Nach Val Kilmers Tod bricht euch die berührendste Szene in Top Gun: Maverick jetzt erst recht das Herz

04.04.2025 - 16:47 UhrVor 6 Stunden aktualisiert
Top Gun: Maverick
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Als Val Kilmer vor drei Jahren in Top Gun: Maverick als Iceman zurückkehrte, wusste niemand, dass es sein letzter Leinwandauftritt sein würde. Nach seinem Tod erhält sein Cameo zusätzliches Gewicht.

Gestern erreichte uns die traurige Nachricht von Val Kilmers Tod. Der aus zahlreichen Hollywood-Filmen bekannte Schauspieler verstarb am 1. April 2025 im Alter von 65 Jahren. Aus dem Filmgeschäft hatte er sich schon länger zurückgezogen. Grund dafür war der Kampf gegen Kehlkopfkrebs, den Kilmer in den vergangenen Jahren ausgetragen hat. Sein letzter Auftritt vor der Kamera fand in Top Gun: Maverick statt.

Die Fortsetzung zu Tony Scotts Action-Klassiker von 1986 geisterte mehrere Dekaden durch Hollywood, ehe das Projekt Ende der 2010er Jahre unter Regisseur Joseph Kosinski konkret wurde. Schon damals war fraglich, ob Kilmer an der Seite von Hauptdarsteller Tom Cruise auftauchen würde. Manche Gerüchte pochten auf seine Beteiligung, andere sagten, dass der von ihm verkörperte Iceman kein Teil der Geschichte sei.

Val Kilmer kehrte vor drei Jahren für eine herzzerreißende Szene in Top Gun: Maverick zurück

Als Top Gun: Maverick vor drei Jahren ins Kino kam, drehte sich alles um das Vermächtnis des Originals. Cruise kehrte als Maverick zurück, der eine neue Generation an Pilot:innen ausbildet und in diesem Zuge mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Ein wichtiger Teil dieser Vergangenheit ist auch Iceman, der in der Fortsetzung zwar keine tragende Rolle spielt, aber für den berührendsten Moment des Films vorbeischaut.

Schon in den ersten Minuten waltet der Schatten von Kilmers Figur über dem Film, wenn es heißt, dass Maverick das Überleben seiner Karriere einem alten Freund zu verdanken hat, der in die oberste Führungsriege beim US-Militär aufgestiegen ist: Mavericks Rückkehr zur Top-Gun-Schule wurde von Admiral Tom Kazansky aka Iceman in die Wege geleitet. Dort trifft der waghalsige Pilot auf Bradley "Rooster" Bradshaw.

Rooster entpuppt sich als der Sohn des im ersten Teil verstorbenen Piloten Nick "Goose" Bradshaw. Maverick, der sich für den Tod von Goose verantwortlich fühlt, will Rooster auf keinen Fall auf eine gefährliche Mission schicken, bei der dieser ebenfalls ums Leben kommen könnte. Als es zur Auswahl des Flieger:innen-Teams kommt, wendet er sich Hilfe suchend an Iceman, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat.

Icemans Rückkehr: Ein nachdenklicher Augenblick zwischen all der explosiven Flieger-Action

In einem Film, der von adrenalingeladener Action lebt, sorgt das Wiedersehen der von Iceman und Maverick für einen der wenigen ruhigen Momente, in denen er völlig in sich gekehrt sein kann. Das Kreativteam hinter Top Gun: Maverick, der oft für seine dick aufgetragene Militärpropaganda kritisiert wird, beweist beachtliches Feingefühl im Umgang mit den Figuren und ihren Schauspielern, gerade im Hinblick auf Kilmer.

Entgegen der Gesinnung des gegenwärtigen Blockbuster-Kinos, in dem es bei Cameos meistens nur darum geht, so viel so spektakulär wie möglich abzuliefern, erweist sich Icemans Rückkehr als überlegter Augenblick. Mit unerwarteter Eleganz wird Iceman in einem Schlüsselmoment des Films verankert, der sich darüber hinaus würdevoll im Einklang mit Kilmers Gesundheitszustand befindet.

Da Kilmer schon während der Dreharbeiten das Reden schwergefallen ist und er eine elektrische Sprechhilfe nutzte, tippt Iceman seine Worte in einen Computer, um mit Maverick zu kommunizieren. Erst später, als die Szene ihren emotionalen Höhepunkt findet, erklingt Kilmers brüchige Stimme. Iceman gibt seinem Freund einen letzten Ratschlag mit auf den Weg, ehe sich die beiden zum Abschied necken.

Der Iceman-Abschied in Top Gun: Maverick ist jetzt auch der Abschied von Val Kilmer im Kino

Eine unheimlich nuancierte Szene, die eindrucksvoll auf dem schmalen Grat zwischen Pathos und rohen Gefühlen balanciert – und ein Bewusstsein für Kilmers damalige Verfassung besitzt, ohne aufdringlich, unaufrichtig oder verkrampft zu wirken. Entgegen dem kalten Metall der Kampfjets, die in Höchstgeschwindigkeit kreischend durchs Bild jagen, übernimmt versöhnliche Wärme das Erzählen.

Kilmers kurzer Auftritt war eine der schönsten Überraschungen, als Top Gun: Maverick im Sommer 2022 die Leinwand eroberte. Fünf dermaßen zärtlich und nachdenklich umgesetzt Minuten, die das mechanische Desinteresse der aktuellen Cameo-Kultur im Vorbeigehen entlarven. Hier geht es in erster Linie um Empathie und nicht darum, mittels Nostalgie und Fanservice schnelle Punkte beim Publikum zu sammeln.

Nach Kilmers Tod erhält dieser kostbare Moment zusätzliches Gewicht. Wenn Iceman auf Mavericks Flüstern "It's time to let go" antwortet, durchbricht der Film eine ungeahnte emotionale Schallmauer. Top Gun: Maverick steht nun als letzter Eintrag in Val Kilmers Filmografie. Er markiert nicht länger nur den Abschied der Figur, sondern auch von dem Schauspieler, der mit der Rolle vor vier Dekaden zum Weltstar wurde.

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