TV-Kritik

Spannender Spargel im Tatort Münster

Boeeeerne!!!!
© ARD / WDR
Boeeeerne!!!!

Eine Frau liegt tot im Pool, Thiels Vater wird mit einem blutigen Messer gefasst und Boerne futtert Spargel und nervt die Kellner. So gelungen skurril und spannend wie der Auftakt des Films war auch der Rest dieses typischen münsteraner Krimis, mit dem passenden Titel Tatort: Spargelzeit.

Foto-Show: die Bilder zum Tatort “Spargelzeit”

Dabei bestach das Drehbuch wieder einmal durch eine spannende Story, die es schaffte die ernsten wie humorigen Momente in Ballance zu halten. Kein Comedy-Krimi aber dennoch witzig und ungewöhnlich. Axel Prahl sah sich als Thiel einmal mehr im Kreuzfeuer zwischen dem jovial gönnerhaften Boerne (den Jan Josef Liefers wie immer mit öliger Brillanz verkörperte) und seinem nervenden Vater, der störrisch wie immer nicht im Traum daran dachte seinem Sohn das Leben leichter zu machen.

Doch neben dem bekannten Gezänk zwischen den Hauptfiguren gab es auch echte Spannung: Die zerrüttete Familie des Spargelbauern Pütz, der mühsam versuchte den Schein der Normalität aufrecht zu halten, die mißtrauischen Saisonarbeiter, die untereinander verfeindet waren und sich doch alle zusammen den Vorurteilen der Deutschen ausgesetzt sahen, sowie das Aufeinanderprallen dörflicher Ermittlungsgepflogenheiten und städtischer Kriminaler. Hier gab es viele spannende und zum Teil sogar anrührende Szenen, wenn neben dem aktuellen Verbrechen auch die lange zurückliegende und nie aufgeklärte Vergewaltigung von Pütz Tochter wieder hochkochte, die für neue Feindseeligkeit gegen die ausländischen Saisonarbeiter sorgte.

Gerade auch der Nebenplot im dem sich Thieles Assistentin Nadesha (Friederike Kempter) als Spargelstecherin wider Willen undercover begibt, bot ein paar schöne Momente, die halfen auch Nadeshas Figur mehr Raum zu geben und sie so neben Boerne und Thiel (und natürlich Alberich) zu einem selbständigen Charakter zu entwickeln.

Die Auflösung, bei der sich der Dorfpolizist als Vergewaltiger der Tochter herausstellte und der verzweifelte Vater versuchte den Liebhaber seiner Frau umzubringen, bot noch einmal einen spannenden Höhepunkt, bei dem alle bisherigen Erzählstränge zusammenliefen. Auch wenn die Wendung mit dem Dorfpolizisten erahnbar war, sorgte das Ende – inklusive des finalen Spargelessens der Hauptfiguren für den runden Abschluss eines wieder mal gelungenen Krimiabends.

Auf Münster ist eben Verlass. Und ich freu mich auf den nächsten Krimi.

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