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Die Gretchenfrage

Serie vs. Film - Welche Mission ist unmöglich?

13.12.2011 - 08:50 Uhr
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Mission: Impossible - Serie oder Spielfilm?
© Paramount Television/Paramount Pictures/moviepilot
Mission: Impossible - Serie oder Spielfilm?
Nun sag, wie hast du’s mit der Serie? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon. Gretchen fragt uns diese Woche, nach der Meinung zum unmöglichen Franchise: Mission Impossible – lieber in Serien- oder Spielfilmform?

Tom Cruise geht diese Woche zum vierten Mal als Ethan Hunt auf Weltrettung. Mehr oder weniger im Auftrag der Impossible Missions Force, einer geheimen Spezialeinheit im Rahmen der CIA. In der Anfangsphase eines jeden Films empfängt Ethan Hunt eine geheime und raffiniert versteckte Videobotschaft, die seinen Auftrag enthält. Stets endet die Mission mit dem Hinweis auf die Selbstzerstörung des Materialträgers nach fünf Sekunden. Das Mission: Impossible-Universum kennt noch viele solcher Riten. Doch woher stammen diesen Idee eigentlich? Natürlich aus der gleichnamigen Fernsehserie. Bevor ihr euch im Kino Mission: Impossible – Phantom Protokoll anseht, solltet ihr noch einmal diese Grundsatzfrage stellen: Beginnt die wirkliche Mission: Impossible-Kultur für euch mit dem Spielfilm, oder seht ihr in der Serie das einzig wahre Herz der Idee?

Hintergrund
1996 erneuerte Brian De Palma eine Tradition und brach sie gleichzeitig. Mit Mission: Impossible, dem Tom Cruise-fokussierten Spielfilm zollte Brian de Palma dem Kultformat Tribut und stürmte anderseits das Herz der Serie. Film und Serie stehen sich nah und fern. Die Spielfilm-Variante übernimmt Erzählstrukturen und Motive, außerdem die legendäre Musik, doch konzentriert er seine Dramaturgie klar auf den jungen Agenten Ethan Hunt.

In der Serie hingegen war es immer das exakte Zusammenspiel des verschiedenen Protagonisten, der perfekt geplante Coup, der Schnürchenablauf eines eingespielten Teams. Im Mittelpunkt der Serie stand Teamleader Jim Phelps (Peter Graves). Im Kinofilm wird das Team geich zu Beginn hingerichtet und Hunt ist mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Die Figur des Jim Phelps, die Seele der Serie, wird im Film zur doppelzüngigen Nemesis. Willkommen im Clash der Missionen. Die Entscheidung zwischen Serie und Film ist eine wahre Gretchenfrage. In welchem Format entfaltet sich die Impossible Mission besser?

Pro Serie Mission: Impossible
Profis bei der Arbeit. In 171 Episoden präsentierte die Originalserie zwischen 1966 und 1973 den streng ablaufenden Missionsalltag einer ganz speziellen Agenteneinheit. In dieser Serie wurden die Legenden erfunden, von denen Tom Cruise später zehren konnte. Jim Phelps nimmt in jeder Episode eine Mission an, die ihm geheim, anonym und nicht verfolgbar per Tonband mitgeteilt wird. Am Ende der Mitteilung heißt es: This tape will self-destruct in five seconds. Good luck, Jim. Es folgte die programmatische Titelmusik von Lalo Schifrin. In klaren Schritten plant das Team um Jim Phelps dann die Mission, Rollen verteilt, Masken werden zurechtgelegt; klar wird präsentiert, wie das Unmögliche möglich gemacht wird.

Das Faire und Reizvolle der Serie ist der Rhythmus und die Wiederholbarkeit des Ganzen. Die Konzentration liegt absolut auf der Mission, auf der Heist-Struktur. Die Personen sind schon bekannt, die Vor-Planung läuft nach äußerlich bekannten Mustern ab. Die Konzentration des Zuschauers ist auf den speziellen Fall und seine Schwierigkeit gerichtet. Wir sehen dem Team und seinen Menschen nicht bei einer Lebenskrise zu, sondern bei der Arbeit, bei einer höchst spannenden, anspruchsvollen und interessanten. Profis sind und bleiben einfach ein cineastisches Thema.

Pro Kinofilm Mission: Impossible
Brian De Palma brachte Mission Impossible in einen Kino-taugliches Format. Er schickte Tom Cruise ins Fitness-Studio und zusammen schufen sie ein artistisches Feuerwerk voller Intrigen und Action. Perfekte Planung, reibungslose Ausführung und minutiöses Zusammenspiel – all das gibt es im Kinofilm zwar auch, aber immer nur, um in den brenzligen Momenten auf Wut, Impuls, Instinkt und körperliche Fitness umzuschalten.

Neben der schieren Action-Fähigkeit des Films hat er auch sonst optisch und atmosphärisch einiges zu bieten. Die paranoide, subjektive Sicht des in die Enge getriebenen Agenten, der genau weiß, dass die Welt im Zweifelsfall eine Löwengrube ist – Ethan Hunt kämpft sich zu Beginn durch ein psychotisches Prag, das nichts als Tod und Terror für ihn bereit hält. Die Mission wird zu einer suspenselastigen Psycho-Achterbahn, weit entfernt vom geplanten Missionsalltag eines MIF-Profis. Doch im Laufe des Films muss Ethan Hunt sich irgendwie fangen und durch eine komplexe und abgründige Geschichte schlagen.

Perfekt geplanter Heist-Alltag oder komplexe Krisenmission – welches Mission: Impossible-Format sagt euch mehr zu?

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