Blutige Action neu auf Netflix: Dieser Kriegsfilm erschüttert mich mehr als alle anderen und das hat genau einen Grund

06.02.2021 - 13:00 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Brad Pitt in Herz aus Stahl
© Sony
Brad Pitt in Herz aus Stahl
Herz aus Stahl ist jetzt auf Netflix. Die blutige Action mit Brad Pitt verstört mich mehr als andere Kriegsfilme. Das liegt an einem großartig besetzten Schauspieler.

Auf Netflix findet sich mit Herz aus Stahl ein Kriegsfilm, der sprichwörtlich keine Gefangenen macht. Jede zarte Emotion muss sich hier gegen einen Hintergrund aus blutiger Action, Brutalität, Dreck und Hartherzigkeit behaupten. Für einen Kriegsfilm ist das nicht ungewöhnlich. Was Herz aus Stahl für mich aber verstörender macht als seine Genre-Kollegen, ist die Besetzung von Logan Lerman (Percy Jackson).

Dreckige Action: Darum geht's in Herz aus Stahl

Deutschland im April 1945: Die Alliierten bereiten sich darauf vor, dem Nazi-Reich den Todesstoß zu versetzen. Mit dabei ist auch eine kampferprobte Panzertruppe aus hartgesottenen Veteranen um Kommandant Don (Brad Pitt), die jetzt ihren fanatischsten Gegnern gegenübersteht. Neuzugang beim eingespielten Team ist der junge Norman (Logan Lerman), dessen fehlende Erfahrung bald durch die Brutalität des Krieges hinweggefegt wird.

Zerbricht am Krieg: Norman

Herz aus Stahl zeigt den Krieg dabei bemerkenswert ungeschönt. Hier gibt es keine edlen Kämpfer mit gebügelten Uniformen und ritterlicher Moral. Diese Helden sind verschmiert vom Dreck, erschießen Kriegsgefangene und betrachten Zivilisten als Kollateralschaden. Das allein macht den Film zu einer einschneidenden Erfahrung, aber so richtig traumatisierend wirkt er erst durch die Besetzung Lermans.

Netflix-Trauma: Darum verstört mich der Kriegsfilm so sehr

Lermans Figur ist ein jugendliches Unschuldslamm, ein Kind. Seine Herzlichkeit hat nie die Zeit gefunden, sich gegen die Grausamkeit anderer Menschen zu wappnen. Viele Kriegsfilme brutalisieren ihre unerfahrenen Hauptfiguren, aber das hier ist etwas anderes.

Die Hilflosigkeit unterscheidet Norman von Tom Hanks' Lehrer aus Der Soldat James Ryan, Andrew Garfields stoischem Pazifisten in Hacksaw Ridge oder den schockierten, aber pflichtbewussten jungen Soldaten von Dunkirk. Normans Unschuld ist extrem, also ist es sein Trauma auch. Und das bekomme ich als Zuschauer zu spüren.

Logan Lerman ist die ideale Besetzung

Schüler und Mentor: Norman und Kommandant Don.

Dass die emotionale Übertragung von der Figur auf mich so gut funktioniert, liegt an Lerman. Logan Lerman hat mit seinen 29 Jahren schon eine illustre Karriere mit unterschiedlichsten Rollen hinter sich, aber eingebrannt haben sich bei mir die Percy Jackson-Verfilmungen und Coming-of-Age-Dramen wie Vielleicht lieber morgen.

Seine Rollen zeigen für mich entweder ein fröhliches, weil unbegrenztes Draufgängertum oder eine Verletzlichkeit, die sich mit nichts anderem wehren kann als einem reinen Herzen. Logan Lerman ist das blauaügige Aushängeschild der Arglosigkeit und Norman ist ein Percy Jackson, den ein grausames Schicksal in den Zweiten Weltkrieg verfrachtet hat.

Mit seiner Filmografie und seinem Talent schafft es Lerman, dass ich um seine Figur trauere. Man kann Normans reiner Seele beim Sterben zuschauen, das ist das verstörende an Herz aus Stahl.

Wollt ihr euch Herz aus Stahl noch anschauen?

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