Verboten: Diese Filme dürft ihr am Karfreitag nicht im Kino sehen

Das Leben des Brian
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Das Leben des Brian

Zwar werden sich auch diese Ostern viele Menschen eher damit beschäftigen, Ostereier zu suchen als zum Gottesdienst zu gehen. Trotzdem gehört Ostern zu den christlichen Feiertagen, und besonders der Karfreitag als Tag der Kreuzigung Jesu genießt noch immer einen besonderen Schutz. Das kann sich auch auf die Freizeitgestaltung von Filmfreunden auswirken.

Was ist am Karfreitag verboten?

Beim Karfreitag handelt es sich um einen sogenannten stillen Feiertag, an denen auch in der säkularen Bundesrepublik besondere Regeln gelten. So herrscht in den meisten Bundesländern an Karfreitag ein ganztägiges Tanzverbot, um angemessen an das Leiden Jesu zu erinnern. In den übrigen gilt es nur zeitweilig, in Berlin z. B. von 4 bis 21 Uhr.

Neben Tanz sind zum Beispiel auch Sportveranstaltungen untersagt, zudem sind auch öffentliche Aufführungen Hunderter Filme verboten: "Filme, die dem Charakter dieser Feiertage so sehr widersprechen, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist", so die FSK.

Welche Filme dürfen nicht öffentlich gezeigt werden?

Um welche Filme es sich dabei im Einzelnen handelt, ist allerdings nicht so leicht zu sagen. Zwar hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V., kurz SPIO, 2016 eine Liste mit ca. 700 Filmen herausgegeben, die zwischen 1980 und 2015 keine Freigabe für eine öffentliche Aufführung an Stillen Feiertagen wie dem Karfreitag erhalten haben.

Darunter finden sich Action-Klassiker wie Terminator, Kampfkunstfilme wie Knochenbrecher schlägt wieder zu, Exploitation-Sexfilme wie Nonnen bis aufs Blut gequält, Horrorfilme wie Halloween - Die Nacht des Grauens und der Aufreger-Klassiker Das Leben des Brian.

Warum finden sich auch "harmlose" Filme auf der Liste?

Neben diesen Filmen finden sich auf der Liste aber auch Kinderfilme wie Mary Poppins oder gut abgehangene Komödien wie Die Feuerzangenbowle. Für diesen befremdlichen Mischmasch gibt es mehrere Gründe:

  • Übertragungsfehler im Laufe der Jahrzehnte
  • Ein nicht korrekt vermerktes Ergebnis einer Neuprüfung
  • Eine gar nicht erst beantragte Neuprüfung
  • Nicht-Beantragung der Feiertagsfreigabe

Wie der rbb schreibt, musste in früheren Jahren die Feiertagsfreigabe extra beantragt werden, was viele Filmverleiher nicht taten. Heute geschieht dies automatisch mit der Beantragung der Jugendfreigabe.

Wie hat sich die Feiertagsfreigabe im Laufe der Zeit verändert?

Zudem fällt auf, dass mit fortschreitender Zeit immer weniger Filme pro Jahr keine Feiertagsfreigabe erhalten. Laut FSK wurden in den 50ern und 60ern noch 60 % als nicht feiertagsfrei eingeschätzt. Auf der obigen Liste finden sich für 1980 noch fast 100 Stück, für 2015 nur mehr 4. 2018 traf es laut den Badischen Neuesten Nachrichten gar nur einen: The Strangers: Opfernacht. Dies hängt auch mit den sich verändernden Maßstäben bei der Prüfung zusammen.

Was ist mit Fernsehen, Internet und DVDs?

Die Ausstrahlung im Fernsehen, die Bereitstellung per Streaming oder der Verkauf auf DVD oder Blu-ray der entsprechenden Filme ist von dem Feiertagsverbot nicht betroffen. Es regelt lediglich die öffentliche Aufführung.

Was sagen die Gegner zum Aufführungsverbot?

Auch wenn also keineswegs alle 700 Filme der Liste von einem öffentlichen Aufführungsverbot an stillen Feiertagen betroffen sind, und es zudem immer mehr Ausnahmegenehmigungen gibt, wird immer wieder die Abschaffung des Feiertagsverbots gefordert.

So forderte 2016 die Piratenpartei: "Die Feiertagszensur von Filmvorführungen ist im Zeitalter von Video und Internet völlig wirklichkeitsfremd und gehört dringend abgeschafft."

Auch die FSK gab 2016 zu bedenken: "Sicherlich diskussionswürdig ist, inwieweit diese Regelung insgesamt noch als zeitgemäß empfunden wird. Hier wären ein gesellschaftlicher Diskurs und der Gesetzgeber gefragt."

Was haltet ihr vom Feiertagsverbot bestimmter Filme?

Moviepilot Team
Lord C Christoph Dederichs
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Redakteur bei Moviepilot. Hat (fast) alles, was er im Leben wirklich braucht, von Star Trek gelernt. Lässt sich am liebsten von Hitchcock thrillen und von alten Horrorfilmen gruseln.
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