Am 10. August debütierte Netflix' Insatiable mit einem vernichtenden Presse-Echo. In der von Lauren Gussis erschaffenen Dramedy-Serie lässt Anwalt Bob Armstrong (Dallas Roberts) seinen Job hinter sich, um fortan als Coach für Schönheitswettbewerbe zu arbeiten. Im Zuge dessen greift er der wegen ihres einstigen Übergewichts gemobbten Teenagerin Patricia Bladell (Debby Ryan) unter die Arme, die sich an ihren Peinigern rächen will. Der Umgang mit manchen Themen ging einigen Kritikern zu weit. Doch hält dies den Streaming-Dienst von einer 2. Staffel ab?
Insatiable erhitzte schon früh die Gemüter
IndieWire weist in diesem Zusammenhang auf die 1. Folge von Insatiable hin, in der innerhalb weniger Minuten ein nicht bei allen gut angekommener Witz eingestreut wurde und die Serie früh ins Kreuzfeuer geriet. Hierin meint Anwalt Bob, der sich dem Vorwurf des sexuellen Übergriffs auf eine Minderjährige ausgesetzt sah, dass die Behauptung, das Opfer habe sich den Vorfall nur ausgedacht, fast genauso schlimm wie die Tat selbst sei. Bereits nach Veröffentlichung des ersten Trailers entflammte eine Kontroverse um Fat-Shaming, woraufhin bei Change.org eine Petition für eine Absetzung ins Leben gerufen wurde. Für die Schöpferin grenzt der Backlash dagegen an Zensur.
Netflix schert sich nicht um Kritiken
Aktuell ist es schwer vorauszusagen, ob Netflix Insatiable fort- oder absetzt. Der Bericht zitiert frühere Aussagen von Cindy Holland, Vizepräsidenten für Original-Serien des Konzerns, der zufolge das wichtigste sei, ausreichend Zuschauer zu haben, um die Kosten zu rechtfertigen. Des Weiteren gehe es darum, "wie lieb die Fan-Community ist, wie social-media-affin der Titel ist, es gibt eine Menge anderer Dinge, die wir uns ansehen und dir ihr in der Welt sehen könnt." Dass sich das Unternehmen offenbar nicht an Kritikermeinungen orientiert, zeigte sich u.a. an den gelobten, aber rasch abgesetzten Serien The Get Down und Everything Sucks!, während etwa der von Beginn an kritisierte Marvel-Stoff Iron Fist um eine 2. Staffel verlängert wurde.
Parallel zur Absetzung der zu großen Teilen positiv aufgenommenen Science-Fiction-Serie Sense8 forderte Netflix-CEO Reed Hastings sein Content-Team im vergangenen Jahr dazu auf, noch mehr zu wagen: "Wir müssen mehr Risiken eingehen; wir müssen mehr verrückte Dinge probieren. Denn wir sollten insgesamt eine höhere Absetzungs-Quote haben." Ob Insatiable zu einer Erhöhung dieser Quote beitragen wird, bleibt abzuwarten. Derzeit scheinen beide Richtungen eine Möglichkeit zu sein.
Glaubt ihr an eine 2. Staffel von Insatiable und was haltet ihr von der Serie?