Scary Stories to Tell in the Dark ist der perfekte Film für Horror-Neulinge

Scary Stories to Tell in the Dark
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Scary Stories to Tell in the Dark
01.11.2019 - 18:40 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Scary Stories to Tell in the Dark lockt hartgesottene Horrorfans sicher nicht hinterm Ofen hervor. Doch für Neulinge im Genre sind die makaberen Gruselgeschichten bestens geeignet.

Pünktlich zu Halloween dürfen sich auch deutsche Horrorfans endlich durch Scary Stories to Tell in the Dark gruseln, nachdem dieser bereits im Sommer in den USA erschien. Der von Guillermo del Toro geschriebene und produzierte Schocker hat für alteingesessene Horrorfans allerdings wenig Neues zu bieten. Dafür ist Scary Stories ein idealer Einstieg in das Genre für Horrorneulinge.

3 Gründe warum Scary Stories der ideale Horror für Einsteiger ist

  • Scary Stories ist gruselig und brutal, gibt den Zuschauern aber immer wieder genug Luft zum Atmen.
  • Der Film beinhaltet mehrere düstere Geschichten und urbane Mythen, die sich Jugendliche in der Form auch unter sich zum Gruseln erzählen würden.
  • Horror-Novizen werden nicht von GCI-Monstern erschreckt, sondern dürfen die Faszination und Magie von handgemachten Effekten bewundern.

Scary Stories to Tell in the Dark als Einstiegshorror

Scary Stories to Tell in the Dark basiert auf einer in den USA erfolgreichen Kinderbuchreihe, die hierzulande allerdings nicht auf Deutsch erschienen ist. Doch keine Angst: Diese Filmadaption ist nichts für Kinder, denn hier geht es einer Gruppe von Jugendlichen im Jahr 1968 heftig an den Kragen. Doch warum ist der Film ein super Einstieg in das Genre?

Scary Stories to Tell in the Dark

Wie es schon der Megahit Es vorgemacht hat, wechseln sich Story und Horror in Scary Stories stetig ab. Die jugendliche Detektivgeschichte bietet genug Verschnaufpausen zwischen den gruseligen - und zugegeben für junge Zuschauer arg brutalen - Set-Pieces, was gerade Neulingen im Horrorgenre zugute kommt. Denen wird immer wieder genug Zeit gegeben, sich von den Schocks zu erholen.

Leider leben wir in einer Zeit, in der CGI viele Horrorfilme kaputtmacht. So gut ein Computereffekt auch ist, er wirkt - auf mich zumindest - wie ein Fremdkörper und damit nicht real. Ein echtes Monster, etwas Haptisches, mit dem die Darsteller real interagieren, hat einfach eine greifbarere Wirkung, wenn es um Horror, Grusel und Angst geht.

Und genau hier findet Scary Stories die richtige Mischung aus bizarren Kostüm-Monstern, Animatronics und unterstützendem CGI. Dadurch beschwört der Film ein nostalgisches Old-School-Gefühl herauf, das auch abgehärtete Horrorkenner verzaubern kann. Hier ist der Einfluss von Guillermo del Toro (Shape of Water, Hellboy) in jeder Horror-Sequenz zu spüren.

Scary Stories weckt Erinnerungen an Zeiten des Anthologie-Grusels

Scary Stories ist eine Geschichte über Jugendliche und ihre Ängste. Jedes der Horrorsegmente widmet sich der Angst eines der jungen Protagonisten, die in Form zum Leben erweckter Geschichten umgesetzt wird. Dabei könnte der Film durch seine Kapitelstruktur auch super als Serie funktionieren.

Scary Stories to Tell in the Dark

In Deutschland ist die Buchvorlage der titelgebenden Scary Stories leider weitgehend unbekannt. Dennoch hat diese Verfilmung die gleiche Wirkung, wenn ihr mit Gruselbüchern wie Gänsehaut oder Fear Street großgeworden seid. Ja, Scary Stories ist bei ähnlicher Thematik sogar der bessere Gänsehaut-Film als die Verfilmung mit Jack Black.

Gerade ein junges Publikum wird von Scary Stories fasziniert, weil hier verschiedene kurze, düstere Geschichten verwoben werden, die ebenso als urbane Mythen oder Lagerfeuergeschichten auf Klassenfahrten erzählt werden könnten. Damit schlägt Scary Stories in die gleiche Kerbe wie die Serien Gänsehaut oder auch Grusel, Grauen, Gänsehaut, die in den 90er Jahren etliche Jugendliche gegruselt haben.

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Ein bloßes Jugenddrama mit Horrorsequenzen ist Scary Stories gewiss nicht. Auf den ersten Blick lassen sich zwar einige Parallelen zu Stranger Things, Es oder zuletzt auch Annabelle 3 erkennen. Doch im Gegensatz zu der großen Welle an Jugend-Horrorfilmen, die sich der 80er-Jahre-Nostalgie widmen, beschreitet Scary Stories einen anderen Weg.

In Scary Stories steckt noch mehr als nur Jugend-Grusel

Scary Stories spielt im Jahr 1968, das einen erschreckenden Hintergrund zu bieten hat: den Vietnamkrieg. Immer wieder wird im Film der schreckliche Krieg in Fernost erwähnt, der sich wie ein dunkler Schatten über die Handlung wirft und eine bedeutende Rolle einnimmt.

Scary Stories to Tell in the Dark

Besonders für den Charakter Ramón bedeutet seine nahende Volljährigkeit den Einzug in den Krieg. "Wir schicken unsere Kinder in den sicheren Tod", dröhnt es aus einem Fernsehbeitrag. Dieser Satz hallt noch lange nach. Denn es ist eine schreckliche Tat von Erwachsenen, die die Kinder in Scary Stories zu ihrem Untergang verdammt. Kein Erwachsener kommt ihnen zu Hilfe, sie selbst sind ihrem Schicksal ausgesetzt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Horrorfilmen für Jugendliche zeigt sich Scary Stories erschreckend fatalistisch. Die jungen Figuren ereilt der Horror so, wie er in den real gewordenen Geschichten geschrieben steht, samt düsterem Ende. Es gibt keine Hoffnung auf ein Entkommen des unaufhaltsamen Todes - ähnlich wie im Horror-Franchise Final Destination.

Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte, die Chuck ereilt. Er läuft durch einen düsteren roten Korridor. Er wird von einem gefräßigen Monster verfolgt. Mit aller Kraft versucht er zu entkommen. Er rennt um sein Leben, Korridor um Korridor, doch das Monster taucht hinter jeder Ecke erneut auf, kommt bedrohlich näher, bis es kein Entkommen mehr gibt und ihn der Tod behutsam umarmt und verschlingt.

Dieser Horror ist längt Geschichte, die nicht mehr verändert werden kann. Es sei denn, wir konfrontieren die Geschichtsschreiber und nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Eine Einstellung, die Jugendliche nicht früh genug erlernen können. Und hier dürfen sie sich dabei sogar noch mächtig gruseln.

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