Messiah: Kontroverse Netflix-Serie soll in einem Land verboten werden

07.01.2020 - 14:30 Uhr
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Messiah - S01 Trailer (Deutsche UT) HD
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© Netflix
Messiah
Jordanien fordert von Netflix, seine neue Serie Messiah nicht in dem Land zu streamen. Hintergrund sind religiöse Bedenken. Dagegen verteidigt sich der Streaming-Dienst.

Es kommt, wie es kommen musste. Jordanien fordert von Netflix, dessen neue Serie Messiah nicht in dem arabischen Königreich zu zeigen. Dabei hatte der überwiegend muslimisch geprägte Staat den Titel noch 2018 unterstützt. Teile der Serie wurden in Jordanien gedreht. Zudem erhielt die Produktion Steuererleichterungen.

Nun folgte die Kehrtwende: Messiah könne religiöse Gefühle verletzen und damit gegen Gesetze verstoßen, erklärte Mohannad al-Bakr, Chef der Royal Film Commission of Jordan (RFC), auf einer Pressekonferenz Ende Dezember. Netflix verteidigt sich dagegen.

Gefahr der Religionsverletzung: Das sagt Jordanien zur Netflix-Serie Messiah

Deadline  berichtete bereits am Montag vergangener Woche unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass die RFC vor den später gewährten Dreharbeiten und Steuervergünstigungen Inhaltsangaben der Messiah-Folgen geprüft habe. In der vor wenigen Tagen veröffentlichten Stellungnahme betonte Jordanien laut CinemaBlend  zwar, dass die Serie und ihre Charaktere "rein fiktional" seien.

Gleichwohl seien ihre Inhalte nicht vereinbar mit der Religion und potenziell daraus folgenden Gesetzesverstößen in dem Land. In der Erklärung heißt es (Auszug):

Dennoch glaubt die RFC, dass der Inhalt der Serie in hohem Maße so wahrgenommen oder interpretiert werden könnte, dass sie die Unantastbarkeit der Religion verletzt und deshalb möglicherweise gegen Gesetze in dem Land verstoßen könnte.
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Man stehe "entschieden zu seinen Prinzipien, insbesondere dem Respekt für die kreative Freiheit", heißt es im Statement zu Messiah weiter. Letztlich könne die Kommission als "öffentliche und verantwortliche Institution" aber keine Botschaften "billigen oder ignorieren", die "grundlegende Gesetze" des Königreichs übertreten.

"Ein Werk der Fiktion": Netflix verteidigt Messiah

Gegenüber Deadine gab ein Netflix-Sprecher unterdessen eine Stellungnahme zur Causa Messiah und Jordanien ab. Darin betont der Streaming-Dienst ebenfalls den fiktiven Charakter des Stoffes sowie die Entscheidungsfreiheit des einzelnen Zuschauers:

Messiah ist ein Werk der Fiktion. Es basiert nicht auf irgendeinem Charakter, einer Figur oder Religion. Alle Netflix-Serien enthalten Bewertungen und Informationen, um Mitgliedern dabei zu helfen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen hinsichtlich dessen, was richtig für sie und ihre Familien ist.
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Eine formelle juristische Aufforderung, Messiah nicht in Jordanien zu zeigen, habe das Unternehmen nicht erhalten, wie ein Netflix-Sprecher angedeutet habe. Unterdessen heißt es von Seiten der jordanischen Filmkommission, dass in den vergangenen Monaten daran gearbeitet worden sei, seine Richtlinien zu überdenken.

Man sei zu dem Schluss gekommen, dass die RFC "ihr Regelwerk ändern wird in Bezug auf Produktionen, die in Jordanien gedreht werden, um sicherzustellen, dass der Inhalt die Gesetze des Landes nicht bricht."

Für Messiah ist Michael Petroni (Die Chroniken von Narnia 3: Die Reise auf der Morgenröte) verantwortlich. In der Rolle des mutmaßlichen Gottessohns ist der belgische Schauspieler Mehdi Dehbi (A Most Wanted Man) zu sehen.

Die u.a. aus True Detective und der Mission: Impossible-Reihe bekannte Michelle Monaghan spielt eine CIA-Agentin, die im Fall des angeblichen Erlösers ermittelt. Bereits dessen Rollenname Al-Masih sorgte für Diskussionen, da er im Arabischen für Messias steht.

Alle 10 Folgen von Messiah stehen Netflix-Abonnenten seit dem 1. Januar 2020 zur Verfügung.

Netflix-Serie Messiah soll nicht in Jordanien gezeigt werden: Was sagt ihr zu dem Fall?

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