"Die Filmbranche ist heute gestorben" - Neue Oscar-Regeln sorgen für Entsetzen

09.08.2018 - 10:45 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Wegen schwindendem Interesse treten ab 2019 und darüber hinaus neue Regeln für die Verleihung der Oscars in Kraft. Die Pläne stoßen weitläufig auf Ablehnung.

Angesichts der jüngst bekanntgewordenen Veränderungen für die künftigen Oscar-Verleihungen fragten wir erst gestern: ein Oscar für Marvel? Schon ab 2019 treten Veränderungen für die Vergabe des prestigeträchtigen Filmpreises in Kraft, womit die zuständige Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) auf das zurückgehende Interesse der Zuschauer reagiert. So soll die Veranstaltung künftig nicht mehr länger als 3 Stunden dauern. Zudem wurde das Datum der Verleihung des Jahres 2020 vom 23.02.2020 auf den 09.02.2020 vorgezogen. Doch besonders die Einführung der neuen Kategorie für herausragende Leistungen im populären Film sorgt für Unmut.

Auf Ablehnung stößt des Weiteren die Entscheidung, nur noch ausgewählte Kategorien live im Fernsehen auszustrahlen. Diverse Oscars für technische Leistungen werden in die Werbepausen verlegt und an später Stelle der Show in verkürzter Form gezeigt. Die Reaktionen im Netz fallen alles andere als begeistert aus.

Neue Oscar-Regeln stoßen auf Spott, Ablehnung und Entsetzen

So fasste der u.a. als Hobbit Frodo in der Der Herr der Ringe-Trilogie bekanntgewordene Elijah Wood seine Gefühle wie folgt zusammen:

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Bester populärer Film? oof

Schauspieler Rob Lowe (West Wing) nutzte die Meldungen um die Veränderungen beim Oscar für einen Rundumschlag gegen die aus seiner Sicht nun tote Filmindustrie:

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Die Filmbranche ist heute gestorben mit der Ankündigung eines Oscars für den besten 'populären' Film. Sie war schon seit mehreren Jahren bei schlechter Gesundheit. Sie überlebte durch Sequels, Tentpole-Filme und vertikale Integration.

Unterdessen scherzte Bess Kalb, die für die letzten beiden Oscar-Verleihungen noch Material geschrieben hatte, über die neue Kategorie und schlug gleich eine weitere vor:

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Macht doch eine Oscar-Kategorie für 'Bester Schauspieler, der seine Tränen zurückhält, während er in Boston eine Straße entlangläuft.'

Spieleschöpfer Ed Boon, u.a. Co-Creator der Kampfspielreihen Mortal Kombat und Injustice, weist auf einen interessanten Unterscheid zu Preisverleihungen für Videospiele hin, in denen Großproduktion nicht zwangsläufig von weitaus günstigeren Werken getrennt werden:

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Dass die OSCARS ihre neue 'Beliebtheit'-Kategorie einführen, lässt mich wertschätzen, dass die Awardshows der Spieleindustrie (DICE, Game Awards etc.) Big Budget-/Blockbuster-Spiele nicht für das SPIEL DES JAHRES ausschließen, so wie es die Auszeichungen der Filmindustrie oft tun.

Ein beliebtes Mittel zum Ausdruck der Ablehnung für die neue Oscar-Kategorie stellt das Aufstellen eigener Auszeichnungen dar. Dies tat auch Filmjournalist David Ehrlich von Indiewire:

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2018: Die Academy kündigt einen neuen Award für 'Beliebten Film' an!
2020: Die Academy kündigt einen neuen Award für 'Bestes Cinematic Universe' an!
2022: Die Academy kündigt einen neuen Award für 'Fernsehserien, die sich nach 10-stündigen Filmen anfühlen' an!
2024: Die Academy kündigt an, dass 'GIFs das neue Kino sind!'

Was haltet ihr von den kommenden Veränderungen bei den Oscars?

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