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Aktion Lieblingsfilm 2015

Odyssee im Verstand oder Warum liegt hier Stroh?

2001 - Odyssee im Weltraum
© Warner Bros.
2001 - Odyssee im Weltraum

Clarke, Co-Drehbuchautor von "2001: A Space Odyssey" über seinen Film: “Wenn du 2001 komplett verstehst, sind wir gescheitert. Wir haben versucht mehr Fragen aufzubringen, als wir beantworten können.“ – Genau mein Ding.

Also los, DVD gekauft, DVD ausgepackt, DVD reingeschoben, Play gedrückt. Und was passiert? Nichts. Das Bild ist schwarz und im Hintergrund läuft Ligetis‘ ‚Atmospheres‘. Geil. Drei Minuten später lacht mich das Logo der Produktionsfirma an und ich wunder mich erst gar nicht weshalb ein paar Affen, aufeinander wütend, um einen aufgetauchten Monolithen (so etwas wie ein riesiger Metallobelisk) herumspringen. Genüsslich grinsend denk ich an die kommenden 140 Minuten, die noch vor mir liegen. - Wird sich schon alles aufklären - denke ich, wird es aber nicht.

Nachdem der Film zu Ende ist liegen karge Dialoge und endlose Einstellungen des Raumschiffs Orion-III hinter mir. Ich habe das Gefühl mein Gehirn verdampft an sich, mit den Anomalien der Filmsynopsis nicht klar kommend.
Odyssee im Verstand, nennt sich das wohl.

Warum tauchte der Monolith auf? Was hat es mit dem Fötus am Ende auf sich? Und warum liegt hier Stroh? Alles Fragen auf die ich keine Antwort finden konnte, weshalb ich gleich am nächsten Tag all jenen auf den Sack ging die den Film schon gesehen hatte und meinen Weg kreuzten. – Vergeblich. Denn die meisten hatten die Diskussionen satt, oder waren von ihrer eigenen Interpretation so überzeugt, dass es schier sinnlos war eine „normale“ Unterhaltung zu führen.

Ich war immerhin soweit dass ich den ersten Akt als Entstehung der Menschheit, sowie der Intelligenz durch außernatürliche Einflüsse wie den Monolithen, bis hin zu deren Untergang aufgrund z.B. künstlicher Intelligenz, beschreiben würde. Doch der letzte Akt mit dem Fötus, etc. blieb mir einfach ein Buch mit sieben, ach was, hundert Siegeln.

Und so blieb mir am Ende nichts weiter als mich nach einer Lektüre umzuschauen, wobei ich auf Leonard F. Wheats 'Kubricks 2001: A Triple Allegory' stieß. Und dabei wurde mir auch endlich die wohl annähernste Lösung klar. Die folgende Deutung für den letzten Akt ist von demselben Typ der das Zitat oben gesagt hat, vom Co-Drehbuchautor Clarke selbst.

Und jetzt passt auf:

Der letzte Akt entspricht laut Clarke einer Befruchtung! Die Discovery (das Raumschiff) ist laut dieser Theorie der erigierte Penis aus dem Bowman zum Schluss mit seinem POD, was das Spermium darstellt, aus der vorderen und mittleren Öffnung (sozusagen die Eichel) ins Weltall hinausfliegt. Der Lichtertunnel, durch den er dann fliegt ist selbst erklärend. Am Ende symbolisiert das Hotelzimmer die Eizelle in die Bowmans Pod eingedrungen war. Dass er sich doppelt darin sieht, ist demzufolge als Zellteilung anzusehen.

Naja, dennoch bleibt der ganze Film reine Interpretationssache und ist vielleicht auch deshalb der Lieblingsfilm vieler Kinofreunde, da er ausnahmsweise einmal nicht alles aufklärt um die Filmeigene Intelligenz der Drehbuchautoren zu beweisen.

~

Dieser Community-Blog ist im Rahmen der Aktion Lieblingsfilm 2015 entstanden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Medienpartnern und Sponsoren für diese Preise:


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