faden Beigeschmack. Das kann Netflix eigentlich besser.

Fate The Winx Saga auf Netflix hat ein großes Fantasy-Problem

Die Mythologie von Fate ist an sich sehr interessant gestaltet. Neben der unseren Welt gibt es noch eine magische Welt mit sieben Königreichen und einer magischen Privatschule. An dieser wird die zukünftige und verschiedensten Elementen zugehörige Feen-Elite des Landes trainiert. Daraus resultiert aber auch das größte Problem der Serie: Wir sehen nichts von dieser groß aufgebauten Welt.

Die Handlung der 6 Episoden beschränkt sich komplett auf das Schulgelände von Alfea und die umliegenden Wälder und grünen (irischen) Wiesen, auf denen es immer zu regnen scheint. Visuell hat Fate mit den ewig gleichen Innenräumen nur wenig zu bieten und wirkt unnötig intim und oft billig. Zu selten sind eindrucksvolle Schauwerte wie mächtige Zauberattacken und spannende Kämpfe.

Fate The Winx Saga

Obwohl uns viel von der magischen Anderswelt erzählt wird, bekommen wir zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl dafür, wie diese überhaupt aussieht und welche magischen Geschöpfe diese bewohnen. Die Verbrannten bleiben die einzigen Magie-Monster, die wir neben den Feen zu Gesicht bekommen - und die sehen nicht mal gut aus.

Für Fans, die mit der Zeichentrickvorlage aufgewachsen sind, könnte Fate zur großen Enttäuschung werden. Die komplexe Mythologie wurde fast bis zu Unkenntlichkeit eingedampft. Erst im epischen Finale, das ich hier nicht spoilern will, schlägt die Serie neue, interessante und grausame Richtungen ein - aber dann ist die Staffel auch schon vorbei.

Die 1. Staffel von Fate: The Winx Saga ist seit dem 22. Januar 2021 auf Netflix als Stream verfügbar. Als Grundlage für diesen Seriencheck dienten alle 6 Episoden.

Habt ihr Fate: The Winx Saga schon auf eurer Merkliste?

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