Neu bei Netflix: Der beste deutsche Film 2018 steht zum Streamen bereit

Neu bei Netflix: Transit von Christian Petzold
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Neu bei Netflix: Transit von Christian Petzold
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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.

Seit dieser Woche könnt ihr beim Streaming-Dienst Netflix den besten deutschen Film 2018 anschauen. Transit ging zwar nicht ins Rennen um den Auslandsoscar, doch sowohl bei der Redaktion als auch der Moviepilot-Community kam der Film richtig gut an. Im Folgenden könnt ihr nachlesen, was euch in dem ungewöhnlichen Drama erwartet und warum ihr es euch unbedingt anschauen solltet - egal ob ihr ein Netflix-Abo habt oder nicht.

Warum ist Transit der beste deutsche Film 2018 - in Kürze

  • Der Film von Christian Petzold landet im Redaktionsranking der besten Filme 2018 auf Platz 9 - kein deutscher Film war besser platziert.
  • Die Moviepilot-Community vergibt dem Film 7,2 Punkte - das ist sehr gut. Unter den Kritikern kommt Transit sogar auf einen hervorragenden Durchschnittswert von 7,8.
  • Für mich persönlich ist es der beste Film des Jahres, aber das nur am Rande.
  • Eine ausführlichere Auseinandersetzung mit Transit könnt ihr in meinem Text zur Berlinale-Premiere nachlesen.

Worum geht es in Transit?

In seiner nun bei Netflix verfügbaren Regiearbeit adaptiert Christian Petzold (Phoenix) einen autobiografisch gefärbten Roman, den Anna Seghers in den 1940er Jahren im Exil verfasst hatte. Transit spielt ... ja, wann genau spielt Transit eigentlich? So einfach ist das nicht zu erklären, aber ich versuche es mal.

Zu Beginn von Transit wurde Paris bereits von den Deutschen besetzt, so wie während des Zweiten Weltkriegs und im Roman von Anna Seghers. Georg (Franz Rogowski) flüchtet nach Marseille, wo sich die Verfolgten Europas um Visa und ein Schiffsticket in die Sicherheit bemühen - nach Mexiko zum Beispiel, wohin es auch Seghers auf Flucht vor den Nationalsozialisten trieb. Georg jedoch bleibt in Marseille stecken. Er nimmt die Identität eines toten Schriftstellers an und ist wie gefesselt von dessen Frau Marie (Paula Beer), die von ihrem Witwendasein nichts weiß.

Das Spannende am Ansatz von Petzold allerdings ist, dass Transit keinesfalls wie einer dieser stickigen deutschen Historienstreifen daherkommt, die ihre innere Leere durch aufwendige Sets und Kostüme kaschieren. Marseille sieht in Transit so aus wie in der Gegenwart, meist erinnern nur Kostüme und Requisiten an die 40er Jahre. Transit spielt, wie der Titel andeutet, im Übergang, also gleichzeitig in Vergangenheit und Gegenwart.

Wie ist der Film, der jetzt bei Netflix zur Verfügung steht?

So wie das zeitliche Konzept des Films, der bei der Berlinale Premiere feierte, arbeitet auch die "Handlung" mit ständigen Übergängen. Hier erscheinen und verschwinden Figuren, wenn man nur eine Sekunde wegsieht. Das verleiht Transit eine sehnsüchtige Grundstimmung, der etwas Tragisches innewohnt.

Erwartet also keinesfalls eine didaktische Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsthematik. Dass der Film diesem Drang etwas "Wichtiges" zum Zeitgeschehen aussagen zu wollen, entgeht, zählt zu seinen großen Stärken.

Lasst euch Transit also nicht entgehen. Der Netflix-Katalog wirkt oft ziemlich eintönig, zumindest wenn wir uns an die Empfehlungen auf der Startseite halten. Trotz Klassiker-Mangel verstecken sich bei dem Streaming-Dienst jedoch einige Perlen (etwa auch aus dem asiatischen Kino). Wir müssen nur danach suchen. Transit gehört dazu.

Der Trailer für Transit:

Habt ihr Transit schon gesehen?

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