Alien: Covenant - Das sagen die Kritiker zum Sci-Fi-Horror-Sequel

Alien: Covenant - Auch Katherine Waterston fragt sich, wie die Kritik wohl zum Sequel  steht
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Alien: Covenant - Auch Katherine Waterston fragt sich, wie die Kritik wohl zum Sequel  steht
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Nachdem Prometheus - Dunkle Zeichen ein hinreichender Erfolg bei Kritik und Publikum war, schien es klar, dass es eine Fortsetzung geben würde. Ganze fünf Jahre später kommt diese jetzt mit dem Titel Alien: Covenant in die Kinos. Regisseur Ridley Scott setzt hierbei wieder auf die klassischen Elemente, für die schon der erste Teil der Reihe bekannt war.

Eine Mission, über deren Hintergründe wenig bekannt ist, eine widerwillige Titelheldin und vor allem: klaustrophobische Verhältnisse fernab der Erde und der Mitmenschen. Das ist das Szenario, das Ridley Scott auch für Alien: Covenant kreiert und in dem Katherine Waterston als Hauptdarstellerin sich mehr oder weniger allein gegen eine Kreatur verteidigen muss, die keine Rücksicht kennt.

Wie Ridley Scott im moviepilot-Interview betont, ist Alien: Covenant zwar die Fortsetzung zu Prometheus, aber beide Filme lassen sich als Prequels zum ursprünglichen Alien-Film von 1979 bezeichnen.

Hier die harten Fakten zu Alien Covenant

  • 12 Kritiker-Bewertungen mit einem Durchschnitt von 6,4
  • 35 Community-Bewertungen mit einem Durchschnitt von 6,7
  • 9 Kritiken und 10 Kommentare
  • 6 x Lieblingsfilm und 0 x Hassfilm
  • 2231 Vormerkungen, 13 sind nicht interessiert

Das sagen die englischsprachigen Kritiker zu Alien: Covenant

Matt Zoller Seitz schreibt für die Roger Ebert.com, dass das Konzept selbstverständlich dasselbe wie bei jedem Alien-Film sei. Allerdings liege besonders in Ridley Scotts handwerklicher Umsetzung des Konzepts der Reiz:

Sollte [die Handlung] ein wenig wie eine Variation jedes anderen Alien-Films klingen, dann liegt das daran, dass die Wiederholungen in der Struktur der Filme ein Markenzeichen, kein Fehler sind. Ähnlich wie in den James Bond-, Star Wars- oder Marvel-Franchises. Wenn man sie [...] mag, kann man sie mit Sonaten, Sonetten oder Drei-Akkord-Popsongs vergleichen, deren Unterhaltungswert eben darin liegt, welche Variationen die Künstler dem festen Gerüst hinzufügen können. [...] Ich habe diesen Film so sehr geliebt, [...] dass mir seine Schwächen kaum aufgefallen sind. [...] Es kommt selten vor, dass man solch eine Kombination aus technischer Beherrschung und verschlagener Freude von einem Regisseur erlebt, der schon so lange arbeitet wie Scott.

Denselben Eindruck hatte auch A.O. Scott von der New York Times. Er hält den Film für eine saubere Umsetzung der Alien-Formel mit hohem Wiedererkennungswert für Fans:

Als die Alien-Larve endlich aus einem menschlichen Torso explodiert, mag man, neben dem erwarteten Angstschauer, ein seltsames Erleichterungsgefühl erleben, das fast schon in Zuneigung übergeht. Auf der Welt und im Film hat sich so viel geändert, seit das erste Alien 1979 die Zuschauer in Angst versetzte, dass das Auftreten eines zischenden, huschenden, sich schnell-vermehrenden außerirdischen Raubtiers sich anfühlt wie der Besuch eines alten Freundes.

Der Wiedererkennungswert und die Fortsetzung des Franchise sorgten bei Vultures David Edelstein für wenig Begeisterung. Allerdings lobte er wie seine Vorgänger das Handwerk des Films, das die Genre-Konventionen zufriedenstellend erfülle:

Die Dialoge in Alien: Covenant sind oft ungelenk und die Handlung wiederholt sich (wie so oft dieser Tage, gibt es auch hier zu viele Spannungshöhepunkte). Aber der Film ist furchteinflößend und blutig und darauf kommt es an. Der Zuschauer wird hineingezogen. Katherine Waterston ist eine gute Protagonistin, eine Wortführerin - sowie Anführerin - für die Menschheit, die jemanden verliert, der ihr nahesteht und den Rest des Films in einem Zustand von Hyperwachsamkeit verbringt, während sie darauf wartet, dass die Welt über ihr zusammenstürzt.

Das sagen die deutschsprachigen Kritiker zu Alien: Covenant

In seiner Kritik für EPD Film lobte Frank Schnelle den philosophischen Nährboden des Films, der zur Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf anregt. Allerdings sei die Handlung eine Aneinanderreihung der üblichen Horrorthrills:

Es steckt also durchaus ein Autorenfilm im sechsten Beitrag zum 'ALIEN'-Franchise. [...] Stellenweise wirkt der Film wie ein direkter Kommentar zur aktuellen Industrie-4.0-Debatte: wie eine düstere Warnung vor dem Tag, an dem die Roboter übernehmen werden. [...] Zugleich ist 'ALIEN' selbstverständlich ein B-Movie im grandiosen Blockbuster-Gewand. Es liefert die üblichen Horror-Thrills – und ein paar ungewöhnliche noch dazu. Anfangs scheint es gar, als wolle der Film das bekannte Schema nur geringfügig variieren.

Auch Michael Kienzl von Critic sah in Alien: Covenant ein B-Movie, angereichert mit philosophischer Symbolik. Allerdings war für ihn die Figur des Androiden David (Michael Fassbender) ein spannendes neues Element gegenüber den vorhergehenden Filmen:

Wenn Fassbender gerade nicht auf der Leinwand zu sehen ist, wirkt Covenant wie eine routinierte, dabei aber durchaus effektive Variation auf das Erfolgsrezept des Franchises. [...] Schon der Prolog, der von Davids Genesis und den existenziellen Fragen des Lebens erzählt, ist so dick aufgetragen, dass es unvermeidbar scheint: Scott muss mit seinem populärphilosophischen Frontalangriff eine Bauchladung hinlegen. Letztlich ist es aber gerade das Krude und unverhohlen B-Moviehafte an Alien: Covenant, mit dem sich die Reihe einer Verjüngungskur unterzieht.

Die Wichtigkeit des Androiden unterstrich ebenso Dietmar Dath von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In David liege die Frage begründet, inwieweit der Mensch die Natur als Heimat oder Mutter bezeichnen könne. Auch hielt er die Einhaltung der Genre-Konventionen nicht für einen Nachteil, sondern die nötige Struktur, anhand derer Scott sein philosophisches Konzept darlege:

Wenn 'Alien' auf dem Kinoplakat steht, wollen die Leute Blut, Glassplitter, Asche und Knochenfragmente sehen, glibbrige Eier, die sich langsam öffnen, und einen abgetrennten Kopf, der in einer kalten Pfütze schwimmt. Scott liefert's [...] Die von Fassbender gespielte DavidFigur trägt die Last leicht: Böse ist ein Geschöpf, das denken und phantasieren kann, also selbst schöpferisch, ja: künstlerisch begabt ist, sich aber weigert, eine andere Wertskala anzuerkennen als die der Effizienz beim Töten und Überleben.

Fazit zu Alien: Covenant

Die Kritiker beider Sprachräume sind sich dahingehend einig, dass es sich bei Alien: Covenant um einen handwerklich sauber inszenierten Horrorfilm handelt. Ridley Scott liefert die Schreckensmomente und die mutige Protagonistin, wofür die Serie bekannt ist.

Während die englischsprachige Kritik sich auf die Umsetzung der Genre-Konventionen konzentriert und den Film für eine gelungene Neuauflage der Franchise-Formel hält, legte die deutschsprachige Kritik ihr Augenmerk mehr auf die philosophische Konzeption, die von der Figur des Androiden David repräsentiert wird. Dieses Handlungselement wurde jedoch unterschiedlich aufgenommen. Für die einen wirkten die existenziellen Fragen zu dick aufgetragen für einen Film mit B-Movie-Struktur. Von anderen wurde die Tatsache gelobt, dass sich die Zuschauer mit der Frage nach der eigenen Herkunft und der persönlichen Einstellung zu Heimat und Natur auseinandersetzen müssen.

Insofern bietet der Film Freunden des Genres und des Franchise ebenso gute Unterhaltung wie denjenigen, die sich aufgrund der philosophischen Anklänge aus Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt ins Kino begeben. Ridley Scott schafft es einen handwerklich einwandfreien Genre-Blockbuster zu drehen, der auf verschiedene Weisen verstanden werden kann.

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