Bis nichts mehr bleibt

Mit dem "Stress-Test" fängt bei Scientology alles an

31.03.2010 - 11:45 UhrVor 10 Jahren aktualisiert
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© ARD-Presseserver
Die ARD gibt am Mittwoch, dem 31.03., zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr einen spannenden Einblick in die Sekte Scientology. In der TeamworX/SWR-Produktion Bis nichts mehr bleibt wird Scientology beim Namen genannt.

Manch ein Anwohner Hamburgs und Dänemarks hat sich womöglich gefragt, warum von den überall ausgeschilderten Dreharbeiten zum angeblichen Tatort “Die Tote im Sund” in den Medien nichts zu erfahren war. Das erste Mal in der deutschen TV-Geschichte wurde ein Fernsehfilm unter Geheimhaltung gedreht. Das rechtlich lange umstrittene Familiendrama Bis nichts mehr bleibt erzählt, mit welchen raffinierten Methoden es Scientology immer wieder gelingt, Menschen abhängig zu machen. Am kommenden Mittwoch wird der Film im Ersten gezeigt.

Eine Geschichte aus wahren Aussteigerberichten
Das Drehbuch fußt auf den Berichten mehrerer Scientology-Aussteiger. Regisseur und Autor Niki Stein lobte den Mut der ARD, sich mit dem Stoff zu befassen. Im Zentrum der Story steht der Kampf eines Familienvaters um seine Kinder. Hier stand der mittlerweile bekannte Aussteiger Heiner von Rönn mit seiner Lebensgeschichte Pate. Er verlor Familie, Zeit und abertausende Euros an die Sekte. Im Film ist es der Familienvater Frank Reiners (Felix Klare), der um das Sorgerecht seiner Tochter Sarah kämpft. Diese wird mit ihrer Mutter Gine (Silke Bodenbender) durch die Sekte von der Außenwelt und von ihrem Vater hartnäckig isoliert. Ein außergewöhnlicher Sorgerechtsstreit folgt..

Scientology-Räume sehen aus wie Bestattungsunternehmen
Von Rönn schildert immer wieder, welch beklemmende Athmosphäre in den Räumen der Gemeinschaft herrschte, die oft Bestattungsunternehmen glichen. Für den Nachbau der Räume als Kulissen für den Film hat man sich genau an seine Angaben gehalten. Auch die Hauptdarsteller haben sich in Vorbereitung auf ihre Rollen intensiv mit den Methoden der Sekte auseinandergesetzt, die so gar nichts mit Psychoanalyse, als mit abstrusen Glaubensvorstellungen zu tun haben. “Man kann damit schnell den Überblick über sein eigenes Leben verlieren”, sagt Hauptdarsteller Felix Klare in einer Fernseh-Talkshow. Zu Beginn sehen wir Frank am sog. “E-Meter” beim “Stress-Test”, welcher bei Scientology der beliebteste Köder ist. Man muss hierbei viele Fragen beantwortet, am Ende kommt immer heraus, dass man psychische Probleme hat, die Scientology beheben kann.

Ein sensibles Thema
Die Tarnung der Dreharbeiten hat Wirkung gezeigt. Im Grunde hatte man immer Zweifel, wie Scientology reagieren würde, aber bis auf einige wenige Anrufe am Set und beim SWR hielten sich die Reaktionen in Grenzen. Zwei fachliche Berater und zwei Juristen standen während der gesamten Projektphase dem Team zur Seite. Ist die Angst gerechtfertigt? Eine Gegenveranstaltung von Scientology in Hamburg verpuffte ohne größeres Interesse.

Den Weg nach Hollywood haben sich Schauspieler und Regisseur mit diesem Film ganz sicher verbaut. Denn viele Hollywood-Größen, allen voran Tom Cruise, sind bekennende Anhänger der Gemeinschaft. Zumindest kann Bis nichts mehr bleibt Scientology wieder in die Diskussion bringen.

Wenn ihr also neugierig auf Bis nichts mehr bleibt geworden seit, und Scientology einmal hautnah gezeigt bekommen wollt, dann schaltet heute um 20:15 Uhr die ARD ein. Ist euch der Scientology-Hype dann doch egal, dann schaut einfach in unser Fernsehprogramm schauen, ob sich noch etwas anderes findet.

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