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Der seidene Faden - Das sagen die Kritiker zu Daniel Day-Lewis

Der seidene Faden
© Universal Pictures International Germany GmbH
Der seidene Faden
01.02.2018 - 10:00 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Nach so erfolgreichen Kassenschlagern wie Magnolia, There Will Be Blood und Punch-Drunk Love folgt nun Der seidene Faden von Regisseur Paul Thomas Anderson. Wir sagen euch, was die Kritiker vom neuen Film mit Daniel Day-Lewis halten.

In Daniel Day-Lewis' letztem Film als Schauspieler, Der seidene Faden, mimt er im England der Nachkriegszeit den Modeschöpfer Reynolds Woodcock. Zusammen mit seiner Schwester Cyril (Lesley Manville) gehören die beiden zum Zentrum der Londoner Modewelt und statten das britische Königshaus, Filmstars, den Adel und die wohlhabende Oberschicht Großbritanniens mit ihren Kreationen aus. Als Inspiration für seine Mode dienen Woodcock vor allem die jungen, eleganten Frauen, die seine Kleidung bevorzugen und in seinem Atelier ein- und ausgehen. Auf mehr als flüchtige Affären will der Designer sich auch nicht einlassen. Seine Liebe ist seine Arbeit. Doch als ihm eines Tages die selbstbewusste Alma (Vicky Krieps) gegenübersteht, sieht er in ihr mehr als nur eine Muse. Seine Liebe zu Alma bringt nicht nur sein wohlstrukturiertes Leben durcheinander, es beflügelt zugleich auch seine kreative Schaffenskraft.

Die harten Fakten zu Der seidene Faden

  • 13 Kritikerbewertungen mit einem Durchschnitt von 7,8
  • 36 Communitybewertungen mit einem Durchschnitt von 7,7
  • 6 Kritiken und 6 Kommentare
  • 341 Vormerkungen, 2 sind nicht interessiert

Das sagen die englischsprachigen Kritiker zu Der seidene Faden

Ty Burr vom Boston Globe  attestiert dem Drama eine vollkommene Schönheit zu sein, mit einem dunklen Fleck im Herzen:

Der seidene Faden ist einfach wunderbar anzusehen und auch toll zum Zuhören. Scheinbar mühelos wird hier ein vollkommen sicheres Auftreten in puncto Kameraarbeit und Kostüm demonstriert. Auch die Charaktere und ihre Dialoge befinden sich im Gleichgewicht.

The Wrap -Autor Robert Abele nennt Der seidene Faden einen kultivierten und humorvollen Film und lobt vor allem die Optik:

Der seidene Faden ist eine elegant genähte Romanze über emotionale Bedürftigkeit, angelegt in der eindrucksvollen Welt der Haute Couture-Mode. Je näher das Drama an sein verlockendes und verdrehtes Ende rückt, bestätigt der Film nochmals mit Nachdruck Andersons Handwerk, indem er wundervoll ausgestattete Filmsets und Außendrehorte verwendete.

Stephanie Zacharek vom Time Magazine  ist von Der seidene Faden nicht wirklich begeistert:

Es besteht kein Zweifel daran, dass Der seidene Faden für immer als ein toller Modefilm gelten wird, aber ich denke nicht, dass der Film besonders gut ist. Der Entstehungsprozess von Mode, der im Film gezeigt wird, fühlt sich irgendwie dürftig und leer an, als ob schöne Kleidung nur durch Schinderei und Angst entsteht. Andersons letzter Film, die Thomas Pynchon-Romanadaption Inherent Vice, war genauso wirr und verdreht, wie Der seidene Faden klaustrophobisch und albern ist. [...] Anderson kann keine schönen, vitalen Filme mit Gefühl mehr drehen. Anscheinend muss er jetzt Kunst machen, vollgestopft mit Satin und sehr weichem Tweed.

Das sagen die deutschsprachigen Kritiker zu Der seidene Faden

David Steinitz von der Süddeutschen Zeitung  lobt den Spannungsaufbau in Der seidene Faden und die Idee hinter dem Drama:

Das größte Kunststück in Der seidene Faden ist aber, dass es in diesem Film keine typische Krimi-Leiche gibt. Sondern dass er allein durch die Spannung zwischen zwei sturen Liebhabern, die beide kompromisslos auf ihrem Willen bestehen, zum Thriller wird. Die perfekte Liebe, erzählt der große Perfektionist Daniel Day-Lewis in seinem vermutlich letzten Film, ist nur als Hassliebe zu haben.

Critic.de -Autorin Olga Baruk lobt die Perfektion von Paul Thomas Andersons neustem Werk, findet aber den besonderen Kniff des Films an einer anderen Stelle:

Nicht dass Phantom Thread seinen dramaturgischen Kunstgriff am Schluss nicht gemessen auskosten würde. Nicht dass seine Witze vorher nicht gut gesetzt wären und seine Blicke nicht gewichtig gefielen, seine Farben nicht prächtig wären und sein Schnitt nicht elegant, und dennoch gefällt mir im Angesicht all dieser Perfektion nur ein kleines Detail – jede Liebe braucht eine Taktik. Eine ödipale wie diese braucht sie umso mehr.

Patrick Heidmann vom Südkurier  findet an Der seidene Faden besonders gut, dass hier jedes Detail besonders durchdacht wurde:

Einmal sehen reicht eigentlich nicht aus, um Der seidene Faden in all seiner Komplexität, aber auch seiner ganzen Pracht wahrzunehmen. Denn der Film, der gerade für sechs Oscars nominiert wurde, ist auch jenseits des Drehbuchs in jeder Hinsicht erlesen. Von der Musik Jonny Greenwoods über die Kostüme von Mark Bridges bis hin zu den atemberaubenden Tapeten ist hier jedes noch so kleine Detail absolut meisterlich. Seine Darsteller halten das Niveau mit spielender Leichtigkeit. Sollte Day-Lewis seine Ankündigung wahrmachen und nach dieser Rolle dem Kino den Rücken kehren, verabschiedet er sich in Bestform.

Fazit zu Der seidene Faden

Der seidene Faden scheint definitiv einen Besuch im Kino zu rechtfertigen. Bis auf eine Ausnahme sind alle Kritiker vom neuen Drama von Regisseur Paul Thomas Anderson angetan. Wundervolle Kostüme, eine tolle Ausstattung des Films und dazu noch gute Schauspieler sind es definitiv Wert, sich der ungewöhnlichen Geschichte um einen Designer und seiner unerwarteten Liebe eine Chance zu geben. Nicht umsonst geht der Film bei den diesjährigen Oscars mit sechs Nominierungen ins Rennen. Davon abgesehen ist es Daniel Day-Lewis' letzte Arbeit als Schauspieler, wo, wenn nicht im Kino, möchte man ihn sich ein letztes Mal anschauen?

Werdet ihr euch Der seidene Faden im Kino ansehen?

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