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Die Spendengala

Wir schauen House of Cards - Staffel 1, Episode 5

08.12.2013 - 20:15 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Die Spendengala
© Netflix
Die Spendengala
In der heutigen Episode tut sich Widerstand gegen unseren allmächtigen Helden Francis Underwood auf. Allerdings natürlich mal wieder keiner, der sich nicht problemlos in den Boden stampfen lässt.

Im fünften Kapitel von House of Cards haben sich die Autoren glücklicherweise wieder etwas mehr Zeit für ihren Handlungsstrang genommen, auch wenn sie nach wie vor mit den üblichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Frank (Kevin Spacey) muss feststellen, dass er nicht mit jedem herumspringen kann, wie er möchte. Als Marty Spinella (Al Sapienza) erfährt, dass Francis ihn bei wichtigen Punkten des Gesetzesentwurfs angelogen hat, rastet er aus und lässt absolut nicht mit sich verhandeln. Er tut alles, um die von Claire (Robin Wright) geplante Spendengala ausfallen zu lassen und sorgt dafür, dass das Hotel Claire absagt. Die ist jedoch clever genug (und hat den geeigneten Ehemann), um im Handumdrehen eine Alternative zu finden, die auch noch perfekt aufgeht. Da hilft es auch nicht, dass Spinella eine kleine Demonstration vor der Gala organisiert. Währenddessen schlägt Zoe (Kate Mara) auf ihrem Weg nach oben sexuelle Pfade mit Francis ein und findet zudem einen neuen Job, nachdem sie der Washington Herald gehen ließ. Der einzige, der mal wieder nicht wirklich vorankommt, ist Peter Russo (Corey Stoll). Dieser muss sich mit den schlimmsten Gewissensbissen herumplagen, denen Frank jedoch mit der Aussicht auf das Governeursamt entgegen zu wirken versucht.

Die vielleicht größte Überraschung zuerst: Frank hat sich tatsächlich auf eine Affäre mit Zoe eingelassen, was im ersten Moment ziemlich befremdlich wirkte. Schließlich präsentierten uns die Autoren Underwood stets als ein nahezu unmenschliches Genie, das damit einhergehend auch einen gewissermaßen asexuellen Eindruck machte. Meine ersten Gedanken pendelten also irgendwo zwischen “Mh, ganz schön out-of-character” und “Ha, er scheint ja doch irgendwo ein Mensch zu sein”. Beide Aspekte wurden jedoch gleich im Anschluss nichtig gemacht, als Frank mit Claire ziemlich offen darüber sprach und beide sich im Einverständnis darüber waren, dass es sich um eine nützliche geschäftliche Beziehung handelt. Aus mehrerer Hinsicht war das eine starke Szene: Zum einen setzt es der Sterilität zwischen Claire und Frank sowie dem überzogenen Geschäftssinn der beiden das Sahnehäubchen auf. Gleichzeitig tut sich aber auch eine gewisse Diskrepanz auf, denn die Eifersucht ist in Claires Augen deutlich zu spüren, was durch ihren anschließenden Anruf bei Adam (Ben Daniels), dessen sexuelle Angebote sie zuvor ja abgelehnt hatte, nur noch verstärkt wird. Zwar versicherte Frank seiner Frau, dass er es auf ihren Wunsch hin sofort beenden würde, doch so wirklich emotional oder überhaupt human wirkt er dabei nicht – ganz im Gegensatz zu Claire.

Auch die fünfte Folge tut nur so, als gäbe es etwas, das Frank wirklich Probleme bereitet. Der ganze Widerstand von Marty Spinella und dem damit einhergehenden Racheplan ist zwar der Aufhänger der Episode, allerdings kommt nie wirklich das Gefühl auf, dass es sich hierbei um eine ernsthafte Bedrohung handelt. Viel mehr gestaltet sich auch Die Spendengala genau so, wie wir es gewohnt sind. Francis, dem Halbgott, wird ein Hindernis in den Weg gestellt und wir dürfen applaudierend dabei zusehen wie er nicht nur drüber springt, sondern es auch noch rückwärts mit einem dreifachen Salto macht. Autorin Sarah Treem und Regisseur Joel Schumacher ist dabei nichts zu abgedroschen: Wenn Frank einer übergewichtigen Demonstrantin ein Tablett mit Essen reicht und sie von einer Sekunde auf die nächste vergessen hat, warum sie eigentlich da ist, dann ist das mehr Cartoon als alles andere.

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