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Grugahalle Essen

So war The Beatles Eight Days a Week - The Experience

The Beatles Eight Days a Week - The Experience
© StudioCanal
The Beatles Eight Days a Week - The Experience
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Dieser Artikel entstand im Rahmen des Aufrufs zum Community-Blogger zum Kino-Live-Event The Beatles: Eight Days a Week in der Grugahalle in Essen.

Die größte Popband der Welt in der Grugahalle in Essen – die Beatles. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums wurde in der Grugahalle eine Vorführung des Dokumentarfilms The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years veranstaltet. Die kreischenden Mädchen blieben aus, die Augen blieben trocken und niemand kollabierte beim Anblick der vier Jungs aus Liverpool. Es war leider nur eine Filmvorführung in der nicht ganz ausverkauften traditionellen Halle. Unzählige Worte sind schon über die Beatles geschrieben worden, um das Phänomen der mit Abstand größten Boyband aller Zeiten zu beschreiben. Der Oscar prämierte Regisseur Ron Howard nahm sich nun zur Aufgabe die Entstehungsgeschichte der Beatles filmisch umzusetzen – und das mit Erfolg.

Howard schafft es den sprichwörtlichen ungebremsten Aufstieg einer Kellerband in die Welt gekonnt in Szene zu setzen. Wir sehen neue, aufgearbeitete Aufnahmen von Konzerten der Beatles mit einem exzellent gemasterten Ton und tauchen in die Welt der frühen 60er ein und möchten diese Zeit nicht mehr verlassen. Chapeau, Mr. Howard! Der Dokumentarfilm bedient sich hier einem aktuellen Trend der Biopics berühmter Künstler wie Amy über Amy Winehouse oder Cobain: Montage of Heck über Kurt Cobain, die im letzten Jahr erschienen sind. Wir bekommen einen sehr genauen Einblick in die Entstehung der Band oder des Künstlers und wie diese unsterblich wurden.

Mit The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years hat Ron Howard einen weiteren Meilenstein für die Musikkultur geschaffen, der sicherlich nicht frei von Kritik ist, aber ein rundes Gesamtbild über John, Paul, Ringo und George abliefert. Mit viel Liebe zum Detail dokumentiert der Film die Anfänge der Band: vier 19-jährige Liverpooler Jungs, die leidenschaftlich Musik machen und auch nur ihrer Leidenschaft nachgehen wollten. Vier Jungs, die wie eine Familie immer zusammenhielten. Unerfahren in der großen weiten Welt und sicherlich nicht darauf vorbereitet, welchen Weg sie einschlagen. Die vier Teenager, die authentisch waren, ihren Weg gingen und sich nicht beirren ließen. Gekonnte spontane Gegenfragen in Interviews, „patzige“ und ehrliche Antworten trugen zu ihrer Popularität bei. Der Welt gefiel die Authentizität und versetzte sowohl die Frauenwelt als auch die Männerwelt in Ekstase. Stetige Zusammenbrüche der Fans, Massenansammlungen bei Konzerten mit riesigem Polizeiaufgebot und teilweise so lauten Zuschauern, dass die Beatles sich auf der Bühne selbst nicht hörten. Die Dokumentation fasst diese Aspekte wunderbar zusammen und zeigt das gesamte Ausmaß der Beatlemania, mit der niemand gerechnet hat.

Den einzigen Zweck, den die Beatles verfolgt haben, war Musik zu machen. Ohne Internet, ohne ausgeklügelte TV- und Radio-Netzwerke schafften es die Beatles innerhalb kürzester Zeit, dass jeder auf der Welt ihre Musik kannte. Die Flughäfen waren überfüllt, auf den Straßen war kein Durchkommen und die Polizei war schlichtweg überfordert. Während des Films begleiten wir die Band über den gesamten Globus und bekommen einen ungefähren Einblick über das Phänomen der Beatles und die ausgelöste Hysterie dank ihrer Musik und ihres unbekümmerten Auftretens. Doch so schnell die Beatles berühmt geworden sind, lernen die vier Jungs auch die Schattenseiten des Business kennen. In den rar gesäten Auszeiten der Band sind sie im Studio und machen das, was sie am besten können: Musik. Sie schreiben an Songs, basteln an Akkorden genießen diese Zeit. Trotz des immensen Drucks ist das Studio ein Zufluchtsort der Ruhe für die Band.

In der Hochphase der Karriere bringen die Beatles alle drei Monate eine Single und alle sechs Monate ein Album heraus. Während der letzten US-Tour 1965 spielte die Band in Stadien – das erste Mal in der Geschichte der Musik überhaupt, dass eine Band in Stadien performte. Niemand konnte die Sicherheit in einem kleinen Club mit 5000 Zuschauern gewährleisten. Das Konzert im New Yorker Shea Stadium sollte eins mit Folgen für die Band sein. Da die Technik bei weitem nicht so ausgereift war wie heutzutage, hörten die Beatles ihre eigenen Songs aufgrund der Menschenmenge nicht. Ringo sagt im Film, dass er sich an den Hintern von John und Paul orientierte und nur anhand des Wippens der Bewegungen erkannt hat, an welcher Stelle sie im Lied sind. Nach dem Konzert wurden die Bandmitglieder zur Sicherheit in einen metallischen Van verfrachtet, um vor Angriffen seitens der Zuschauer bewahrt zu werden. Dieses Erlebnis beschreiben die Jungs als einschneidend und beschlossen einstimmig, dass es vorbei ist. Diesen Zirkus möchte die Band nicht mehr unterstützen.

Ab diesem Zeitpunkt ging es nicht mehr um die Musik, sondern nur noch um den Hype der Beatles. Um die Personen. Um das gesamte Drumherum und nicht um das Wesentliche, die Musik. Die Band zog sich zurück und entschied sich einige Monate eine Auszeit zu nehmen. Im Studio kamen die vier Jungs wieder zusammen und experimentieren. Heraus kam das Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, das nach wie vor als eines der einflussreichsten Alben der Musikgeschichte beschrieben wird. Leider endet der Film sehr abrupt und fasst noch einmal die wichtigsten Fakten zusammen. Weder die Trennung der Beatles 1970, noch der Tod von John Lennon und George Harrison wird thematisiert.


Zusammenfassend ist die Aufarbeitung des Dokumentarfilms von Ron Howard ein schöner Film über die größte Popband der Welt mit interessanten, nie zuvor gezeigtem Film- und Tonmaterial und mit Sicherheit eine kleine Zeitreise für Fans. Inklusive Mitsinggarantie und Fußwippen.

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