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Japanischer Regisseur Seijun Suzuki im Alter von 93 Jahren gestorben

22.02.2017 - 09:30 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Filme von Seijun Suzuki
© Alive / Criterion
Filme von Seijun Suzuki
Der japanische Regisseur Seijun Suzuki ist am 13.02.2017 mit 93 Jahren verstorben. Er war besonders für seine experimentellen und unkonventionellen Inszenierungen bekannt.

Die japanische Filmlandschaft hat eines ihrer bedeutsamsten Mitglieder verloren. Seijun Suzuki, Regisseur von über 50 Filmen, starb bereits am 13.02.2017 in seiner Heimatstadt Tokyo an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Er wurde 93 Jahre alt. Die Nachricht über seinen Tod tauchte heute Morgen bei Facebook  auf.

In den späten 1940er Jahren begann Suzuki seine Filmkarriere als Regieassistent. 1954 wechselte er schließlich zu dem berühmten japanischen Filmstudio Nikkatsu, für das er fortan zahlreiche B-Movie-Auftragsarbeiten inszenierte. Zu diesen gehören unter anderem der Gangsterfilm Underworld Beauty, das Liebesdrama Love Letter und der Thriller Jagd auf die Bestie, der gleichzeitig sein Durchbruch bedeutete. Die oft simpel gestrickten Drehbücher versuchte Suzuki mit visuellen Experimenten und unkonventionellen Regieeinfällen aufzupeppen, was bald zu seinem Markenzeichen wurde. Weniger beliebt machte ihn dies bei den Nikkatsu-Studiobossen, weshalb er 1968 nach dem Thriller Branded to Kill - Beruf Mörder entlassen wurde.

Daraufhin verklagte Suzuki seine ehemaligen Arbeitgeber und verlangte Schadensersatz und eine öffentliche Entschuldigung, wofür er allerdings zehn Jahre lang auf der schwarzen Liste sämtlicher japanischer Produktionsfirmen landete. Mit dem Horrorfilm Zigeunerweisen feierte er 1980 aber ein beeindruckendes Comeback. Das Werk wurde von Kritikern zum besten japanischen Film der 1980er Jahre gewählt und machte Suzuki nun auch außerhalb Japans bekannt.

Der Gelegenheitsschauspieler inszenierte zuletzt im Jahr 2005 den musikalischen Liebesfilm Operetta tanuki goten mit Ziyi Zhang in der Hauptrolle. Suzuki hat mit seinem Gesamtwerk ein großes Erbe hinterlassen, das maßgeblich Regisseure wie Quentin Tarantino oder Jim Jarmusch beeinflusste.

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