Mit Preiserhöhungen verschreckt Netflix seine Kunden

Netflix-Serie Narcos
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Netflix-Serie Narcos
31.08.2018 - 14:15 Uhr
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Eine neue Studie wirft den Verdacht auf, dass die höheren Abo-Preise bei Netflix in den USA Geringverdiener verschreckt haben. Andere Streaming-Dienste gewinnen dagegen dazu.

Netflix könnte mit den jüngsten Preissteigerungen in den USA eine Schmerzgrenze unter Geringverdienern erreicht haben. Darauf deutet eine nun veröffentlichte Studie hin, die Variety  vorliegt. Zuletzt erhöhte der kalifornische Streaming-Dienst die Preise in den Vereinigten Staaten Ende 2017: Während die HD-Variante von 9,99 auf 10,99 Dollar erhöht wurde, machte das Familienmodell einen Preissprung von 11,99 auf 13,99 Dollar. In diesem Jahr werden sich diese Änderungen nun erstmals unter Abonnenten mit geringem Einkommen bemerkbar machen, in deren Gruppe der Wachtstum stagniere. Wenngleich die Ergebnisse durchaus Raum für Zweifel geben, scheint dennoch ein Trend erkennbar zu sein.

Netflix stagniert, Hulu und YouTube wachsen

Die Daten stammen von Earnin , einem Dienst zur Ermöglichung flexibler Geldbewegungen. Dieser hat der Einkommensverifizierung seiner Nutzer wegen Zugriff auf deren Banktransaktionen, infolgedessen die nun veröffentlichten Ergebnisse um Netflix' Wachstumsstagnation erhoben werden konnten. Earning-Ökonom Peter Griffin zufolge konnte Netflix seinen Marktanteil 2016 trotz einer sechsmonatigen Periode von Preiserhöhungen in absoluten Dollar-Zahlen weiter ausbauen. Zur neusten Entwicklung sagte er:

2018 verschreckten die Erhöhungen neue Abonnenten, die von Gehaltscheck zu Gehaltscheck leben, während Hulu und YouTube ihre Mitgliedschaften in dieser Zeitspanne um 4,5 bzw. 15 Prozent erhöhten.
Earnin-Studie

Geringerverdiener zahlen mehr fürs Netflix-Abo

Die Daten zeigten ferner, dass einer von acht Earnin-Nutzern im vergangenen Jahr Kontoüberziehungsgebühren wegen eines Abo-Services in Kauf nahm. Zwar steuerten neue Bankenregulierungen gegen solche Gebühren, doch ausgenommen seien davon etwa wiederkehrende Zahlungen. Im Schnitt zahlten Betroffene in den letzten zwölf Monaten demnach 0,78 (Netflix), 0,83 (Hulu) bzw. 0,79 Dollar (YouTube) mehr.

Zweifel an den Ergebnissen liefert der Umstand, dass Earnin als App-basiertes Angebot die Gruppe der Geringverdiener womöglich nicht ausreichend repräsentieren könnte. Des Weiteren bietet Netflix die Zahlung seiner Dienste u.a. durch in Geschäften erwerbbare Geschenkkarten an, die Menschen mit weniger Einkommen tendenziell eher anziehen würden.

Earnin-Studie

Was sagt ihr zu den Ergebnissen der Wachstumsstagnation bei Netflix?

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