Kein neues Babylon Berlin: Darum scheitert die neue Sky-Serie 8 Tage

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Beeblebrox Matthias Hopf
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

Wo Netflix und Amazon im Wochentakt mit neuen Serien glänzen, hat sich in den vergangenen Monaten auch Sky zum Lieferant hochwertiger Eigenproduktionen gemausert. Zuerst war da das Historiendrama Babylon Berlin, das in Zusammenarbeit mit dem Ersten entstanden ist. Es folgte die Fortsetzung von Wolfgang Petersens Das Boot und eine deutsch-österreichische Adaption von Der Pass.

Nun startet auf Sky die endzeitliche Serie 8 Tage, die im Februar auf der Berlinale ihre Premiere gefeiert hat, uns als chaotische Mischung aus Armageddon, Children of Men und The Leftovers allerdings nicht überzeugen konnte. Darüber hinaus war die Präsenz einer Bibi und Tina-DVD zwar sicherlich eine große Freude für Detlev Buck, eine Bereicherung für den enttäuschenden Auftakt aber sicherlich nicht.

Darum geht es in Skys Endzeitserie 8 Tage

Die Prämisse von 8 Tage gestaltet sich wie folgt: Ein Meteor befindet sich im direkten Anflug auf die Erde. 60 Kilometer ist er breit. Von den Medien erhält er den Namen Horus. Einschlagen soll er im Herzen von Europa, dem französische La Rochelle. Dieses Ereignis sorgt für Panik bei der Bevölkerung und löst eine große Fluchtwelle aus. Wir folgen dabei verschiedenen Personen in den letzten 8 Tagen vor dem Einschlag.

Deswegen funktioniert Skys Endzeitserie 8 Tage nicht

So ambitioniert die verschiedenen Perspektiven in 8 Tage wirken, das größte Problem der Serie ist der ständig wechselnde Tonfall. Auf der einen Seite soll ein aufwühlendes Drama erzählt werden, während auf der anderen Seite Karikaturen, Klischees und Stereotypen dafür sorgen, dass es unmöglich ist, sich in der Geschichte zu verlieren.

Jede Trope des Endzeit- und Katastrophenfilms findet sich in diesem vermeintlichen Epos wieder und nur den wenigsten gelingt es, ein greifbares Eigenleben zu entwickeln. Plakativ werden die Motivationen der Figuren enthüllt, während die üblichen Stationen eines Weltuntergangsszenarios abgespult werden. Theatralisch ist die Inszenierung von Stefan Ruzowitzky und Michael Krummenacher, allerdings nicht im positiven Sinn, von der aufgesetzten Musik ganz zu schweigen.

8 Tage wäre gerne Children of Men und Armageddon

Darüber hinaus vermag es 8 Tage nicht, sich aus dem Schatten der großen Vorbilder in der Film- und Seriengeschichte hinauszubewegen. Das ist besonders schade, immerhin hatte Sky mit den ersten zwei Staffeln von Babylon Berlin eine Serie geschaffen, die trotz populärer Buchvorlage mit ihrer eigenen, großen Vision überzeugte. 8 Tage folgt dagegen dem Trend von Das Boot und Der Pass, nämlich der Adaption altbewährter Stoffe ohne Risiko.

Die ambitionierten Vorbilder in der Film- und Seriengeschichte blitzen zwar regelmäßig durch - 8 Tage wäre gerne Children of Men, The Leftovers und Armageddon zusammen -, die Serie erreicht aber an keinem Punkt die inszenatorische, atmosphärische oder dramaturgische Dichte der genannten Werke. Auch die politische Ebene, die im Angesicht der Prämisse mehr als offensichtlich ist, wird in den ersten zwei Folgen kaum angerührt.

8 Tage ist zu reißerisch, besitzt aber Binge-Potential

Dennoch sind in 8 Tage ein paar Hoffnungsschimmer zu entdecken. Dazu gehört etwa Polizist Deniz, der entgegen der allgemeinen Partystimmung versucht, eine gewisse Ordnung aufrechtzuerhalten. Wie so viele Diskurse, die im Rahmen der Handlung angerissen werden, präsentiert 8 Tage aber auch diesen Aspekt einer zerfallenden Gesellschaft auf wenig subtile Weise. Fingerspitzengefühl fehlt hier gänzlich.

Stattdessen wartet die Serie mit einem reißerischen Ereignis nach dem anderen auf. Dahinter verbirgt sich natürlich großes Binge-Potential, zumal die auf der Berlinale gezeigten Folgen in puncto Cliffhanger vorbildliche Arbeit leisten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was von all den rasanten Geschehnissen in Erinnerung bleibt, wenn der finale Abspann rollt.

Seit heute, dem 01.03.2019, stehen alle acht Episoden der 1. Staffel von 8 Tage auf Sky Ticket zum Abruf bereit. Dem Serien-Check dienten die ersten zwei Episoden als Grundlage, die wir auf der Berlinale sehen konnten.

Werdet ihr euch das endzeitliche Drama 8 Tage auf Sky anschauen?

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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.
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