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Wo könnt ihr Dunkirk in 70 mm & IMAX sehen und was sind die Vorteile?

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© Warner Bros.
Dunkirk
26.07.2017 - 10:00 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Wer sich vor dem Kinobesuch bei Dunkirk fragt, ob IMAX, 70 mm oder doch ein ganz anderes Format die beste Wahl ist, bekommt hier alle Hintergründe und Empfehlungen.

Als Verfechter des analogen Kinos  hat Christopher Nolan auch sein jüngstes Werk Dunkirk auf Film gedreht, und zwar überwiegend mit IMAX-Kameras , den Rest mit herkömmlichen 65-mm-Kameras:

Ich bin schon lange ein Befürworter von Film - besonders des IMAX-Filmformats - als Medium, um Geschichten zu erzählen. Die immersive Qualität des Bildes ist unübertrefflich, sie zieht das Publikum so intensiv wie möglich in die Handlung.

In einem IMAX-Video  spricht Nolan gar davon, den "Eindruck von Virtual Reality ohne die Brille" zu erzeugen. Aber was genau sind eigentlich die Vorteile dieser Großbild-Formate gegenüber 35-mm-Film bzw. Digitaldreh, und in welchen Kinos in Deutschland lässt sich Dunkirk bestmöglich erleben?

Generell geht es um die Bildqualität, die sich mit 65-mm-Film und IMAX erreichen lässt. Entscheidend ist hierbei, wie groß die pro Bild belichtete Fläche auf dem Film ist, die auf die Leinwand geworfen wird: je größer die Fläche, desto höher die Auflösung, desto detailreicher das Bild. Zudem bekommen Zuschauer von Dunkirk nur in IMAX-Vorführungen das ganze Bild jener Szenen zu sehen, die mit IMAX-Kameras gedreht wurden. Bei allen anderen Projektionsarten fehlt hierbei oben und unten ein beträchtlicher Teil.

Dunkirk in 2,39:1

Dunkirk auf 35-mm-Film

Noch heute wird bei Breitbildfilmen wie Dunkirk im Seitenverhältnis 2,39:1 auf 35-mm-Film nicht wesentlich mehr Fläche pro Bild belichtet als zu Zeiten, in denen es noch keinen Breitbildfilm gab. Auf die Leinwand werden letztendlich lediglich 20,96 mal 17,53 mm projiziert, also 367,43 mm². Der Grund: Das extrabreite Bild wird bei der Aufnahme mittels einer speziellen, sogenannten anamorphotischen Linse im Verhältnis 2:1 auf die Dimensionen des 35-mm-Films zusammengestaucht und bei der Projektion umgekehrt wieder entzerrt. Das Bild ist also breiter, die Auflösung aber nicht höher als bei Nicht-Breitbildfilmen im Format 1,37:1.

Dunkirk in 2,21:1

Dunkirk auf 70-mm-Film

Eine deutlich höhere Auflösung für Dunkirk-Projektionen bringt die Verwendung von 70-mm-Film, der, wie der Name sagt, doppelt so breit wie 35-mm-Film ist. Gefilmt wird hier tatsächlich auf 65-mm-Film, die zusätzlichen 5 mm der Kinokopie werden für die Tonspuren genutzt. Das Bildseitenverhältnis bei gewöhnlichem 70-mm-Film beträgt 2,21:1, die auf die Leinwand projizierte Fläche hat ein Format von 48,59 mal 22,05 mm, also 1071,28 mm². Da dies ungefähr das Dreifache von 35-mm-Film ist, ergibt sich auch eine höhere Auflösung. Horizontal ist sie in etwa zweieinhalb Mal so hoch wie bei 35-mm-Film.

Dunkirk in 1,43:1

Dunkirk auf IMAX-70-mm-Film

Das IMAX-Format setzt hier nun noch einen drauf, denn bei ihm läuft der 65- bzw. 70-mm-Film nicht wie gewohnt senkrecht durch Kamera und Projektor, sondern waagerecht. Die Breite des Bildes bei herkömmlichem 70-mm-Film wird hier also zur Höhe, der belichtete Bereich ist somit größer. Da IMAX-Filme mit einem maximalen Bildseitenverhältnis von 1,43:1 zudem wesentlich höher als gewöhnliche 70-mm-Filme sind, ergibt sich für Dunkirk auf IMAX-Film eine vergleichsweise gigantische auf die Leinwand geworfene Fläche pro Bild von 70 mal 48,5 mm, also 3395 mm². Dies ist mehr als das Neunfache von herkömmlichem 35mm-Film und führt zu einer horizontalen Auflösung, die in etwa dreieinhalb Mal so hoch wie bei 35-mm-Film ist.

Dunkirk in IMAX mit Laser

Heutzutage scheuen aber immer mehr IMAX-Kinos die Kosten und Komplikationen, die mit analoger Projektion verbunden sind. Beim digitalen IMAX ist das Höchste der Gefühle die IMAX mit Laser-Projektion, bei der das Bild (auch bei 2D-Filmen wie Dunkirk) parallel mit zwei Digitalprojektoren auf die Leinwand geworfen wird, die jeweils eine Auflösung von 4K aufweisen, also in etwa 4000 horizontalen Bildpunkten. Das Bildformat kann hier ebenfalls bis zu 1,43:1 betragen. Die Doppelprojektion sorgt zwar nicht für eine höhere Auflösung, aber zusammen mit der Laser-Lichtquelle für eine wesentlich höhere Helligkeit, zudem ist der Kontrast höher als bei analoger IMAX-Projektion.

Dunkirk mit herkömmlicher Digitalprojektion

Herkömmliche Digitalprojektoren haben eine Auflösung von 2K oder 4K, also ungefähr 2000 oder 4000 horizontalen Bildpunkten. Das Bildseitenverhältnis beträgt hier bei Dunkirk 2,21:1.

Analog- und Digitalprojektion von Dunkirk im Vergleich

Die folgende Übersichtsgrafik verdeutlicht die unterschiedliche Größe der belichteten Fläche bei 35-mm-, 70-mm- und IMAX-Film. Die daneben zu sehenden Bilder der digitalen Projektion gehen allerdings von einer sehr großzügigen Schätzung des Auflösungsvermögens von Film aus. Analoger Film hat im Gegensatz zu einer digitalen Datei keine festgelegte Auflösung, weswegen hier keine definitiven Aussagen möglich sind. Einer gern zitierten Studie zufolge  entspricht das Auflösungs-Äquivalent einer 35-mm-Kinokopie in etwa einer digitalen Auflösung von 2K, 70-mm-Film hätte dementsprechend ungefähr 5K, IMAX-70-mm-Film ungefähr 7K. Dabei kommt es auch immer darauf an, wie viele Generationen vom Kamera-Negativ entfernt die Kinokopie ist: je mehr, desto geringer die Auflösung. Da IMAX-70-mm-Filme mit besonderer Sorgfalt erstellt werden, kann hier die Auflösung durchaus noch etwas höher sein.

Film- und Digitalformate für Dunkirk in der Übersicht

  • 35-mm-Film: 2,39:1, 20,96 mal 17,53 mm = 367,43 mm², ~2K
  • 70-mm-Film: 2,21:1, 48,59 mal 22,05 mm = 1071,28 mm², ~5K
  • IMAX-70-mm: 1,43:1, 70 mal 48,5 mm = 3395 mm², ~7K oder mehr
  • IMAX mit Laser: 1,43:1, 4K
  • Digitalprojektion: 2,21:1, 2 oder 4K

Welche Version von Dunkirk ist die beste?

Was heißt das nun alles für die Entscheidung, wie und wo ihr Dunkirk am besten sehen solltet? Die beste Variante im Hinblick auf die Auflösung wäre eine analoge IMAX-Projektion, die es in Deutschland allerdings für Spielfilme nicht mehr gibt. Somit bleibt die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten, die jeweils ein anderes Element der von Christopher Nolan gelobten Immersion in den Vordergrund stellen.

Bei der digitalen IMAX-Projektion mit Laser ist das Bild in den mit IMAX-Kameras gefilmten Szenen wie eingangs erwähnt höher als bei analoger 70-mm-Projektion, oben und unten ist also mehr zu sehen. Die Auflösung ist allerdings geringer.

Bei der analogen 70-mm-Projektion ist in den mit IMAX-Kameras gefilmten Szenen oben und unten weniger zu sehen als im IMAX-Kino mit Laser, die Auflösung ist allerdings höher. Für Anhänger des "filmischen Looks" dürfte zudem sowieso nichts über eine 70mm-Projektion gehen, wenn analoges IMAX nicht verfügbar ist.

Für die IMAX mit Laser-Projektion spricht noch, dass die Leinwand dort schlichtweg größer ist und der Saal generell darauf ausgerichtet, Bild und Ton während der Vorführung stets bestmöglich zu kalibrieren, sich das Mittendrin-Gefühl also trotz geringerer Auflösung gegenüber 70-mm-Projektion besser einstellen dürfte als in einem herkömmlichen Kinosaal.

Wo kann ich Dunkirk in Deutschland im IMAX sehen?

IMAX mit Laser-Vorführungen von Dunkirk gibt es in Deutschland im Cinestar IMAX im Sony Center in Berlin, im Filmpalast am ZKM in Karlsruhe und im Auto & Technik Museum in Sinsheim.

Wo kann ich Dunkirk in Deutschland in 70 mm sehen?

70-mm-Vorführungen von Dunkirk gibt es in Deutschland im Schauburg Cinerama in Karlsruhe, in der Lichtburg in Essen, im Savoy in Hamburg, im Zoo Palast in Berlin sowie im Astor Grand Cinema in Hannover.

Wo kann ich Dunkirk in IMAX-70-mm sehen?

Wer Dunkirk im analogen IMAX in Europa erleben möchte, muss entweder ins tschechische Prag oder ins britische London oder Manchester reisen. Eine komplette Übersicht aller analogen und digitalen IMAX-Vorführungen  von Dunkirk weltweit findet ihr hier .

Wie werdet ihr Dunkirk sehen?

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