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Zahmer Stiefpapa

Mehr Blut täte gut - The Stepfather

31.12.2009 - 08:50 Uhr
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Der böse Stiefvater
© Sony
Der böse Stiefvater
Es ist schon seltsam, wenn gerade die Kritiker der konfessionellen Filmseiten nach mehr Blut schreien. Doch ist das Remake des Psychothrillers The Stepfather von 1986 wirklich so blass?

Wer erinnert sich nicht an die Märchen der Gebrüder Grimm, in denen beinahe immer eine Stiefmutter die Rolle des Bösewichtes übernehmen musste. Noch heute hat die Vorsilbe “Stief-” einen sehr negativen Beiklang. Daher reden die Leute lieber von Patchwork-Familien, das klingt so schön nach Bastel-Nachmittagen. Auch in Filmen ist Papas Neue zwar manchmal zickig, aber doch nicht böse. Wenn der Neue ein Stiefvater ist, dann steht der Plot meist schon fest: Er wird zunächst nicht ernst genommen, kann sich dann aber durch lustige Back-Abenteuer und Windelunfälle in die Herzen der Kinder albern.

So ähnlich beginnt das Original von The Stepfather – Kill, Daddy, Kill. Auch im Remake des Psychothrillers von 1986 Stepfather, der heute in die Kinos kommt, stellt die Mutter (Sela Ward) ihrem Sohn (Penn Badgley) einen neuen Ersatzvater vor. Dann allerdings stellt sich heraus, dass der Argwohn der Jungen mehr als gerechtfertigt ist: Der Neue (Dylan Walsh) ist leider ein psychopathischer Serienmörder.

Patrick Seyboth misst auf epd-Film die Qualität des Remakes Stepfather am Original: “Von dessen satirischer Schärfe und innerer Spannung bleibt hier jedoch nur ein Abglanz. Was womöglich als Aktualisierung des Stoffes gedacht war, wirkt vor allem als Glättung – und als Anbiederung an ein jugendliches Publikum. Unangenehm sind vor allem die gefälligen Popsongs, die sinn- und ziellos über den Film verteilt sind. […] Statt der Dekonstruktion von Bigotterie und Harmoniesucht: leidlich spannendes und stets konsensfähiges Handwerk.”

Auch Jörg Gerle vom film-dienst ist vom Remake Stepfather enttäuscht: “Motivierte im 1987er-Original noch die bedingungslose Bewahrung des schönen Familienscheins eine interessante Täterfigur, herrscht hier schlichtes, sinnfreies Morden vor; alles unter dem praktischen Deckmäntelchen des Wahnsinns, das alle Erklärungen nivelliert. Wesentlich erschreckender als der Film ist es denn auch zu sehen, wie hier einmal mehr ein intelligenter Horror-Plot aus den 1980er-Jahren für einen simplifizierten Publikumsgeschmack glatt gebürstet wird. Herausgekommen ist dabei eine äußerst schale Variante, in der neben der fehlenden Logik sogar die Schockeffekte Mangelware sind”.

Lediglich Wing von Ultimo auf Draht gefällt die Geschichte von Stepfather um “einen nahezu motivlosen Serienkiller, der brüchige Tarngeschichten erzählt und jeden umbringt, der ihm in seiner neuen Identität auf die Schliche zu kommen droht. Das funktioniert zeitlos, erschöpft sich aber bald im Abschlachten erwartbarer Plot-Points. Die meistert der Regisseur Nelson McCormick allerdings allesamt untadelig und in effektiv anziehendem Tempo. Kann der Böse auch den dritten Entdecker noch einmal zum Schweigen bringen? Kann er verräterische Handy- und Email-Spuren hastig wegmanipulieren, während der Hammer schon fällt? Kommt das sich lange ankündigende Klischee-Gewitter wirklich passend zum Showdown in der zerbrechenden heilen Welt an? Gucken!”

Wer von Euch dieser Aufforderung folgen will, der kann in unserem Kinoprogramm herausfinden, wo Stepfather in Eurer Nähe läuft.

Hier noch als kleiner Vorgeschmack der Trailer zu Stepfather:

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