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Kamera-Legende Vilmos Zsigmond an Neujahr verstorben

04.01.2016 - 09:30 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Vilmos Zsigmond
© BandPro Film
Vilmos Zsigmond
Der ungarische Kameramann Vilmos Zsigmond, der unter anderem für Unheimliche Begegnung der dritten Art verantwortlich war, verstarb an Neujahr mit 85 Jahren.

Nur wenige Tage nachdem wir erfahren mussten, dass Haskell Wexler, Kameramann von Filmen wie Wer hat Angst vor Virginia Woolf? und Einer flog über das Kuckucksnest, mit 93 Jahren verstorben ist , geht das nächste Urgestein hinter der Kamera von uns: Vilmos Zsigmond ist an Neujahr im Alter von 85 Jahren verstorben .

Der in Ungarn geborene Zsigmond fing in den 1950er Jahren an, als Kameramann tätig zu sein und begleitete die Ungarische Revolution 1956 mit seiner Kamera. Mit dem Einmarsch der Sowjetarmee fürchtete er jedoch um seine Zukunft als Künstler und beschloss, seine Heimat zu verlassen und in den USA sesshaft zu werden. Dort drehte er in den 60ern eine ganze Reihe von B-Filmen, bis der Oscar-nominierte Kurzfilm Prelude ihm zum Durchbruch verhalf. Über seinen eigenen Stil sagte Zsigmond: "Lass es uns poetischen Realismus nennen. Ich will mich nicht damit zufrieden geben, die Realität zu filmen, ich will, dass es mehr als das ist. Mehr Schönheit als Realität."

Die großen Regisseure New Hollywoods sahen das ganz ähnlich wie Vilmos Zsigmond und so folgten ab den 70ern seine größten und wichtigsten Arbeiten, beginnend bei Robert Altman mit McCabe & Mrs. Miller, Spiegelbilder und Der Tod kennt keine Wiederkehr. Bald darauf drehte er für Brian De Palma Schwarzer Engel (später auch Blow out) und schließlich für Steven Spielberg Unheimliche Begegnung der dritten Art, wobei er mit seinem poetischen Realismus maßgeblich zu dem Erfolg des Filmes beitrug. Das entging auch nicht der Academy: Zsigmond erhielt für Unheimliche Begegnung der dritten Art einen Oscar.

Zsigmond blieb bis zu seinem Tod aktiv. Im 21. Jahrhundert drehte er unter anderem ein weiteres Mal mit Brian De Palma für Black Dahlia sowie mit Woody Allen für Cassandras Traum und Ich sehe den Mann deiner Träume. An eine Rente dachte er dabei offensichtlich nie, sein Name tauchte immer wieder im Zusammenhang mit zukünftigen Projekten auf. Die International Photographers Guild huldigt in einem offiziellen Statement seinem Schaffen: "Es gibt kein einziges Mitglied der Photographers Guild, das nicht von seiner brillanten Arbeit und seiner persönlichen Geschichte beeinflusst wurde. [...] Er wird weiterhin eine Inspiration aller Kameraleute sein."

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