Mad Max: Fury Road überrollt alle anderen Actionfilme der letzten 10 Jahre

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Mad Max: Fury Road
31.01.2020 - 12:00 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Kein anderer Film hat in der vergangenen Dekade das Kino so sehr zum Beben gebracht wie Max Max: Fury Road. Ein Actionfilm, der einem Wunder gleicht.

Nicht wenige Franchises wurden in der vergangenen Dekade mit einem Nachfolger wiederbelebt, allen voran der Krieg der Sterne. Auch Jurassic Park, Blade Runner, Terminator und Rocky haben - verspätete - Nachfolger erhalten, die alle damit beschäftigt waren, den Staffelstab an eine neue Generation zu übergeben. Und dann kam George Miller und lieferte die verblüffendste Modernisierung eines alten Helden ab.

Mad Max: Fury Road stellt sich gegen den Strom

Als Mad Max: Fury Road in die Kinos kam, lag der letzte Mad Max-Film 30 Jahre zurück und entführte in die Welt jenseits der Donnerkuppel. Damals spielte noch Mel Gibson die Hauptrolle als einsamer Road Warrior, der in einer endzeitlichen Landschaft um sein Überleben kämpfte. Von diesem Mad Max war in der Fortsetzung jedoch keine Spur zu entdecken. Stattdessen besetzt George Millar die Figur einfach neu.

Eine spannende Entscheidung, gerade in einer Zeit, in der Studios ganze Welten in Bewegung setzen, nur um die großen Stars einer beliebten Marke zurückzuholen und sich somit die Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern. An einer solchen Nostalgie hegt George Miller aber kein Interesse, deutlich pragmatischer wirkt seine Herangehensweise an den neuen Mad Max-Film, der sich genauso entschlossen auf der Leinwand entfaltet.

Spannende Fakten zu Mad Max: Fury Road:

  • Mad Max: Fury Road hat es in unserer Liste der Top 100 der besten Filme der 2010er Jahre auf Platz 3 geschafft.
  • Der Film feierte bei den Filmfestspielen von Cannes seine Premiere und wurde später mit sechs Oscars ausgezeichnet.
  • Bei einem Budget von rund 150 Millionen Dollar konnte Mad Max: Fury Road weltweit 375 Millionen Dollar an den Kinokassen einspielen.
  • Ursprünglich wollte George Miller schon 2003 einen vierten Mad Max-Film mit Mel Gibson in der Hauptrolle drehen. Die Produktion wurde aber abgebrochen.
  • Auf Moviepilot hält Mad Max: Fury Road einen Schnitt von 7,7 bei über 11.900 Bewertungen. Damit ist er der unangefochten beste Teil der Reihe.
Mad Max: Fury Road

Klar, auch hier gibt es einige Schlüsselelemente, die zur DNA des Franchise gehören und nicht fehlen dürfen. George Miller lässt sich von diesen aber keineswegs einschränken, sondern nutzt sie als seine Werkzeuge, um ein Inferno heraufzubeschwören, das jeden anderen Actionfilm der letzten zehn Jahre zitternd zurücklässt. Tom Hardy ist der neue Mad Max - so einfach ist das. Ein klarer Schnitt und schon werden die Motoren gestartet.

Sobald die Motoren gestartet sind, gibt es kein Zurück

Was folgt, ist eine pausenlose Verfolgungsjagd durch den heißen Wüstensand, die erst dann ins Stocken gerät, wenn sich die einzelnen Zahnräder im Getriebe lösen. Davor verwandelt sich Mad Max: Fury Road in ein mitreißenden Zeugnis von Bewegung und Geschwindigkeit und fördert im Hitzeflimmern die besten Actionszenen der letzten Dekade zutage, stets getrieben von einem nicht weniger epochalen Soundtrack.

Mad Max: Fury Road mutiert zwischenzeitlich geradezu in ein rollendes Rockkonzert vor apokalyptischen Hintergrund, bei dem keine Unterschiede mehr zwischen Gitarren und Flammenwerfern existieren. Da beeindrucken nicht nur die halsbrecherischen Stunts, sondern vor allem die Kompromisslosigkeit, mit der George Miller all die einzelnen Elemente dieses brachialen Action-Wahnsinns zusammenführt.

Mad Max: Fury Road

Und dann ist da - inmitten dieses überwältigenden Bildersturms - Imperator Furiosa (Charlize Theron). Wie aus dem Nichts taucht sie in der Mad Max-Welt auf und reißt mit jedem weiteren Trommelschlag den Film an sich. Nicht einmal die größte Explosion, der größte Crash vermag es, die Welt von Bösewicht Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) so zu erschüttern wie diese eine Frau, die ihre Stimme gegen den Peiniger erhebt.

Mad Max: Fury Road hat uns Imperator Furiosa geschenkt

Ehe dieser überhaupt realisiert, was passiert, lässt Furiose das von ihm aufrechterhaltene Pa­t­ri­ar­chat hinter sich. Flucht und Verfolgung wechseln sich im Anschluss ab, während Sandkörner wie Traditionen aufgewirbelt werden, die längst hinterfragt und überholt werden sollten. All die Bewegungen von Mad Max: Fury Road hat Furiosa auf ihrer Seite, um das System aus seinem erdrückenden Stillstand zu brechen.

Immortan Joe ist für jede Schlacht gewappnet, gegen die Veränderung, die vor seinen Augen passiert, hat er jedoch keine Chance. Eine ganze Armee hört auf seinen Befehl, am Ende blickt er machtlos durch sein Fernglas und muss mit ansehen, wie die Objekte am Horizont immer kleiner werden, ehe sie wieder direkt auf ihn zukommen und ihn überrollen. Mad Max: Fury Road ist da so einfach wie brillant in seiner Struktur und Ausführung.

Mad Max: Fury Road

Zwar hat Mad Max: Fury Road bisher keinen weiteren Nachfolger hervorgebracht, dafür haben nur wenige Filme in den letzten zehn Jahren ihr Franchise dermaßen eindrucksvoll wiederbelebt wie diese zweistündige Verfolgungsjagd durch die Wüste. Mad Max: Fury Road brennt sich ins Gedächtnis mit seinen atemberaubenden Bildern und der wuchtigen Geschichte, die sich in diesen versteckt. Am Ende kommt man da an, wo man vorher schon einmal war - und trotzdem hat sich alles verändert.

Hat euch Mad Max Fury Road auch dermaßen überrumpelt?

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