Haus des Geldes: Arturo wird in Staffel 4 endgültig zur Hassfigur

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Haus des Geldes: Arturo Roman aka Arturito
11.05.2020 - 08:30 UhrVor 12 Monaten aktualisiert
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Arturo Roman aka Arturito gehört seit Beginn zu Haus des Geldes und ist auch in Staffel 4 der Netflix-Serie wieder dabei. Aber langsam treibt er es selbst als Geisel-Dramaqueen zu weit, oder?

Seien wir mal ehrlich: Eine gute Serie braucht nicht nur Lieblingsfiguren, sondern auch Charaktere, die wir mit Inbrunst verabscheuen können. Seit dem Start von Haus des Geldes ist Arturo Roman (Enrique Arce) die reine Verkörperung einer solchen Hassfigur, die auf keinen Fall fehlen darf.

Zugegebenermaßen bekommt die nervigste Geisel der Serie in Staffel 4 bei Netflix mit Rambo-Verschnitt Gandía große Konkurrenz, aber während der John McClane von Haus des Geldes eine echte Gefahr für die Bankräuber ist, bleibt "Arturito" die größte Bedrohung für unsere strapazierten Nerven. Achtung, es folgen Spoiler zu Staffel 4.

Netflix' Haus des Geldes lässt uns Arturo Roman mit Hingabe hassen

Alle Figuren in Haus des Geldes haben ihre Schwächen und Fehler, was sie nur menschlich macht. Aber wenn der mit der spanischen Verkleinerungsform von Denver (Jaime Lorente) in Arturito umgetaufte Ex-Bankdirektor der Geldnotendruckerei mal wieder einen seiner Fremdscham-Momente hat, wirkt die gesamte Städtenamen-Bande dagegen regelrecht zahm.

Haus des Geldes: Arturo Roman ist seit Staffel 1 dabei

Wir können also dankbar sein, dass Arturo Romans negative Präsenz alle anderen in einem viel positiveren Licht erstrahlen lässt. Was Joffrey für Game of Thrones war, ist Arturito für Haus des Geldes: Wir lieben es, ihn zu hassen.

Als Vater von Monicas aka Stockholms (Esther Acebo) Kind verwundert es wohl niemanden, dass Arturo seine Affäre ihrem Geiselnehmer Denver in Staffel 1 und 2 förmlich in die Arme treibt. In seiner Absurdität balanciert Arturo Roman in Haus des Geldes dabei gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Witzfigur und Störenfried. Wenn der nächste gefangene Bankdirektor seinen lächerlichen Vorgänger in Staffel 4 als Clown zurechtweist, wird es deshalb wohl auf so manchem Sofa Szenenapplaus gegeben haben.

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Arturito: Auch in Staffel 4 von Haus des Geldes die geborene Geisel

Mit so einigen Überraschungs-Momenten präsentierte die 4. Staffel Haus des Geldes sich bei Netflix schockierend und packend. Arturo Roman könnte mit seinem Irrwitz als Comic Relief-Ventil funktionieren, doch so einfach macht die Serie es uns dann doch nicht.

Denn spätestens wenn der tief gefallene Ex-Boss in Staffel 3 von Haus des Geldes mit einem Buch und einer Show zu seinen Erfahrungen um jeden Preis aus seinem Geiseldasein Profit schlägt und in die nächste Bank rennt, um wieder Geisel zu sein, sollte allen klar sein, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Angst und Ego bilden hier eine fast unerträglich explosive Mischung.

Arturito in Haus des Geldes 4. Staffel

Obwohl Staffel 4 endlich die neuen Figuren würdigt, vergisst Haus des Geldes bei Netflix auch die alten Bekannten nicht. Und genau wie bei Berlin, den die Serie nicht gehen lässt, will auch Arturito passend zu seiner Charakterzeichnung um jeden Preis wieder dabei sein. Die Kombination aus gesuchter Gefahr und Aufmerksamkeit scheint für ihn zur Sucht geworden zu sein, um seinen Minderwertigkeitskomplex zu bekämpfen.

Doch keine Serienfigur kann immer dieselbe bleiben, weil auch ein zuweilen Klischee-beladenes Format wie Haus des Geldes auf lange Sicht ohne Charakter-Entwicklung nicht auskommt. An dieser Wegkreuzung angekommen wählt Staffel 4 für Arturo Roman allerdings einen unerwartet dunklen Pfad.

Arturo Roman in Haus des Geldes: Von der Nervensäge zum Vergewaltiger

Wenn Arturo Roman jemals ein Haus des Geldes-Spin-off erhalten sollte, wäre das laut Serienschöpfer Álex Pina "eine schwarze Komödie", sagte er Oprah Mag . Welche wirklich abgründig düsteren Moralvorstellungen in ihm schlummern, führt uns allerdings erst die 4. Staffel bei Netflix vor Augen.

Haus des Geldes Staffel 4: Arturo und Amanda

In Season 4 gibt Arturito seiner Mit-Geisel Amanda (Olalla Hernández) nämlich ein Beruhigungsmittel, um ihr die Angst zu nehmen ... und anschließend in ihrem betäubten Zustand anzufassen. Es wird nicht gezeigt, was danach noch passiert (und Arturo leugnet es später), doch die Implikation ist klar: Arturo überschreitet in Staffel 4 die Grenze vom nervigen Möchtegern-Helden zum Täter.

Davon gibt es kein Zurück mehr. Auch in Haus des Geldes kann keine Maske der Welt diese schockierende Entwicklung tilgen. Von Arturo als dem Klassenclown der Geiseln muss die Serie sich nun verabschieden. Das Arturito können wir streichen, denn Verniedlichen lässt er sich als Monster nicht mehr.

Die vorläufige Quittung und Strafe für diesen Missbrauch erhält der Ex-Bankdirektor kurze Zeit später von Neuzugang Manila, die ihm ins Bein schießt. Aber ist das schon alles? Oder hat Arturo für Staffel 5 mit seinem endgültigen moralischen Verfall sein Todesurteil unterschrieben?

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Ob Arturo noch bekommen wird, was er verdient (wie auch immer diese Abrechnung aussehen mag), bleibt als eine der Fragen für Staffel 5 zu klären. Klar sollte der Serie aber unbedingt sein: Mit der ihm auf den Leib geschriebenen Grenzüberschreitung, muss Haus des Geldes für seine Figur harte Konsequenzen ziehen, um nicht in denselben Weg Abgrund zu fallen. Denn so kann das nicht stehen bleiben.

Podcast für Haus des Geldes-Fans: Lohnt sich Staffel 4?

In dieser Minifolge unseres Moviepilot-Podcasts Streamgestöber - auch bei Spotify  - prüfen wir nach unserem allgemeineren Podcast zu spanischen Netflix-Serien ganz konkret die 4. Staffel von Haus des Geldes auf Herz und Nieren:

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Max fragt Esther zu Stärken und Schwächen der neuesten Season Haus des Geldes aus, die ganz bestimmt nicht langweilig ist, bevor über mögliche Wendungen in Staffel 5 der Netflix-Serie spekuliert wird.

Wie steht ihr zu Arturo Roman aka Arturito in Haus des Geldes?

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