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Europa im Würgegriff von Lars von Trier

20.08.2012 - 15:00 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Europa im Würgegriff von Lars von Trier
© Legend/Universum
Europa im Würgegriff von Lars von Trier
Der Filmemacher Lars von Trier polarisiert – egal wo er auftritt. Heute Abend strahlt arte den dritten Teil seiner Europa-Trilogie aus und mit Sicherheit wird auch bei dem Werk aus von Triers früher Schaffensphase jede Menge Diskussionsstoff vorhanden sein.

Lars von Trier ist nicht nur dafür bekannt, dass er mit einer radikalen Herangehensweise die Rezipienten seiner Werke in zwei Lager spaltet, sondern zudem auch gerne seine Filme unter übergeordneten Themenblöcken vereint. Neben der Golden Heart-Trilogie (Breaking the Waves, Idioten und Dancer in the Dark) und der nicht abgeschlossenen USA-Trilogie (Dogville und Manderlay), hat der Regisseur während den 1980er bis Anfang der 1990er Jahre eine sogenannte Europa-Trilogie verwirklicht. Zu dieser gehören der 1984 gedrehte The Element of Crime, der zweite Teil Epidemic von 1987 sowie der heutige TV-Tipp Europa, der 1991 in den Kinos zu sehen war.

Erzählt wird die Geschichte des jungen, deutschstämmigen Amerikaners Leo Kessler (Jean-Marc Barr), der unmittelbar nach dem Ende der Zweiten Weltkriegs in sein Heimatland zurückkehrt, um dort tatkräftig den Wiederaufbau zu unterstützen. Allerdings findet der Idealist ein Nachkriegsdeutschland wieder, das nicht nur in Schutt und Asche liegt, sondern zudem von Verzweiflung geprägt ist und betäubt im Schatten der vergangenen Ereignisse liegt. Sein Onkel besorgt ihm einen Job bei der Eisenbahngesellschaft Zentropa, mit der Leo durch die vom Krieg gebeutelte Heimat reist. Auf dieser Reise verliebt er sich in die Tochter seines Chefs Lawrence Hartmann (Udo Kier), die schöne Katharina (Barbara Sukowa). Dazu kommen Begegnungen mit Alliierten, die versuchen, die Lage unter Kontrolle zu behalten sowie Alt-Nazis, die verbittert gegen den Feind weiterkämpfen.

Auffällig bei Europa ist vor allem die visuelle Gestaltung. Lars von Trier macht sich sowohl Schwarz-Weiß-Aufnahmen wie auch farbige Bilder zu Nutze und verbindet diese durch den bewussten Einsatz von Überblendungen und anderen stilistischen Mitteln. Dabei kreiert der Regisseur in seiner frühen Schaffensphase die exakte Antithese zu den späteren Dogma-Filmen. Wo Idioten den Anspruch erhebt, komplett nach dem Dogma 95-Manifest entstanden zu sein, bedient sich Lars von Trier mit Europa bei gängigen Prozessen der Filmproduktion. Dank dieser Herangehensweise gehört der Film definitiv zu den zugänglicheren Werken seiner Filmographie – selbst wenn Europa immer noch ein hohe Maß an Aufmerksamkeit und den Willen zur Auseinandersetzung vom Zuschauer abverlangt.

Was: Europa (1991)
Wann: 21:50 Uhr
Wo: arte

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