Kingdom: Netflix' neue Zombieserie lässt The Walking Dead alt aussehen

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26.01.2019 - 18:00 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Auf Netflix ist die historische Zombieserie Kingdom gestartet. Ob sich Schwertkämpfer des feudalen Koreas und hungrige Zombiehorden vertragen, erfahrt ihr hier im Seriencheck.

Oft scheint es so, als hätte das Zombie-Genre seine besten Zeiten hinter sich. Der große Hype ist längst vergangen und auch die einstige "must see"-Serie The Walking Dead haben schon viele Fans abgeschrieben. Es steckt aber noch ein wenig Leben in diesem (un)toten Genre. Nach dem nötigen Adrenalinstoß im Action-Horror Train to Busan und dem im März erscheinenden Historienhorror Rampant zeigt nun auch die Netflix-Serie Kingdom, dass die Koreaner noch einige Asse im Ärmel haben, um die Toten aus ihren Gräbern zu locken.

So muss es also aussehen, wenn sich die östliche Kultur der westlichen Popkultur annähert. In Kingdom werden wir in die Joseon-Dynastie des 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Hier bestimmen Hunger und Armut das vom Krieg gegen China gezeichnete Land. Und am Königshof in Hanyang versucht der arrogante Kronprinz Lee Chang (Ji-hun Ju) herauszufinden, warum der König seit Wochen nicht gesehen wurde, während korrupte Minister, den Prinzen aus dem Weg schaffen wollen, um dem ungeborenen Kind der Königin den Thron zu sichern. Moment, da fehlt doch was!

Der Beginn von Kingdom erfordert viel Geduld

Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wann denn nun die Zombies ins Spiel kommen. Dafür müsst ihr in Kingdom ein wenig Geduld aufbringen. Denn mit der typisch asiatischen Entschleunigung widmen sich die ersten Folgen der 1. Staffel im Sinne eines asiatischen Historienfilms sehr ausführlich den Intrigen und Geheimnissen am Königshof, während sich im Hintergrund das Mysterium um eine rätselhafte Krankheit entfaltet.

Kingdom: Intrigen vor eindrucksvoller Kulisse

Kingdom ist sehr asiatisch, was einige Zuschauer auf den ersten Blick abschrecken könnte. Denn die Geschichte um Verrat und Macht wird von allerlei kuriosen Menschen (vorrangig Politiker) bevölkert, deren humoristische Trotteligkeit ("Hilfe, die Bauern attackieren Adlige!") etwas befremdlich wirken kann. Doch keine Sorge, der locker-flockige Comedy-Ton in frühen Folgen weicht schon wenig später dem düsteren und blutverschmierten Überlebenskampf gegen wilde Zombiehorden.

In Kingdom steht die Zombie-Action im Vordergrund

Sobald sich die mysteriöse Seuche im Land ausbreitet und die Toten zu menschenfressenden Bestien mutieren, beginnt endlich der adrenalingetränkte Zombierausch. Mit Schwertern, Pfeil und Bogen sowie Feuerwaffen bewaffnet, müssen der Kronprinz und seine Mitstreiter die Nächte der lebenden Toten überstehen. Es wird viel gekämpft und geschnetzelt, ohne dass Kingdom zu sehr ins Horrorgenre abdriftet. Trotz rollender Köpfe und massenweise Blutvergießen - aber nie so grafisch wie beispielsweise The Walking Dead - stehen hier eindeutig die Action und Spannung im Vordergrund.

Kingdom: Hier gleiten die Schwerter durch Zombiekörper butterweich

In den epischen Schlachten und intimen Zweikämpfen vergisst Kingdom leider seine Charaktere. Bis auf Prinz Lee Chang verschwimmen die restlichen Figuren im Kampfgetümmel. Er ist der Einzige, der einen wirklichen Entwicklungsbogen (vom ignoranten Thronanwärter hin zum Herrscher, der sein Volk beschützt) aufweisen kann. Dennoch bereitet Kingdom nach nur wenigen Folgen einen Heidenspaß, auch wenn die zahlreichen Wendungen schon lange im Voraus erkennbar sind.

Die Zombies sind das Highlight von Kingdom

Wenn ihr genug habt von schlurfenden Hirnfressern im Schneckentempo, dann seid ihr mit Kingdom genau an der richtigen Adresse. Als hätten Danny Boyle und Zack Snyder hier ihre Finger im Spiel gehabt, sind die Zombies in Kingdom wild, blutrünstig und unaufhaltsam schnell. Dies führt nicht nur einmal zu spannenden und rasanten Verfolgungsjagden zwischen den gierigen Bestien und ihrer Beute. Die Zombies in Kingdom schaffen es tatsächlich, dem ausgetretenen Filmmythos etwas Neues hinzuzufügen.

Kingdom: Auf der Flucht vor den Marathon-Zombies

Denn bei Tag sind sie einfach nur regungslose und modrige Leichen, die erst bei Einbruch der Nacht zum Leben erwachen. Dadurch generiert sich eine unbändige Spannung, wenn der bevorstehende Sonnenuntergang die nächtliche Gefahr bedrohlich ankündigt und die Menschen panisch nach einer Zuflucht suchen. Mit der thematischen Einbindung der Infizierten sticht Kingdom aus der Masse an hirnlosen Zombieprodukten hervor und besinnt sich zurück - ganz im Sinne George A. Romeros - auf den Untoten als Metapher.

Kingdom macht euch hungrig auf den nächsten Binge

Denn in Kingdom steht das Thema Hunger über allen Geschehnissen. Sei es der Machthunger korrupter Politiker, der unstillbare Hunger der Zombies oder auch die landesweite Hungersnot, die die gierenden Menschen erst das verseuchte Kadaver-Gulasch hat essen lassen, das sie in gefräßige Monster verwandelt hat. Hier stehen die Zombies für das unterdrückte Volk, das sich gegen die Völlerei der herrschenden Mächte auflehnt.

In Kingdom gibt es Zombies in Hülle und Fülle

Mit gerade einmal 6 Folgen ist Kingdom für asiatische Verhältnis erschreckend kurzweilig. Ohne allzu viel Tiefgang, mit einer Prise Horror und mit brachialer Action ist die 1. Staffel für den schnellen Binge super geeignet. Aber Achtung: Der besonders fiese Cliffhanger wird euch nach einer 2. Staffel von Kingdom lechzen lassen. Glücklicherweise wurde diese in weiser Voraussicht von Netflix schon bestellt.

Die 1. Staffel von Kingdom umfasst 6 Folgen, die am 25.01.2019 bei Netflix erschienen sind. Als Grundlage für diesen Serien-Check diente die komplette 1. Staffel.

Kann euch das Setting von Kingdom zum Bingen animieren?

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