Game of Thrones: George R. R. Martin wusste lange vor Staffel 8, dass die Serie im Desaster endet

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05.12.2021 - 09:00 Uhr
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Die Fantasy-Serie Game of Thrones hatte schon vor ihrem Finale Probleme. Und Schöpfer George R. R. Martin hatte gewarnt. Zwei große Probleme hatte er ausgemacht.

Das Finale von Game of Thrones ist umstritten. Viele (sehr viele) Fans waren unzufrieden mit dem Ende der größten Serien der letzten zwanzig Jahre. Aber wenn wir über den schwachen Abschluss des Fantasy-Epos sprechen, was meinen wir dann eigentlich?

Seht hier den ersten Trailer zur neuen Game of Thrones-Serie

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Das sind die eigentlichen Schwächen des Game of Thrones-Finals

Die letzte Episode mit Bran als nominellem Gewinner des Spiels, Tyrion als Hand, Jon als Wildling, Arya als Weltenerkunderin und Sansa als Lady von Winterfell fand ich zum Beispiel durchaus gelungen. Zumindest gemessen an den gegebenen Umständen. Aber eine 8. Staffeln lange Serie endet natürlich nicht erst mit der letzten Episode. Der Weg zum Ende ist Teil des Schlusses.

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Und dieser Weg ist ein kleines Desaster. Game of Thrones begann als sorgfältig geplantes Drama mit einem Gespür für World Building, Storytelling und Charakterentwicklung, das bis heute im Genre unerreicht ist. In einem zunehmend plumpen Erzählsprint während der letzten zwei bis drei Staffeln warf GoT seine einzigartigen Stärken über Bord. Was blieb, waren die bildgewaltigen Blockbuster-Setpieces.

George R.R. Marting hat die fatale Entwicklung von Game of Thrones geahnt

Wie in einem neuen Buch über den GoT-Sender HBO bekannt wurde, hat Game of Thrones-Schöpfer George R.R. Martin diese Entwicklung kommen sehen. In James Andrew Miller's Tinderbox: HBO's Ruthless Pursuit of New Frontiers spricht er über seinen Agenten zwei große Probleme an, die unweigerlich zu dem unbefriedigenden Ende der Serie führen mussten.

Problem 1: Die Showrunner hörten nicht mehr auf George R.R. Martin

Beim Dreh der ersten Staffel orientierten sich die Showrunner David Benioff und D.B. Weiss an Martins Büchern aus der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Martin fungierte zudem als Berater und Produzent. Als die Serie die Bücher überholte, entwarf er grobe Pläne seiner Bücher, die den Autor:innen der Serie eine Richtung vorgaben.

So die Vereinbarung. Aber wie Martins Agent Paul Haas (via Games Radar ) in dem Buch wiedergibt, wurde diese immer weiter aufgeweicht:

George liebt Dan [Weiss] und Dave [Benioff], aber nach Staffel 5 begann er, sich Sorgen zu machen wegen des Weges, den sie einschlugen. Denn George wusste, wo die Geschichte hinführt. Er fing an zu sagen, 'Ihr folgt nicht meiner Schablone.' Die ersten 5 Staffel waren an Georges Entwurf gebunden. Sie haben sich von der Karte entfernt.

Problem 2: George R.R, Martin wusste, dass 8 Staffeln viel zu wenig für Game of Thrones sind

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Martin hat nie damit hinter dem Berg gehalten , dass er bestenfalls 13 Staffeln der Fantasy-Serie gesehen hätte. Es ist auch bekannt, dass die Showrunner ausgelaugt waren vom Schöpfungsprozess dieser aufwendigen Serie. Was nicht zuletzt an dem Erwartungsdruck liegt, den kritische Fans auf der ganzen Welt aufbauten.

So standen dem Wunsch von George R.R. Martin nach 10 bis 13 Staffeln zwei Showrunner gegenüber, die die Serie lieber früher als später beenden wollten. Acht Staffeln sollten es sein, nicht mehr, nicht weniger.

Hier spricht wieder Martins Agent:

George flog nach New York, um mit dem [ehemaligen HBO-CEO Richard] Plepler zu essen und ihn anzuflehen, 10 Staffeln mit 10 Episoden zu machen, denn es gebe genug Material dafür und es wäre eine befriedigendere und unterhaltsamere Erfahrung.

Mit mindestens 100 Folgen wollte Martin sein wichtigstes Werk verfilmt sehen. Es wurden nicht mal 80, sondern am Ende 73.

Dan [Weiss] und Dave [Benioff] waren müde, verständlicherweise. Sie waren fertig, sie wollten weiterziehen. Also wollten sie es kürzen und die Verhandlungen darüber begannen, auf wie viele Staffeln man es ausdehnen konnte. Denn natürlich wollte HBO mehr.

Martins Warnungen waren angebracht und seine Ansprüche gar nicht besonders groß. Die Frage ist: Hätte es bessere Lösungen, ausgewogenere Kompromisse gegeben als jene, die zu dem bekannten Ergebnis führten? Oder anders: Hat eine der besten und aufwendigsten Serien aller Zeiten es verdient, im Schnelldurchlauf zu Ende gebracht zu werden?

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Wir kennen natürlich immer noch nicht das gesamte Bild. Zur Wahrheit gehört auch, dass George R.R. Martin seine versprochenen GoT-Fortsetzungen immer noch nicht abgeliefert hat. Wie lange hätten HBO und Benioff/Weiss warten sollen?

Festhalten lässt sich: Die zitierten Aussagen von George R.R. Martin werfen ein schales Licht auf die letzten Staffeln dieser fantastischen Fantasy-Serie.

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