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Industrial Light & Magic

40 Jahre ILM - Mit Star Wars fing alles an

ILMs Erstling: Star Wars
© 20th Century Fox
ILMs Erstling: Star Wars
05.06.2015 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Vor 40 Jahren gründete George Lucas Industrial Light & Magic, um seine Star Wars-Vision auf die Leinwand zu bringen. Seitdem hat ILM das Blockbuster-Kino revolutioniert. In zwei Teilen blicken wir auf die Geschichte der Effekt-Tüftler.

Vor 40 Jahren machte sich George Lucas daran, sein seit längerer Zeit vor sich hin köchelndes Krieg der Sterne-Skript zu verfilmen. Zwar hatte er 20th Century Fox zur Finanzierung des Projekts bewegen können, nun stand Lucas aber vor einer Herausforderung wie selten ein Filmemacher zuvor: Wie sollte er nur all die visuellen Effekte auf die Leinwand zaubern, die sein Weltraum-Märchen zum Leben erwecken würden? Mitte der 1970er-Jahre hatte kein Studio mehr eine nennenswerte Abteilung für solche Effekte, und Lucas' Vorstellungen übertrafen ohnehin alles an Umfang und Geschwindigkeit, was bisher im Kino zu sehen gewesen war. Also gründete er 1975 einfach ein eigenes, unabhängiges Effekt-Studio, Industrial Light & Magic (ILM). Zum Leiter des Unternehmens wurde John Dykstra ernannt, der zuvor unter der Legende Douglas Trumbull an Lautlos im Weltraum gearbeitet hatte. Seine Mannschaft bestand zumeist aus Mittzwanzigern, die noch nie an einem Spielfilm gearbeitet hatten; das führte auch dazu, dass die Arbeit des Öfteren in Verzug geriet.

Zwar war Industrial Light & Magic bei ihrem Erstlingswerk Krieg der Sterne ausschließlich für physische visuelle Effekte zuständig, der Computer spielte aber auch schon 1975 eine entscheidende Rolle: Eine computerbasierte Kamerasteuerung namens Dykstraflex ermöglichte es nämlich, jede beliebige Kamerabewegung so oft wie nötig zu wiederholen, ohne die geringste Bewegungsabweichung. Nur so konnten die Effekt-Künstler sicherstellen, dass die einzeln aufgenommenen Elemente der Weltraum-Szenen im fertigen Film haargenau zusammenpassten. George Lucas wollte die Weltraumkämpfe - orientiert an Luftkämpfen in alten Kriegsfilmen  - und die Schluss-Sequenz über dem Todesstern nämlich weitaus flüssiger, dynamischer und schneller geschnitten haben, als vergleichbare Szenen bis dahin zu sehen gewesen waren. Modelle wie X-Wings, TIE-Fighter und Sternenzerstörer, Explosionen oder der Graben des Todessterns: Alles musste separat aufgenommen und zusammenkopiert werden, und die Bewegungs-Illusion entstand durch Bewegungen der Kamera, nicht der Modelle.


Für die Konstruktion der Miniatur-Raumschiffe bedienten sich die ILM-Mitarbeiter nicht zuletzt bei gewöhnlichen Modellbausätzen , die sie ganz prosaisch im Laden kauften. Neben den Modellen war Industrial Light & Magic bei Star Wars aber auch für Requisiten wie die Lichtschwerter, Roboter wie C-3PO und R2-D2, die unzähligen Außerirdischen-Masken, die Matte Paintings der Hintergründe und zahlreiche andere physische Effekte verantwortlich. Die CGI-Sequenz, bei der den Rebellen in der Einsatzbesprechung ein Drahtgittermodell des Todessterns präsentiert wurde, entstand hingegen außer Haus .

Eigentlich sollte ILM nur eine temporäre Firma darstellen und nach der Arbeit für Star Wars wieder geschlossen werden. Mit dem Erfolg der Sternenkriege war aber schnell klar, dass die Effekt-Tüftler auch für die nun gesicherten Fortsetzungen gebraucht wurden. Mit dem Kampf auf Hoth, der Wolkenstadt Bespin und vor allem Yoda warteten in Das Imperium schlägt zurück neue große Herausforderungen auf ILM. Die Rückkehr der Jedi-Ritter übertraf 1983 mit ca. 900 Einstellungen mit visuellen Effekten  alles Vorhergehende dann noch einmal.

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