Harry Potter-Nachfolger: Von wegen nur für Kinder - J.K. Rowlings neues Buch hat es in sich

Staunen über J.K. Rowlings neues Buch nach Harry Potter
© Warner / Carlsen
Staunen über J.K. Rowlings neues Buch nach Harry Potter
17.12.2020 - 16:05 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Dieses Jahr hat J.K. Rowling erstmals nach den Harry Potter-Romanen wieder ein Kinder- bzw. Jugendbuch veröffentlicht. Erfahrt hier, warum Der Ickabog sich lohnt und hoffentlich auch verfilmt wird.

Wer als Harry Potter-Fan noch ein Weihnachtsgeschenk für sich oder ebenso zauberbegeisterte Verwandte sucht, sollte sich schnell noch J.K. Rowlings neues Buch Der Ickabog bestellen, denn mit Monstern und Waisen entführt die Geschichte ein weiteres Mal in eine magische Welt.

Wenn wir bedenken, dass neben der Harry Potter-Reihe auch sämtliche andere Romane von J.K. Rowling verfilmt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Der Ickabog als Fantasy-Abenteuer adaptiert wird. Warum also nicht jetzt schon einen Blick in das Reich von Schlaraffien werfen?

Nach Harry Potters: J.K. Rowlings neues Märchen hält sich nicht zurück

Sein Haupt-Lesepublikum findet Der Ickabog unter älteren Kindern bzw. jüngeren Jugendlichen (den sogenannten Tweens im Alter von 7-12), was aber nicht bedeutet, dass nicht auch andere (Ältere) an dem fast 350 Seiten umfassenden Roman ihre Freude finden werden.

Das nächste Kinderbuch nach Harry Potter: J.K. Rowlings Der Ickabog

Der Harry Potter-Nachfolger ist dabei sprachlich ein waschechtes Märchen mit kulinarischem Schauplatz Schlaraffien, einigen Genre-typisch überzeichneten Gegnern und heldenhaften jungen Rettern. Die Ausgangs-Idee: Jungen und Mädchen wie Wim und Lilli (im Englischen: Bert und Daisy) müssen brav sein, weil sie sonst der Legende nach der Ickabog holt - ein monströses Fabelwesen, das Kinder frisst. Mit phantastischen Tierwesen kennt Frau Rowling sich eben aus.

Doch genau genommen hat noch niemand je diesen Ickabog aus den Sümpfen im Norden je gesehen, der so gerne als Grund für Steuer-Erhöhungen vorgeschoben wird. Nur die Kinder beginnen nach und nach die Lügen von König Fred und seinen hinterlistigen Beratern zu hinterfragen und auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen.

J.K. Rowling geht dabei keineswegs zimperlich mit ihren jungen Hauptfiguren um. Am Ende des Buchs gibt es deutlich mehr Waisen als am Anfang (Harry Potter lässt grüßen), aber von ihren widrigen Umständen angespornt, ist das Abenteuer dabei eines voller Fantasie, Hoffnungen und versteckter Moral.

Für Harry Potter-Lesende: Den Ickabog gibt es "dank" der Corona-Pandemie

Seit dem 7. und letzten Band, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, hat J.K. Rowling kein Jugend- oder Kinderbuch mehr geschrieben, sondern tobte sich stattdessen literarisch zur Freude erwachsener Leser in verkommenen Kleinstadtgemeinden und mit Londoner Privatdetektiven aus.

Schon Harry Potter war gespickt mit monströsen Kreaturen

Es musste erst die Corona-Pandemie 2020 kommen, damit die Autorin ein altes Kinderbuch aus der Schublade holte: Der Ickabog war von ihr zwischen den Harry Potter-Romanen geschrieben, aber als Geschichte nie veröffentlicht, sondern nur ihrer eigenen Familie vorgelesen worden.

Um Eltern (und mittlerweile erwachsenen Harry Potter-Fans) mit daheimgebliebenen Kinder die Lockdown-Zeit zu versüßen, entschied J.K. Rowling sich dazu, Der Ickabog zwischen Mai und Juli 2020 an jedem Wochentag kapitelweise online zu veröffentlichen. Und zwar gratis.

Das besondere an dieser zeitlich begrenzten Aktion: In einem Wettbewerb  konnten Kinder zwischen 7 und 12 Jahren ihre Zeichnungen einreichen, von denen die besten es in die Buchveröffentlichung schafften, die nun im November erschien. Über die Bilder der kleinen Künstler lässt sich dabei nur staunen.

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Der Ickabog existiert dabei in 26 verschiedene Ausgaben, weil jedes Land 34 Illustrationen von Kindern der eigenen Heimat beinhaltet. Das heißt, wer das englischsprachige Buch  bestellt, wird ihr darin andere Bilder (von Kindern aus Großbritannien, den USA, Indien, Australien, Irland und Neuseeland) finden, als in der deutsche Version.

Die wahren Monster in Der Ickabog sind die Mächtigen

Auch wenn Schlaraffien (im Englischen: Cornucopia) mit seinen Bäckern, Metzgern und Käsemachern auf den ersten Blick bunt und kinderfreundlich wirkt, schlummert unter der Oberfläche noch eine dunklere Seite der Erzählung. Wie bei Harry Potter verbirgt sich hinter dem Anschein einer Lektüre für Jüngere sehr viel mehr.

Auf beunruhigende Weise verdeutlicht Der Ickabog wie Lügen und Verleumdung ein Eigenleben entwickeln. Einmal öffentlich ausgesprochen, können sie von den Herrschenden nicht mehr so einfach dementiert werden. Statt sich unglaubhaft zu machen, müssen in der Konsequenz die Köpfe der anderen rollen.

Schon Harry Potter wusste: Ich soll keine Lügen erzählen

Anders als Waisenhaus-Mutter Grunz in Der Ickabog und die auf den eigenen Vorteil bedachten königlichen Berater, ist König Fred ist kein klassischer Bösewicht per se. Doch das Desinteresse an den verarmten Untertanen, die ihn nicht bejubeln, und sein verzweifeltes Festklammern an der Macht, demonstrieren einen subtileren Schrecken in dem anfangs geliebten Herrscher dieser Märchenwelt.

Schon mit Dolores Umbridge hatte J.K. Rowling ein süßlichen Schrecken erschaffen, den keiner so schnell vergaß. Der Ickabog bietet nun neue Figuren, die im Gedächtnis haften bleiben, als seien sie mit einem Klebezauber versehen. Ja, Der Ickabog hat als spannender Nachschlag nach Harry Potter für jüngere und ältere Leser so einiges zu bieten.

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Interessiert ihr euch als Harry Potter-Fans für J.K. Rowlings neues magisches Kinderbuch Der Ickabog?

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