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Aus Sissi wird Sisi

Sisi ohne Romy Schneider - Franz! Der Schlingel hat mein S gestohlen!

17.12.2009 - 13:00 Uhr
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Sissi, äh Sisi! - Franz?
© ZDF und Bernhard Berger
Sissi, äh Sisi! - Franz?
In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Natürlich liebt Sisi immer noch ihren Franzl, aber als moderne Frau muss sie schon eine Menge mehr auf dem Kasten haben. Ob sich auch die Kritiker von einer modernen Kaiserin überzeugen lassen?

Alljährlich, zur Weihnachtszeit, werden die 3 Filme der Sissi-Reihe im Fernsehen wiederholt und können dabei lächerlich hohe Einschaltquoten für sich verbuchen. Sissi von Ernst Marischka hat einfach alles, was das weihnachtliche Herz begehrt: Liebe, Luxus und funkelnde Ballkleider.

Das ZDF möchte jetzt auch etwas vom Sissi-Kuchen abbekommen und ließ zusammen mit dem österreichischen ORF und dem italienischen Sender RAI ein TV-Remake des Kinofilmes produzieren. Als Regisseur wurde Xaver Schwarzenberger (Otto – Der Film) beauftragt, den Klassiker zu entstauben. Dabei ging auch ein “s” im Namen verloren, und Sisi schreibt sich jetzt so, wie ihr historisches Vorbild.

Senta Krasser von der Süddeutschen Zeitung bemängelt jedoch das unausgegorene Drehbuch: “Man merkt dem koproduzierten Werk an, dass viele Seiten an ihm gezerrt haben. Drei Sender – ZDF, ORF und Rai – waren beteiligt. Die Österreicher, heißt es vom Filmteam, wollten historisch genau sein, die Italiener mehr Gefühl, und die Deutschen setzten, neben David Rott als hochdeutsch sprechendem Kaiser, Christiane Sadlo (Inga Lindstöm) (Inga Lindström) im Autorenteam durch. Und so stehen im Drehbuch nun Sätze wie ‘Danke, dass du mich gelehrt hast, dich zu lieben’. Ganz wie früher.”

Wer meint, dass Romy Schneider die einzig wahre Sissi sein kann, der wird von den Kritikern überrascht, die gerade Cristiana Capotondi in der Rolle der Sisi loben. Ulrike Frenkel von der Stuttgarter Zeitung schreibt: “Diesen Vergleich, das war von vornherein klar, würde Cristiana Capotondi aushalten müssen. Immerhin: das Gesicht der italienischen Schauspielerin ist auf eine Weise bezaubernd, dass man keine Sekunde an Romy Schneider denkt”.

Kritik ernten dagegen die Nebenfiguren. Daniela Zinser von der TAZ schreibt: “Ein weiterer Grund, warum Sisi nicht recht begeistert, sind die drögen Nebenfiguren. Ausgerechnet die Topschauspieler Herbert Knaup als Sisis Vater Max und Martina Gedeck (die von der jungen Liebenden direkt ins Schwiegermutterfach wechseln musste) als Franz Josephs Mutter Sophie sind top fehlbesetzt, weil entweder zu hölzern oder allzu bedeutungsschwer.”

Insgesamt sind die Kritiken jedoch besser, als wir es von anderen TV-Produktionen kennen. Katrin Hillgruber schreibt im Tagesspiegel: “Trotz einiger kostümraschelnder Längen zu süßlicher Geigenmusik ist das Experiment weitgehend geglückt: ein 200-minütiges „Feel-Good-Movie“ zur Weihnachtszeit, das dennoch Elisabeth als emanzipierte und politisch denkende Frau zeigt und viel von der Zerrissenheit des Vielvölkerstaates erzählt.”

Sisi läuft in zwei Teilen, heute und morgen, jeweils 20.15 Uhr auf ZDF. Die klassische Sisi kann wie gewohnt am 23., 25. und 26. Dezember jeweils 20.15 Uhr auf Sat.1 bewundert werden. Wer allerdings mit der Liebesgeschichte nichts anfangen kann, der findet in unserem Fernsehprogramm sicher eine Alternative.

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