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TV-Widerling

Josefine Preuß bekehrt Stinkstiefel Leonard Lansink

23.11.2009 - 09:05 Uhr
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Der Stinkstiefel
© ZDF / Hans-Joachim Pfeiffer
Der Stinkstiefel
Das ZDF zeigt heute Abend mit Der Stinkstiefel die Geschichte eines bösartigen Rüpels, der natürlich im Herzen ein ganz Weicher ist. Leonard Lansink darf ihn spielen und Josefine Preuß ihn bekehren.

In Der Stinkstiefel ist Felix Keller (Leonard Lansink) ausgebrannt, demotiviert und leer. Sein Frust über den Niedergang von Anstand, Bildung und Respekt äußert sich in treffsicherem Sarkasmus ohne Rücksicht auf Verluste. Gnadenlos hämmert er seine Attacken raus und tritt zielsicher in alle sich ihm bietenden Fettnäpfchen. Der Hass auf motivationslose Schüler und das Schulsystem im Allgemeinen wurde noch größer, als ihn seine Frau Paula (Barbara Rudnik) verließ. Seither verschanzt er sich in seiner Wohnung und meidet jeden Kontakt zu seinen Mitmenschen. So ist es ihm ganz recht, dass ihm die Nachbarn aus dem Weg gehen, denn der Kontakt mit ebenso einfältigen wie adipösen Zeitgenossen ist für ihn eine Qual. Er macht jeden zur Schnecke und legt sich mit allen an. Kurzum: ein veritabler Stinkstiefel. Doch dann trifft er auf die reizende Marie (Proschat Madani) und ihre heftig pubertierende Tochter Amelie (Josefine Preuß).

Barbara Schweizerhof in der Welt lobt in Der Stinkstiefel besonders den Hauptdarsteller Leonard Lansink. "Der Unsympath Keller, zumal er von Leonard Lansink gespielt wird, ist also von seiner ersten Schimpftirade an der unumstrittene Publikumsliebling dieser flotten Komödie. Leonard Lansink, der seine große Kunst im Darstellen von Eigenbrötlern schon als Buchantiquar und Privatdetektiv Wilsberg wiederholt unter Beweis stellt, gibt den “Stinkstiefel” Keller hier mit einer Hingabe, die unbedingt für ihn einnimmt. Seine Bösartigkeiten äußert er mit solch hintergründiger Traurigkeit, dass sie nachhaltiger einschlagen, als man aufs erste Hören erfassen kann. Mit gleichbleibender Melancholie brechen die Spitzfindigkeiten nur so aus ihm heraus."

Auch für die Nordseezeitung ist es bei Der Stinkstiefel ein "großes Vergnügen, “Wilsberg” Leonard Lansink in der Rolle des Antihelden agieren zu sehen. Auch weil er es versteht, die Figur bei allem Gesellschaftshass so anzulegen, dass dahinter auch das, sagt er selbst, “sentimentale Weichei” durchscheint. Man weiß: Da ist ein Guter, dem Ungutes widerfuhr, und wünscht ihm trotz allem: Gutes."

Etwas mehr Unkorrektheit hätte sich Thomas Gehringer vom Tagesspiegel bei Der Stinkstiefel gewünscht. "Immer liegt solchen Erzählungen die menschenfreundliche Idee zugrunde, dass die Rüpeleien nur Fassade sind und es sich bei den Hauptpersonen im Grunde um Zeitgenossen handelt, deren Herzensgüte aus irgendwelchen Gründen verschüttet ist. Und weil man das Happy End schon mit der ersten Szene kommen sieht, kann man umso erleichterter die unkorrekten Ausfälle des Protagonisten genießen. Aber konsequent unkorrekt darf es auch wieder nicht zugehen. Das Milieu ist kleinbürgerlich, da mag auch ein “Stinkstiefel” keine Hausverwalter mit Blockwart-Mentalität und Skinheads in Bomberjacken. Sicher ist sicher, in der Primetime will man schließlich mehrheitsfähig bleiben."

Der Stinkstiefel mit Leonard Lansink und Josefine Preuß läuft heute Abend um 20.15 Uhr im ZDF. Wenn Euch anderes interessiert, dann schaut doch in unser Fernsehprogramm.

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