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Moviepilot Speakers' Corner

The Music Never Stopped - Eine berührende Perle

01.08.2012 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Szene aus The Music Never Stopped
© Senator Filmverleih
Szene aus The Music Never Stopped
Die Speakers’ Corner ist auch dazu da, Filme zu empfehlen, die es aus unverständlichen Gründen nie in den allegmeinen Fokus geschafft haben. Moviepilot-Userin sweetForgiveness kennt eine solche Filmperle, die mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

“You know how you hear a song and it places you back in that moment you fell in love with it as if no time has passed.”

Du schaltest das Radio an und dort läuft gerade dieser eine Song. Dieses besondere Lied, welches du fast schon vergessen hattest. Es erinnert dich an den letzten Frühling, an eine bestimmte Person, einen bestimmten Ort oder vielleicht an eine ganz bestimmte Szene aus einem Film?!

Moviepilot hat es sich zur Aufgabe gemacht, unter 7 Fragen, die Usern nun wöchentlich gestellt werden, auch eine Frage zu stellen die mir besonders am Herzen liegt:

Wenn deinem Leben ein Soundtrack gegeben werden müsste, welchen würdest du wählen?

Welcher Songtext beschreibt dich am besten? Welche Melodie summst du immer wieder vor dir her? Welches Lied begleitet dich schon eine ganze Weile? Welcher Song erinnert dich immer an ein ganz bestimmtes Ereignis?

Ich will euch heute einen Song aus dem Soundtrack meines Lebens vorstellen. Euch erzählen wann und wo ich diesen Song zum ersten Mal gehört habe. Euch dazu ermutigen, ihn auch zu hören.

Summer Song von Tulips

Ich werde wohl nie wieder diesen Song hören können, ohne zu diesem einen Abend katapultiert zu werden. Nicht nur weil ich den Song zum erste Mal gehört habe, sondern weil ich die Textzeilen auch noch Stunden und Tage danach im Ohr hatte. Sogar heute noch, Monate später, umspielt er manchmal meine Ohren.

Es war der Abend des 13. Märzes: ziemlich warm draußen. Ich und meine beste Freundin machten uns auf den Weg zur Sneak, wie jeden Dienstagabend. An diesem Abend erwartete ich nicht viel, ich hatte im Vorhinein durch den Tipp („ein Film mit Herz“) und der Hilfe von so manchen Sneakprognosen getippt, dass ich gleich The Music Never Stopped sehen würde. Der Trailer sah ganz gut aus, aber so wirklich überzeugen konnte er mich nicht.

Ganz anders, als ich nach dem Film im kuscheligen, roten Kinosessel saß (Saal 5, Reihe L4), der Abspann begann und meine Freundin mich mit nassen Augen um ein Taschentuch bat. Während ich danach kramte, nahm ich die Musik während des Abspannes ganz anders war. Ich versuchte jedes Wort und jeden Ton zu behalten und auch auf dem Nachhauseweg hörten wir dem Radio anders zu als gewöhnlich. Was hatten wir da gerade gesehen?

All you need is love

Ein leerer Blick. Die Musik fängt an zu spielen. Ein Lächeln huscht über die Lippen, die gerade noch die Mitte des ausdruckslosen Gesichtes bildeten.

Diese Gesichtszüge gehören Gabriel, der nach einer Operation, wegen eines Gehirntumors, sowohl sein Kurzzeitgedächtnis sowie jede andere Erinnerung vor dem Ausbruch des Tumors verloren hat. Da Gabriel nicht für sich selbst sorgen kann, werden seine Eltern benachrichtigt, mit denen er seit über 20 Jahren auf Grund eines heftigen Streites keinen Kontakt mehr hat. In einer Rehabilitationsklinik versuchen Ärzte wie auch Gabriels Eltern alles Nötige, um dem Erkrankten zu helfen, doch nichts scheint wirklich zu helfen, bis sein Vater die Hilfe einer Musiktherapeutin anfordert und sich Gabriel durch die Musik an etwas erinnern zu scheint.

Lou Taylor Pucci verkörpert die Rolle des Gabriel brillant, sympathisch und emotional! Die Momente, in denen er von der Musik ergriffen wird und von dem todkranken Patienten zu einem aufblühenden Musikliebhaber wird, lassen keinem im Publikum kalt, denn es wird zu einem Wechselbad der Gefühle. In einen Moment scheint die Welt völlig zerstört, zerschmettert und hoffnungslos und im anderen Moment ist alles wieder gut, es ist impulsiv und es wird über die Liebe zur Musik geschwärmt. Dieses Rollenverhalten ist grandios insziniert, trifft Tränendrüsen, Zwerchfell und Ohrmuschel und schleudert den Zuschauer durch ein emotionales Hoch und Tief der Gefühle. An Puccis Seite spielt J.K. Simmons nicht weniger fantastisch den Vater Gabriels, der von der modernen und neuen Musik seinen Sohnes nichts wissen will.

Nicht zu vergessen, der größte Darsteller: Die Musik. The Music Never Stopped atmet durch sie, wird zum Leben erweckt und kriegt durch sie seinen ganz besonderen Glanz. The Beatles. Bob Dylan. The Grateful Dead und viele andere dienen nicht nur als Untermalung, sondern unterstützen und fordern die Handlung und sagen manchmal das, was den Schauspielern nicht vergönnt ist zu sagen.

Eigentlich will ich mit all dem sagen: The Music Never Stopped ist einfach absolut grandios und sehenswert. Er ist eine Hommage an die Liebe zur Musik! Ich war nach der Sneak, es war bereits der 14. März, noch nie so emotional ergriffen und verliebt in einen Film. Ich möchte euch diese kleine Perle gerne ans Herz legen, da sie meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit bei ihrem Kinorelease bekommen hat. Ich habe diesen Abend zumindest nie vergessen und wenn ich es doch jemals sollte, weiß ich, welches Lied ich spielen muss, um es wieder zu wissen.

Mit Sicherheit werdet ihr euch noch lange an den ersten Song erinnern, den ihr nach diesem Film hören werdet.

“When do you first heard this song?”


Vorschau: Pseudo oder nicht, das ist nächste Woche die Frage aller Fragen.


Dieser Text stammt von unserer Userin sweetForgiveness. Wenn ihr die Moviepilot Speakers’ Corner auch nutzen möchtet, dann werft zuerst einen kurzen Blick auf die Regeln und schickt anschließend euren Text an ines[@]moviepilot.de

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