Indiana Jones und der Tempel des Todes: Steven Spielberg mag eigenen Film nicht

19.02.2020 - 17:30 Uhr
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© Paramount
Indiana Jones und der Tempel des Todes
Der Tempel des Todes war schon immer ein kritisch beäugter Ausreißer innerhalb der Indiana Jones-Reihe. Selbst Regisseur Steven Spielberg ist nicht gut auf den Film zu sprechen.

Mit Jäger des verlorenen Schatzes erschufen Steven Spielberg und George Lucas im Jahre 1981 einen Abenteuer-Klassiker für die Ewigkeit. Nicht nur gehörte der erste Auftritt von Dr. Henry "Indiana" Jones zu den erfolgreichsten Filmen des Kinojahres und gewann ganze fünf Oscars. Er lieferte uns mit seinem Protagonisten auch eine unsterbliche Ikone der Popkultur.

Der drei Jahre später entstandene Indiana Jones und der Tempel des Todes hingegen wird immer ein Stück weit als schwarzes Schaf der Reihe angesehen. Die Vorwürfe, die sich die doch überraschend düstere Odyssee durch Indien gefallen lassen muss, sind harsch: Rassistische Stereotype, primitiver Spiritismus, nervtötende Nebenfiguren, ein grausam altbackenes Frauenbild.

Steven Spielberg rechnet mit Indiana Jones und der Tempel des Todes ab

Tatsächlich ist auch Steven Spielberg kein Fan von Indiana Jones und der Tempel des Todes, wie der Regisseur bereits 1989 dem Sun Sentinel (via The Playlist ) offenbarte:

Ich war mit dem zweiten Film überhaupt nicht zufrieden. Er war zu dunkel, zu unterirdisch und viel zu grausam. Ich dachte, ich übertreffe damit sogar Poltergeist. In Tempel des Todes gibt es keinerlei Spur meiner persönlichen Gefühle.
Indiana Jones und der Tempel des Todes

Wenig überraschend ist es daher nicht, dass Indiana Jones und der letzte Kreuzzug wieder astreine Unterhaltung für die ganze Familie darstellte, nachdem Indiana Jones und der Tempel des Todes mit herausgerissenen Herzen, Affenhirn zum Abendessen, okkulten Artefakten und allerhand schleimigen Getier tonal dann doch ziemlich bedrohlich ausfiel.

Indiana Jones und der Tempel des Todes ist kein Einzelfall

Dass Steven Spielberg seine eigenen Filme kritisch betrachtet, ist übrigens keine Seltenheit. Wie auch Indiana Jones und der Tempel des Todes musste das Fantasy-Märchen Hook mit Robin Williams die Unzufriedenheit seines Schöpfers  ertragen:

Ich mag den Film immer noch nicht nicht. Ich hoffe, dass ich ihn eines Tages wieder sehe und vielleicht etwas an ihm mag. Ich hatte kein Vertrauen in das Drehbuch. Ich hatte kein Vertrauen in den ersten Akt und ich hatte kein Vertrauen in den Epilog. Ich wusste nicht genau, was ich tat und ich habe versucht, meine Unsicherheit mit dem Produktionswert zu übermalen. Je unsicherer ich mich fühlte, desto größer und bunter wurden die Sets.

Eine glühende Anhängerschaft haben allerdings sowohl Hook als auch Indiana Jones und der Tempel des Todes. Vor allem das zweite Indiana Jones-Abenteuer besticht gerade als rasante Achterbahnfahrt, die sich mit jedem Set Piece augenscheinlich aufs Neue überbieten möchte. Ein wahnwitziger, ungemein atmosphärischer Spaß, dessen halsbrecherische Fabulierlust bis heute funktioniert.

Indiana Jones und der Tempel des Todes läuft heute Abend um 20:15 Uhr auf Kabel eins.

Wie gefällt euch der zweite Teil der Indiana Jones-Reihe?

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